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Der Spieltag

Nördlingens Gruber ist nicht zu stoppen

Torjäger des Bayernligisten trifft vier Mal +++ Türkspor Augsburg zeigt Moral +++ Gundelfingen verspielt Führung

von Walter Brugger · 08.03.2026, 19:18 Uhr · 0 Leser
Simon Gruber war von Türkgücü München nicht zu stoppen. Nördlingens Stürmer schnürte beim 5:0-Sieg einen Viererpack.
Simon Gruber war von Türkgücü München nicht zu stoppen. Nördlingens Stürmer schnürte beim 5:0-Sieg einen Viererpack. – Foto: Walter Brugger

Letztlich war es eine klare Angelegenheit für den TSV Nördlingen. Beim Schlusslicht Türkgücü München setzte sich der Bayernligist mit 5:0 durch. Was zu einem nicht unwesentlichen Teil an seinem Torjäger Simon Gruber lag. Mehr Gegenwehr zeigt das Kellerkind Türkspor Augsburg, das dem TSV Landsberg ein 2:2 abtrotzte. Eine Führung verspielte der FC Gundelfingen bei der 1:3-Niederlage gegen den SV Heimstetten.

So hatte sich der FC Pipinsried den Auftakt ins Frühjahr nicht vorgestellt. Gegen den FC Ismaning reichte es nur zu einem 0:0, das nach Einschätzung von FCP-Trainer Roman Langer durchaus gerecht war.
Nahezu die komplette Vorbereitung hatten die Pipinsrieder auf Kunstrasenplätzen absolvieren können, entsprechend schwer fiel die Umstellung auf das natürliche Grün. Das Kombinationsspiel kam nicht in Schwung, gefährlich wurden die Gelb-Blauen bei einem Freistoß von Alexander Lungwitz, bei dem FCI-Schlussmann Maximilian Retzer den Ball noch über die Latte lenken konnte (41.). Ismaning blieb stets gefährlich und erzielte sogar einen Treffer durch Alessandro Cazorla, dem allerdings ein geahndetes Handspiel vorausging (3.). Die Chance von Ilkan Atak vereitelte Pipinsrieds neuer Keeper Enrique Bösl (27.).
Als Atak kurz nach Wiederanpfiff den Ismaninger Führungstreffer vor Augen hatte, war Ex-Profi Max Dombrowka noch zur Stelle und klärte kurz vor der Torlinie. Endgültig zum Matchwinner hätte Dombrowka in der 53. Minute werden können, doch er zielte aus acht Metern zu hoch. Es sollte die beste Pipinsrieder Gelegenheit bleiben.
Schiedsrichter: Saif Fekih (Oberndorf) - Zuschauer: 326

Der TSV Nördlingen hat seine im November durch die Winterpause abrupt unterbrochene Erfolgsserie fortgesetzt und beim Schlusslicht Türkgücü München mit 5:0 gewonnen. Es war nicht nur der höchste Saisonsieg, es war auch das erste Spiel ohne Gegentor. Vier der fünf Tore erzielte Simon Gruber. Der 29-jährige Stürmer erzielte drei der vier Tore per Kopfball.
Türkgücü war durchaus bestrebt, in Führung zu gehen, Nördlingen spielte in der ersten halben Stunde zu ungenau. Das änderte sich mit dem 0:1. Eine Flanke von Hans Rathgeber landete auf dem Kopf von Gruber, der von vier Münchnern umzingelt war und trotzdem traf. Auf Flanke von Bernd Rathgeber ließ Gruber mit dem Hinterkopf noch vor der Pause das 0:2 folgen.
Zehn Minuten nach Wiederbeginn schnürte Gruber seinen Dreierpack und als es nach dem Foul von Türkgücü-Kapitän Burhan Bahadir am eingewechselten Julian Bosch einen Elfmeter gab, versenkte Gruber den Ball zum 0:4 im Netz. Bahadir ging in der 78. Minute wieder grob zur Sache und sah dafür die Ampelkarte. In Überzahl legten die Nördlinger nach – und dieses Mal traf nicht Gruber. Bernd Rathgeber bekam den Ball von Bosch aufgelegt und traf zum 0:5.
Schiedsrichter: Peter Frank (Uttenreuth) - Zuschauer: 50
Tore: 0:1 Simon Gruber (31.), 0:2 Simon Gruber (39.), 0:3 Simon Gruber (55.), 0:4 Simon Gruber (65.), 0:5 Bernd Rathgeber (86.)
Gelb-Rot: Burhan Bahadir (78./Türkgücü München)

Türkspor Augsburg hat Moral gezeigt und sich beim 2:2 gegen den TSV Landsberg auch von Rückschlägen entmutigen lassen. Entsprechend fiel das Lob von Trainer Servet Bozdag aus: „Meine Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt und ist zweimal zurückgekommen.“
Bozdag ärgerte sich zwar, dass Landsberg durch zwei individuelle Fehler seines Teams durch den ehemaligen Türkspor-Stürmer Jeton Abazi und Tadeus zwei Treffer erzielte, freute sich aber auch über die Comeback-Qualitäten seiner Mannschaft.
Meriton Vrenezi hatte zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen, Mert Akkurt traf kurz vor Schluss zum umjubelten 2:2. In der Nachspielzeit boten sich für beide Teams sogar noch Möglichkeiten zum Siegtreffer. „Landsberg hatte vielleicht die besseren Chancen, aber der Punkt geht aus meiner Sicht in Ordnung. Wir haben gesehen, dass wir auch gegen die Mannschaften oben etwas holen können“, resümierte Bozdag.
Schiedsrichter: Maximilian Hafeneder (Holzkirchen) - Zuschauer: 80
Tore: 0:1 Jeton Abazi (55.), 1:1 Meriton Vrenezi (70.), 1:2 Tadeus Henn (77.), 2:2 Mert Akkurt (87.)

Die Gundelfinger Simon Achatz (vorne) und Mehmet Fidan (rechts) kommen nicht an den Ball, wohl aber Heimstettens Emil Titze. Er lenkte den Ball ins eigene Netz, dann aber ging die Fahne hoch. Der Treffer zählte wegen vermeintlichem Abseits nicht.
Die Gundelfinger Simon Achatz (vorne) und Mehmet Fidan (rechts) kommen nicht an den Ball, wohl aber Heimstettens Emil Titze. Er lenkte den Ball ins eigene Netz, dann aber ging die Fahne hoch. Der Treffer zählte wegen vermeintlichem Abseits nicht. – Foto: Walter Brugger

Den Start in die Frühjahrsrunde hat der FC Gundelfingen vermasselt. Gegen den SV Heimstetten gab es mit dem 1:3 die zweite Niederlage in Folge. Zur Pause lag der FCG durch den Treffer von Jeremias Seibold noch vorne. „Wir hätten mindestens noch ein zweites Tor machen müssen“, haderte Trainer Rudolph später, „die Chancen dazu waren da.“ Als der Ball dann in der 58. Minute zum zweiten Mal im Heimstetter Netz lag, zählte der Treffer nicht. Assistent Maximilian Wirkner hatte die Fahne gehoben und eine Abseitsstellung angezeigt, Referee Maximilian Riedel akzeptierte das Signal ohne Rücksprache. Doch war es wirklich Abseits? Bei der Freistoßflanke von Yannick Maurer hatten die Gundelfinger Simon Achatz und Mehmet Fidan noch keinen strafbaren Vorteil. „Ich war nicht dran“, meinte Achatz später, und Fidan ergänzte: „Ich habe den Ball auch nicht berührt.“ Die Bilder zeigen, dass unmittelbar danach der Heimstetter Emil Titze die Kugel mit der Fußspitze berührte und ins eigene Netz lenkte.
Im Nachhinein war das der Knackpunkt, denn statt 2:0 stand es wenig später durch ein Traumtor von Lukas Riglewski 1:1. Als sich die Grün-Weißen dann bei einem Freistoß überrumpeln ließen, als sie Vitus Vochatzer nicht richtig beachteten und der das 1:2 für Yannick Günzel auflegte, war die Partie gekippt. Leon Sailer verpasste noch das mögliche 2:2, bevor in der Nachspielzeit Luka Arslan mit dem 1:3 alles klar machte.
Schiedsrichter: Maximilian Riedel (Horgau) - Zuschauer: 340
Tore: 1:0 Jeremias Seibold (40.), 1:1 Lukas Riglewski (62.), 1:2 Yannick Günzel (70.), 1:3 Luka Arslan (90.+4)
Gelb-Rot: Dominique Girtler (90.+5/SV Heimstetten/Unsportlichkeit)