Heftige Aufholjagdt in der Freizeitliga

Der SV Fusion geht mit einem 1:4 gegen Bugojno in die Pause und steht trotzdem nach 90 Minuten mit einem Punkt da.

SV Fusion Berlin – NK Bugojno 4:4

25. Spieltag Bezirksliga Berlin Staffel 2 Freizeit Saison 2021/2022

Freitag, 17.06.2022 19:30 Uhr

Sportanlage am Grüngürtel Kr 1

15 Zuschauer

Der Tag ist so gut wie vorbei. Der Sohnemann ist beim Spielen in den letzten Zügen, die Waschmaschine und der Kaffee sind für den nächsten Tag programmiert, der Geschirrspüler läuft. Jetzt muss nur noch der Müll raus. Ich schnappe mir die beiden Tüten und bringe sie nach unten. Der Abend ist wirklich wunderschön und höre ich da nicht aus einem knappen Kilometer Entfernung, wie sich zwei Mannschaften warm machen? Außerdem spüre ich die starke Präsenz eines anderen Fußballliebhabers in der Nähe.

Also schnappe ich mir einen Roller und düse zum TSV 1860 Spandau. An dessen Vereinsheim liegen die drei Kunstrasenplätze am Grüngürtel. Witzigerweise ist es damit eine der größten Ansammlungen von Fußballplätzen in Spandau. Und das, obwohl der TSV über keine Fußballabteilung verfügt.

Und tatsächlich sind hier die finalen Vorbereitungen für ein Fußballspiel im vollen Gange und der Hauptstadtbolzer steht auch an der Seitenlinie.

Na ja, vielleicht haben wir uns hier verabredet und ich hatte mir das okay von Mutti geholt, nachdem Müll rausbringen hierher zu gehen.

Kurz nachdem wir uns begrüßt hatten, begann das Spiel auch schon. Die Gäste legten hier los wie die Feuerwehr und führten nach nur vierzehn Minuten schon mit 0:3. Als wäre dadurch nicht schon genug Trouble im Strafraum der Hausherren los gewesen wäre, tollten plötzlich ein Hund und ein Kind darin herum. Die Mama alias das Frauchen hatte alle Hände voll zu tun, beide wieder einzufangen und vom Spielfeld zu holen.

Gut, dass das Spielgerät gerade auf der anderen Seite des Feldes war. Genauer gesagt, im Kasten. Fusion war wieder rangekommen. Aber den Hauptstadtbolzer und mich interessierte mehr, ob man den Vereinsnamen „Fusion Berlin“ deutsch oder englisch ausspricht. Wir hörten auf dem Feld nämlich beide Versionen und waren davon irritiert. Das 1:4 und damit die gefühlte Vorentscheidung nach einer halben Stunde ließ uns auch relativ kalt, weil wir das Trikot des Schiris bewunderten. Das muss aus der 90ger Kollektion von Dr. Markus Merk stammen und ließ nostalgische Gefühle bei uns keimen.

In der Halbzeitpause graute uns ein bisschen vor dem zweiten Abschnitt, denn ein 1:4 machte keine große Hoffnung auf Spannung in Halbzeit zwo.

Doch Fusion und NK Bugojno hatten in der Kabine offenbar die Rollen getauscht. Während wir von den Mücken hier zerbissen wurden, war Fusion offenbar von der Tarantel gestochen.

Kurz vor dem Ende der Partie waren sie auf 3.4 herangekommen und erarbeiteten sich Chance um Chance. Die Gäste lauerten derweil auf Konter um hier den Sack endgültig zu zumachen.

Von wegen Hoppen muss auch mal weh tun. Dieser Kick in der Freizeitliga auf einem komplett ausbaulosen Kunstrasenplatz machte einfach Spaß.

Und als der Schiri nach 93 Minuten auf den Punkt zeigte und Elfmeter für Fusion gab, erwischte ich mich dabei, die Faust vor Freude darüber zu ballen. Der völlig zurecht gepfiffene Strafstoß wurde souverän verwandelt. Leider war der Kick dann vorbei. Ein Spieler der Gäste bekam beim Verlassen des Platzes noch den roten Karton gezeigt und hatte anschließend ordentlich Redebedarf. Sein Gebrüll war noch aus der Kabine zu hören. Derweil wirkten die Spieler von Fusion trotz ihrer Aufholjagd enttäuscht vom Ergebnis.

Für den Hauptstadtbolzer und mich war das Spiel ein klasse Spiel und es machte echt Spaß, diesem beizuwohnen.

Nach einem kurzen, gemeinsamen Weg stieg er in den Bus und ich lief nach Hause.

der Kutten König

Aufrufe: 019.6.2022, 20:58 Uhr
Jörn KutschmannAutor