
Tobias Littig redet nicht lange um den heißen Brei herum. "Letztendlich ist es so, dass wir aktuell das zurückbekommen, was wir in der Wintervorbereitung investiert haben", sagt der Trainer des TSV Angelbachtal und ergänzt, "so ehrlich muss man sein."
Die klaren Worte des 45-Jährigen sind löblich, das hört man nicht oft von anderen Trainerkollegen. Sie sind auch mehr als begründet. Nach der Vorrunde stand seine Elf auf einem ordentlichen fünften Rang. "Aber punktetechnisch war es nicht so, dass wir deswegen nach oben schauen durften, ich habe die ganze Zeit auch den Blick nach unten gerichtet", erläutert Littig, da der TSV trotz der guten Platzierung damals genauso viele Punkte hinter der Aufstiegsrelegation, nämlich zehn, wie vor der Abstiegsrelegation lag.
In der Rückrundentabelle belegt seine Mannschaft zwischenzeitlich den letzten Platz und deshalb gilt der Fokus einzig und allein dem Klassenerhalt. Littig kennt die Situation, wenngleich sie sich im Vorjahr etwas anders gestaltete, wie er berichtet: "Damals mussten wir Punkte aufholen, nun kommt es darauf an die Position zu verteidigen." Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf den vermeintlichen Relegationsrang 14. Für den Endspurt, der am Sonntag beim Vizemeister TSV Steinsfurt eine schier unlösbare Aufgabe bereithält, wünscht er sich, "dass meine Jungs nun wieder mehr die Priorität auf den Fußball setzen."
Im Amateurfußball ist diese Gegebenheit nicht neu, Freizeitaktivitäten rücken öfters in den Vordergrund. Der Kalender der Amateurkicker wird nicht mehr wie vielleicht noch vor zehn, fünfzehn Jahren am Rahmenterminkalender des Verbands ausgerichtet. Spielverlegungen wegen Junggesellenabschieden hört man mittlerweile quasi von jedem Verein, früher fanden solche Aktivitäten wie selbstverständlich in den spielfreien Monaten Juni oder Juli statt.
"Ich muss aber auch sagen, dass wir einige Schichtarbeiter und Studenten haben, die unter der Woche einfach nicht trainieren können", erläutert Littig und ergänzt, "dazu kommen aktuell drei Jungs, die sich mitten in ihren Abiturprüfungen befinden." Den eingeschlagenen Weg innerhalb des fusionierten TSV hält er für genau richtig: "Wir wussten, dass wir uns mit den vielen Jungen in einer wellenförmigen Entwicklung befinden und jetzt steht eben eine Phase an, in der es schwierig ist."
Die Ergebnisse passen bei sechs Niederlagen in Serie selbstredend nicht, seit der 1:2-Niederlage in Waldangelloch Anfang April, sieht Littig seine Mannschaft, "aber wieder verbessert und wir werden weiter so auftreten, um einen guten Ball zu spielen."
In diesem Zuge rechnet er damit, "dass wir noch sechs Punkte holen müssen, um Ruhe zu haben und das wollen wir uns selbst erarbeiten. Hoffen auf Glück darf nicht das Ziel sein."