
Die Gruppenliga-Saison ist beendet – und aus nordhessischer Sicht brachte der letzte Spieltag noch einmal deutliche Ausschläge. Die SG Niederaula/Kerspenhausen erledigte ihre Aufgabe in Künzell eindrucksvoll und durfte den Klassenerhalt feiern. Der ESV Hönebach verabschiedete sich mit einem späten Auswärtssieg aus der Liga, während die SG Aulatal in Sickels einen bitteren Schlusspunkt unter eine dennoch starke Saison setzte.
Unter Druck geliefert
Die SG Niederaula/Kerspenhausen hat den letzten Schritt aus eigener Kraft gemacht. Beim TSV Künzell gewann die Mannschaft von Ernest Veapi mit 5:2 und beseitigte damit alle Zweifel am Klassenerhalt. Nach einer Saison mit Höhen, Rückschlägen und nervenaufreibenden Wochen im Tabellenkeller war es ein Abschluss, der kaum klarer hätte ausfallen können.
Schon früh stellte Robin Sorg mit dem 1:0 die Weichen, auch wenn Sebastian Körner kurz darauf für Künzell ausglich. Doch Niederaula ließ sich nicht aus der Bahn werfen. Kurz vor der Pause brachte Nikolai Shustikov die Gäste erneut in Führung – ein Treffer, der dem Aufsteiger sichtlich Sicherheit gab. Nach dem Seitenwechsel zog Niederaula durch Szymon Chomicz und erneut Shustikov auf 4:1 davon. Louis Winkow verkürzte zwar noch einmal, doch Moritz Ickler setzte in der Schlussphase den Schlusspunkt.
Damit krönte Niederaula eine schwierige, aber letztlich erfolgreiche Saison. Nach dem 9:0 gegen Neuenstein hatte die SGNK bereits eine hervorragende Ausgangslage, in Künzell bestätigte sie diese mit einer reifen Leistung. Der Aufsteiger bleibt in der Gruppenliga – und hat sich diesen Klassenerhalt am Ende selbst erarbeitet.
Böser Abschied
Ganz anders verlief der letzte Spieltag für die SG Aulatal. Beim 1:8 in Sickels kassierte der Tabellenzweite eine herbe Niederlage und verabschiedete sich mit einem Auftritt aus der Saison, der nicht zum insgesamt starken Jahr passte.
Dabei begann die Partie sogar verheißungsvoll. Aurelius Röth brachte Aulatal bereits in der sechsten Minute in Führung. Danach aber übernahm Sickels, das den Klassenerhalt aus eigener Kraft sichern wollte, vollständig die Kontrolle. Daniel Wilde glich aus, Pit Küllmer und Tobias Henkelmann drehten die Partie, ehe Wilde noch vor der Pause auf 4:1 stellte.
Nach dem Seitenwechsel wurde es für Aulatal noch bitterer. Sickels spielte wie entfesselt, Oliver Siegfried bereitete über die Außenbahn immer wieder gefährliche Szenen vor, und in der Schlussphase schrieb Joker Jonathan Sawatzky seine eigene Geschichte. Der A-Jugend-Torjäger erzielte binnen acht Minuten einen lupenreinen Hattrick und verwandelte den Nachmittag endgültig in eine Klassenerhaltsfeier der Gastgeber.
Für Aulatal war es ein ernüchternder Abschluss. Die Mannschaft von Martin Friedrich hatte über weite Strecken der Saison zur Spitzengruppe gehört und Rang zwei lange behauptet, doch die letzten Wochen waren wechselhaft. Der Abschied des Trainers fiel sportlich deutlich schmerzhafter aus als erhofft.
Kein Mitleid im Spiel
Der ESV Hönebach hat sich trotz feststehendem Abstieg anständig aus der Gruppenliga verabschiedet. Beim SV Großenlüder gewann die Mannschaft von Olaf Gabriel durch einen späten Treffer von Tom Ebeling mit 1:0 und spielte damit noch einmal eine wichtige Rolle im dramatischen Tabellenkeller.
Großenlüder kämpfte um den Klassenerhalt und musste lange hoffen, zumindest über die Relegation noch eine Chance zu bekommen. Weil die Konkurrenz jedoch ebenfalls punktete und Hönebach in der Schlussphase zuschlug, war der Abstieg der Teutonia besiegelt. Für Großenlüder bedeutete das nach 18 Jahren Gruppenliga-Zugehörigkeit einen besonders bitteren Einschnitt.
Hönebach dagegen bestätigte noch einmal den Eindruck der vergangenen Wochen. Die Hinrunde war zu schwach gewesen, um den Abstieg noch zu verhindern, doch in der Rückrunde präsentierte sich der ESV deutlich stabiler und konkurrenzfähiger. Der Sieg in Großenlüder war ein passender Beleg dafür, dass die Mannschaft die Saison nicht austrudeln ließ.
Nichtantritt
Die SG Neuenstein beendet ihre Gruppenliga-Saison nicht auf dem Platz. Weil der FSV Thalau zum letzten Spieltag nicht antritt, dürfte die Partie für den dann Tabellen-15. gewertet werden. Die Punkte bekommt Neuenstein damit voraussichtlich zugesprochen – die Möglichkeit, sich sportlich aus der Gruppenliga zu verabschieden, bleibt dem Absteiger jedoch verwehrt.