2026-06-03T09:07:03.210Z

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„Nicht zu viel reden“ - ein Sieg fehlt Neuwerk zum Aufstieg

Bezirksliga: Am letzten Spieltag reicht den Sportfreunden Neuwerk ein Sieg beim 1. FC Viersen zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die Landesliga. Allerdings geht es auch für Viersen noch um etwas. Neuwerks Trainer Dony Karaca gibt Einblicke, wie seine Mannschaft das entscheidende Spiel angeht.

von Daniel Brickwedde · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
Die Sportfreunde wollen den Aufstieg
Die Sportfreunde wollen den Aufstieg – Foto: Markus Verwimp

Für das besondere Spiel haben sich die Sportfreunde Neuwerk etwas Besonderes einfallen lassen. „Alle in Blau nach Viersen“ lautet die Aktion, die der Verein in dieser Woche auf Instagram veröffentlicht hat. Mit zwei Busfahrten will Neuwerk seine Anhänger zum Auswärtsspiel am Sonntag (15:30 Uhr) nach Viersen bringen, damit am Hohen Busch reichlich Unterstützung vorhanden ist. „Jetzt zählt jede Stimme, jeder Fan und jede Unterstützung“, schreibt der Verein dazu. Ach ja, und ein Dresscode ist vorgeschrieben: alle in Blau.

Trainer Dony Karaca hat versucht, all das von sich und der Mannschaft abzublocken. Bloß keine unnötige Aufregung. „Organisatorisch sind wir komplett raus. Ich gehe den normalen Weg wie in den vergangenen Wochen auch“, sagt Karaca. Die Bedeutung des Spiels lässt sich allerdings kaum kleinreden: Mit einem Sieg springt Neuwerk auf Platz eins, feiert die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga. Denn Konkurrent OSV Meerbusch, aktuell noch um zwei Punkte besser notiert, hat bereits alle seine 32 Saisonspiele bestritten und muss am Wochenende tatenlos zuschauen. Matchball für Neuwerk.

Zuletzt gab es nur Endspiele für Neuwerk

Was nach Aussage von Karaca hilft: „Wir hatten ja auch in den letzten Wochen immer wieder Endspiele.“ Neuwerk liegt seit vielen Wochen auf Schlagdistanz zu Meerbusch und durfte sich keinen Ausrutscher erlauben. Nach der Niederlage im direkten Duell im April (1:2) gab es zuletzt sechs Siege für die Sportfreunde in Serie. Das sollte Sicherheit geben.

Knifflig wurde es am vergangenen Wochenende beim Heimspiel gegen TuS Wickrath – unter anderem befanden sich Spieler des OSV Meerbusch unter den Zuschauern, um Neuwerks Gegner anzufeuern. Und tatsächlich wackelte die Partie kurzzeitig für Neuwerk beim 1:1-Ausgleich des TuS in der 58. Minute. „Da hatten wir kurz einen Atemstillstand, es wurde ruhig – aber die Mannschaft ist mittlerweile so erfahren, dass sie ruhig geblieben ist“, sagt Karaca. In der Schlussviertelstunde führten zwei Treffer zum 3:1-Sieg für Neuwerk.

Nun wartet am letzten Spieltag allerdings ein Gegner, der ebenfalls unter Ergebnisdruck steht. Am anderen Ende der Tabelle hofft der 1. FC Viersen noch auf den Klassenverbleib. Entsprechend haben die Verantwortlichen in Viersen ebenfalls einen Aufruf gestartet – nur in anderer Farbe: „Alle in Rot“ lautet die Aktion des Vereins.

Für Viersen ist die Situation im Abstiegskampf schwierig

Die Ausgangslage für Viersen, derzeit auf dem Relegationsplatz der Bezirksliga, ist hingegen etwas ernüchternder als für Neuwerk. Ein Sieg allein würde den Viersenern nicht reichen, denn zusätzlich darf Union Nettetal II im Fernduell keinen Dreier holen. Zwar sind Viersen und Nettetal II aktuell punktgleich, aber Unions Reserve hat den direkten Vergleich auf ihrer Seite. Und zum Pech von Viersen trifft Nettetal mit Türkiyemspor auf einen Gegner, der längst abgestiegen ist, und in den vergangenen Wochen wenig anbot, was nach Bezirksliga-Fußball aussah. Zuletzt gab es für Türkiyemspor 17 Gegentore in drei Partien. Wenn Nettetal also gewinnt, ist das eigene Ergebnis für Viersen tabellarisch irrelevant.

Ohnehin gilt Neuwerk als Favorit im Duell mit Viersen. Karaca legt Wert darauf, die Abläufe wie in den vergangenen Wochen beizubehalten. Am Freitag stand ein Abschlusstraining an: ein bisschen Detailarbeit, lockeres Anschwitzen. „Wir werden im letzten Training nicht die Bäume ausreißen. Die Mannschaft ist gut fokussiert, hat sehr gut gearbeitet – auch am Dienstag und in den letzten Wochen“, sagt Karaca.

In Neuwerk soll beim Aufstieg die Feier im Vereinsheim weitergehen

Mit all seiner Erfahrung weiß er, was es in einer solchen Ausnahmesituation braucht. „Als Spieler bist du irgendwann nicht mehr aufnahmefähig. Wichtig ist: nicht zu viel reden, nicht mit Informationen bombardieren. Lockerheit reinbringen. Auch im Training nicht versteift sein, sondern locker bleiben. Die Mannschaft weiß, worum es geht. Da muss man als Trainer nichts aufblähen“, so der Trainer. Wichtig sei ihm, während des Spiels ruhig zu bleiben. Denn mit dem hohen Zuschaueraufkommen und der Bedeutung der Partie erwartet Karaca „ein brisantes Spiel“.

Ebenfalls Teil der Neuwerker Fanaktion: Hinterher sind eine gemeinsame Rückfahrt und ein „Umtrunk“ im Neuwerker Vereinsheim geplant. Bestenfalls aus Neuwerker Sicht mit einem Sieg, der Meisterschaft und der Vorfreude auf die Landesliga. Zuletzt spielte der Verein 2004 in der Landesliga.