
Der CfB Ford Niehl hat eine bewegte Hinrunde hinter sich. Nach einem schwierigen Start mit fünf Niederlagen in Serie ist das Team von Trainer Dogan Oymak (39) deutlich stabiler geworden und überwintert mit 21 Punkten auf Platz neun der Bezirksliga 1. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt komfortable zehn Zähler – ein Polster, das nach den ersten Wochen der Saison kaum vorstellbar schien.
Dabei war der Fehlstart nicht völlig aus der Luft gegriffen. Niehl traf zu Beginn fast ausschließlich auf Spitzenteams wie die SpVg Rheindörfer, Deutz 05, DJK Südwest oder den SV Schönenbach. Dennoch blieb die Ausbeute ernüchternd. Der Wendepunkt folgte Anfang Oktober im Kreispokal: Mit einem 6:0-Auswärtssieg beim SC Holweide platzte der Knoten. In der Liga folgten vier Siege, insgesamt blieb Niehl acht Pflichtspiele in Serie ungeschlagen.
Trainer Dogan Oymak ordnet die Entwicklung bewusst ein. „Uns war von Anfang an bewusst, dass wir diesen Weg ganz bewusst gehen und dass er eine große Herausforderung werden würde“, sagt er rückblickend. Der Kader wurde im Sommer stark verjüngt, mehrere Spieler rückten direkt aus der A-Jugend auf. „Das braucht Zeit – und diese Zeit haben wir ihnen auch gegeben.“ Die Entwicklung stimme ihn optimistisch: „Die Entwicklung, die viele Spieler im Laufe der Hinrunde genommen haben, ist absolut positiv und macht Hoffnung auf mehr.“
Trotz der positiven Serie blickt Oymak kritisch auf die nackten Zahlen. „Insgesamt bin ich mit der Vorrunde zufrieden, auch wenn ich der Meinung bin, dass wir sportlich gesehen rund neun Punkte zu wenig auf dem Konto haben“, betont er. Ein wesentlicher Grund dafür lag in den personellen Problemen, die Niehl über weite Strecken begleiteten.
„Die personelle Situation war in der Hinrunde sehr angespannt“, erklärt der Coach. Tatsächlich lief der CfB in jedem Spiel mit einer anderen Startelf auf. „Wenn man Woche für Woche mit neuen Partnern auf dem Platz steht, fehlen zwangsläufig die Automatismen.“ Hinzu kam, dass Niehl lange Zeit ohne gelernten Stürmer auskommen musste. Umso größer ist Oymaks Anerkennung für seinen Kapitän: „Was unser Kapitän Akin Bilgül dabei als Backup-Stürmer geleistet hat, ist überragend. So einen Spieler in den eigenen Reihen zu haben, macht mich extrem glücklich.“
Mit Blick auf die Rückrunde bleibt der Trainer realistisch. Die Liga ist eng, die Abstände gering. „Mit ein paar Punkten bist du schnell in den Top 5, nach unten kann es aber genauso schnell gehen“, weiß Oymak. Man woll früh die nötigen Punkte einfahren, um den Blick nicht nach unten richten zu müssen. Gelinge es, die personelle Stabilität zu verbessern, wolle man sich „in der oberen Tabellenhälfte festsetzen“.
Personell gibt es dafür gute Nachrichten. Mehrere Leistungsträger stehen vor dem Comeback. „Mit Emre Gölükcetin kehrt viel Power in die Offensive zurück“, so Oymak. Auch Reduan Hamdani mache Fortschritte, Fabian Apel und Yannick Zierden sollen im Februar wieder einsteigen, Alexandros Zachos arbeite „extrem hart an seinem Comeback“. Zudem erhalten drei A-Jugend-Spieler fest einen Platz im Kader der ersten Mannschaft.
Auch auf dem Transfermarkt war Niehl aktiv. Mit Alexander Runkel kommt ein Rückkehrer mit Landesligaerfahrung, der die Offensive beleben soll. Luke Lachenicht bringt laut Oymak „sowohl defensiv als auch offensiv viel Power“ mit. Ergänzt wird der Kader durch René Clemens und Daniel Dabla aus der zweiten Mannschaft sowie durch Nico Hoffmann, der aus der Westfalenliga kommt und der Defensive zusätzliche Stabilität verleihen soll. „Einen weiteren Offensivspieler haben wir noch in der Hinterhand, dazu kann ich aktuell aber noch nichts Konkretes sagen“, verrät Oymak.
Demgegenüber stehen einige Abgänge. Bilal Teftazani, Mateo Alpeza, Hazim Jusic und Georgi Tomov wechseln in die zweite Mannschaft, um Spielpraxis zu sammeln. Verlassen haben den Verein Yasin Özcakal, Paul Kuschmann, Simone Perri und Yannick Diaby.
Unterm Strich startet der CfB Ford Niehl mit einem guten Gefühl in die Rückrunde. Der schwierige Start ist aufgearbeitet, die Entwicklung zeigt nach oben – und mit zunehmender personeller Stabilität soll der eingeschlagene Weg in der Rückrunde konsequent fortgesetzt werden.
