F: Nückel/Steinmann
F: Nückel/Steinmann

Wettbewerbsverzerrung durch zweite Mannschaften?

Immer wieder erhalten zweite Mannschaften zum Ende der Saison Unterstützung aus der Ersten, zum Unmut der anderen Vereine

Beim Berliner SC wollte man auf Nummer sicher gehen. Ob Dominique Leitner, Nelson Antoniofrancisco, Sascha Jahnke oder Emre Önal, Torjäger Salavatore Rogoli oder Louis Arnst. Sie alle kamen beim Saisonendspurt in der zweiten Mannschaft zum Einsatz und halfen dabei mit, den Klassenerhalt der Reservemannschaft zu sichern. Während die einen nach zehn Punkten aus den letzten fünf Spielen feierten, blickte man beim Adlershofer BC hingegen nach dem letzten Spieltag in leere Gesichter.

Geschichte wiederholt sich, bereits im vergangenen Jahr halfen Spieler der ersten Mannschaft in der heißen Phase der Saison aus, prompt besiegte die Mannschaft Spitzenteams wie den SC Gatow und Hilalspor Berlin. Berliner SC II rettete sich somit über den Strich und ließ die Aufstiegsträume von Hilalspor endgültig platzen.

Der Berliner SC ist in dieser Hinsicht nicht das einzige Beispiel. Auch der VfB Hermsdorf sicherte der zweiten Mannschaft im vergangenen Jahr durch einen Block-Austausch der zweiten Mannschaft den Klassenerhalt. Auch der BFC Dynamo schickt Vertragsspieler in die Landesliga um Spielpraxis zu sammeln.

Adnan Tuc, Vorsitzender bei Hilalspor Berlin, äußert sich gegenüber FuPa Berlin verärgert zu dieser Hilfe: „Es ist ungerecht, dass in entscheidenden Phasen der Liga Teamkollegen aus der 1.Herren die 2.Herrenmannschaften verstärken. Im letzten Jahr waren wir betroffen. Der Berliner SC II hatte im letzten Spiel sämtliche Spieler der 1.Männer spielen lassen, in diesem Jahr traf es andere Mannschaften“. Dazu ergänzt er: „Es muss eine neue Regelung gefunden werden.“

Er hat dabei nicht Unrecht, teilweise beeinflussen die Mannschaften den Wettbewerb. Durch die Unterstützung der ersten Mannschaft stehen ihnen neue Ressourcen zur Verfügung, andere betroffene Teams können nicht reagieren. Doch wie sollen die neuen Regelungen aussehen? Wie kann man jungen, talentierten Spielern, die während der Saison zwischen erster und zweiter Mannschaft hin und her pendeln, weiterhin die Möglichkeit bieten Spielpraxis zu sammeln? Wo können sich langzeitverletzte ihre notwendige Matchpraxis holen ohne ins kalte Wasser geschmissen zu werden?

Die Ideen dazu sind noch nicht ganz ausgereift. Tuc meint: „Ab der Rückrunde sollten alle Spieler der 1.Mannschaft nicht mehr bei der 2.Mannschaft spielen“, wird dann konkreter „Alle Spieler die mehr als 10 Einsätze bei der 1.Mannschaft haben sollten dann als 1.Mannschaftspieler gelten.“ Auch für verletzte Spieler hat er einen Vorschlag: „Verletzte Spieler die eine längere Pause als 10 Spiele bei der 1.Mannschaft haben dürften eingesetzt werden.“

Es sind Möglichkeiten, die Wettbewerbsverzerrung zum Saisonende einzudämmen. Doch inwiefern sie umzusetzen sind, bleibt zu klären. Solange keine neue Regelung getroffen wird, wird es auch im kommenden Jahr zu Beeinflussungen zum Saisonende kommen.

Aufrufe: 020.6.2018, 08:50 Uhr
FuPa BerlinAutor

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