
Die Hoffnung auf eine Überraschung im heimischen Sportpark hielt am 22. Spieltag der Sachsenliga genau 18 Minuten lang. Der SV Lipsia Eutritzsch empfing den Tabellenführer SG Dynamo Dresden II und erwischte einen Auftakt nach Maß. Bereits in der dritten Spielminute vertändelte der Dresdner Torhüter Tristan Thiede im eigenen Strafraum den Ball und brachte Lipsias Erik Wüstner zu Fall. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Tom Kuhn gewohnt sicher zur 1:0-Führung für den Außenseiter.
Doch die Freude der 248 Zuschauer währte nicht lange. Die Dresdner Gäste schüttelten den frühen Schock schnell ab und übernahmen zusehends die Spielkontrolle. In der 21. Minute erzielte Nico Künzel per Kopf den Ausgleich. Kurz vor dem Pausenpfiff, in der achten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte, kam es zur vorentscheidenden Szene: Ein laut Vereinsangaben „schmeichelhafter“ Elfmeterpfiff ermöglichte Rick Wuchrer die Führung für den Favoriten.
Nach dem Seitenwechsel zementierte die Dresdner Reserve ihre Vormachtstellung. Erneut war es Wuchrer, der mit zwei weiteren Treffern (50. und 71. Minute) seinen Hattrick perfekt machte und den Endstand von 1:4 herstellte. Julius Nitzsche, Sportlicher Leiter des SV Lipsia, fand nach der Partie klare Worte für die Leistungsunterschiede auf dem Platz: „Dynamo war sehr dominant und überlegen und hat das Spiel sehr verdient gewonnen.“
In der Tabelle bleibt die Situation für die Eutritzscher nach dieser Niederlage unverändert. Mit 21 Punkten belegt das Team von Trainer Dirk Havel weiterhin den zwölften Rang, während die Reserve der SG Dynamo Dresden ihre Spitzenposition mit nun 53 Zählern festigt. Trotz der deutlichen Niederlage gegen den „haushohen Favoriten“ bleibt für Lipsia die Erkenntnis, dass man gegen den Branchenprimus zumindest phasenweise Paroli bieten konnte, auch wenn der Sieg der Landeshauptstädter, wie Nitzsche resümiert, „sehr verdient“ ausfiel.