
Natürlich muss David Bechtel etwas bremsen. "Es kann im Fußball immer sehr schnell gehen und zwar in alle Richtungen", sagt der Spielertrainer des TSV Reichartshausen, weiß aber auch, "dass sieben Punkte Vorsprung schon ein ganz ordentliches Polster sind."
Nach dem 6:3-Coup vor zwei Wochen gegen den SC Siegelsbach und damit gegen einen der härtesten Konkurrenten, gab es bereits erste Glückwünsche in Richtung Reichartshausen. "Da gebe ich allerdings nicht so viel drauf", so Bechtel, der sich und seine Mannschaft keinesfalls einlullen lassen will. Vielmehr gilt es den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und wenn die Grün-Weißen das konzentriert tun, wird er automatisch zu einem großen Erfolg am Saisonende führen.
Vergangenes Wochenende hatten die TSVler jedoch frei und durften aus der Ferne beobachten, wie sich die Konkurrenten aus der Spitzengruppe schlugen. Da es bislang gegen jeden ein Pflichtspiel gab, versucht sich Bechtel an einer Einordnung der Kontrahenten und sagt: "Siegelsbach und Eichelberg/Landshausen würde ich ähnlich stark einschätzen und daher glaube ich, dass sie uns am längsten beschäftigen werden."
Für den 36-Jährigen ist die Umstellung von der Verbands- zur Kreisklasse B persönlich gar nicht mal so groß, wie man hätte vermuten können. "Ich habe auch in höherklassigen Mannschaften erlebt, dass Richtung Winterpause die Trainingsbeteiligung beim kalten Wetter etwas nachgelassen hat", schmunzelt er. Was jedoch unbestritten gilt: "In der B-Klasse nimmt der Fußball für den einzelnen natürlicherweise nicht den hohen Stellenwert ein wie in der Verbandsliga." Damit hat sich der Edeltechniker, clever wie er ist, rasch arrangiert, wobei 13 Spiele ohne Niederlage eine große Hilfe dabei sind.
Nach dem freien Wochenende müssen die Reichartshausener noch zweimal ran, am Sonntag beim VfB Epfenbach II und sieben Tage darauf beim SV Ehrstädt. "Das wird alles andere als ein Selbstläufer, dazu ist es ein Lokalduell und ich erwarte, dass von Anfang an Feuer drin sein wird", sagt Bechtel vor dem Derby mit den Epfenbachern, die sich als beste zweite Mannschaft in einer bestechenden Verfassung befinden.
Das erste Zwischenfazit nach einem halben als Coach des TSV kann angesichts der starken Ausbeute nur positiv ausfallen. Deshalb überrascht es nicht, wenn Bechtel sagt: "Die Jungs haben schnell verstanden was ich von ihnen wollte und es dementsprechend verinnerlicht. Insgesamt gibt es wenig auszusetzen, aber ich darf sie jetzt auch nicht zu sehr loben, sonst bekommen sie noch Oberwasser."
Die nahende Winterpause dient der Regeneration, wenngleich das angesichts der bisherigen Vorstellungen kaum nötig erscheint. Personell sind darüber hinaus keine Änderungen geplant, es sieht sehr danach aus, dass der Herbst- und Wintermeister – diese beiden inoffiziellen Titel stehen bereits fest – unverändert in die zweite Halbserie starten wird.