
Als eine seiner letzten Amtshandlungen in seiner Funktion als Nachwuchschef von Fortuna wollte Frank Schaefer, inzwischen Verbandssportlehrer beim Fußballverband Mittelrhein und in beratender Funktion für den 1. FC Köln tätig, die U23 des Klubs mit Noel Futkeu verstärken.
„Reviersport“ hatte damals zuerst über das Interesse berichtet, das sich mit entsprechenden Informationen unserer Redaktion deckte. Am Ende guckten Schaefer und die Düsseldorfer jedoch in die Röhre: Der Angreifer wechselte zur vergangenen Saison vom ETB Schwarz-Weiß Essen in die Regionalliga-Mannschaft von Eintracht Frankfurt.
Und dort drehte der inzwischen 21-Jährige mächtig auf. In 27 Partien erzielte er für die Zweitvertretung der Hessen stolze 16 Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Sein Profi-Debüt misslang allerdings völlig: Futkeu wurde im DFB-Pokal-Achtelfinale der Frankfurter beim 1. FC Saarbrücken spät eingewechselt, sah nach fünf Minuten wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte und hatte somit zwar nicht den entscheidenden, aber doch einen nicht unerheblichen Anteil an der späteren 0:2-Niederlage im Saarland.
Aus dem Konzept brachte dieser Fehltritt den Torjäger allerdings nicht, inzwischen hat er sich schließlich zum Stammspieler in der Zweiten Liga gemausert. Für einen relativ schmalen Taler, um genau zu sein: für kolportierte 250.000 Euro, wechselte der gebürtige Essener im Sommer dieses Jahres von der Eintracht nach Fürth. Die Frankfurter sollen sich aber wohl eine Rückkaufoption in Höhe von von 1,3 Millionen Euro gesichert haben. Wie es scheint, war das nicht unclever, denn Futkeu verbuchte in den ersten sieben Zweitliga-Partien der Saison schon vier Scorerpunkte (zwei Tore, zwei Assists).
„Uns war klar, dass es bei den Profis vielleicht noch ein bisschen schwer ist für mich. Sowohl wir als auch die Eintracht-Verantwortlichen waren der Meinung, dass ich auf jeden Fall den nächsten Schritt machen muss“, sagte Futkeu der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. „Es hätte nichts gebracht, wenn ich noch ein Jahr in der U21 gespielt hätte.“
Die Entscheidung für einen Wechsel nach Fürth fiel dem Angreifer offenbar leicht. „Ich mag das Umfeld, dass es hier ein bisschen ruhiger ist“, sagte Futkeu weiter. „Es gibt ja Vereine, bei denen es etwas hitziger ist, lauter werden kann, wenn es nicht so gut läuft. Hier hatte ich das Gefühl, dass ich die Ruhe habe, um mich weiterzuentwickeln.“ Sein Plan: „Ich wollte unbedingt den nächsten Schritt machen. Ich möchte die Chance nutzen und werde jetzt versuchen, mich in der Zweiten Liga zu beweisen.“
Bisher lies sich die Saison nicht schlecht an für den 21-Jährigen, und wer weiß, ob er diese Entwicklung auch hätte nehmen können, wenn er dem Ruf von Fortuna und Schaefer damals gefolgt wäre. Reine Spekulation – doch auch solche gibt es im Fußballgeschäft eben immer wieder.