Der FC Vorwärts Röslau war bei seinem Weiden-Debüt das Maß aller Dinge.
Der FC Vorwärts Röslau war bei seinem Weiden-Debüt das Maß aller Dinge. – Foto: Dagmar Nachtigall

Newcomer Röslau trumpft in Weiden groß auf

»Es bestand nie ein Zweifel«: Der Landesligist aus dem Fichtelgebirge lässt die Konkurrenz hinter sich – Titelverteidiger Pfreimd verliert das Finale, Weiden landet auf der Vier

Geschätzte 1.300 Zuschauer, ein fantastischer Turniertag mit allem was dazugehört, und ein Newcomer, der es der Konkurrenz bei seinem Debüt zeigte – das waren die Zutaten des Ziegler Group Karriere-Cups in der Mehrzweckhalle Weiden. Jubelnder Triumphator: Der FC Vorwärts Röslau. Eine Niederlage in der Gruppenphase avancierte zum „Brustlöser“ für den Nordost-Landesligisten aus dem Fichtelgebirge. Er zog im Anschluss erst souverän ins Halbfinale ein, ehe er Ettmannsdorf sowie im Finale Titelverteidiger Pfreimd keine Chance ließ. Der gastgebenden SpVgg SV Weiden blieb als Vierter nur die „Blechmedaille“.

Einer steht ab sofort als Spieler wie als Trainer in der Siegerliste des Weidener Budenzaubers. Nämlich Röslaus Coach Andreas Lang, der das Turnier als Aktiver mit dem SV Mitterteich schon einmal gewonnen hatte. „Wir haben im gesamten Turnierverlauf – das Spiel gegen die SpVgg Weiden ausgeklammert – einen hervorragenden Hallenfußball gezeigt und verdient das Turnier gewonnen. Sowohl im Halbfinale als auch im Finale war nie ein Zweifel, dass wir es nicht gewinnen“, unterstrich Lang die tolle Körpersprache seiner Schützlinge. Das Event bezeichnete der 43-Jährige als „für alle Seiten gelungen“. Derweil verpasste Landesligist Pfreimd die Titelverteidigung knapp. „Gehen wir im Finale in Führung, gewinnen wir es auch“, stand für SpVgg-Spielertrainer Bastian Lobinger fest.

Nein, das Hallenturnier in der Weidener Mehrzeckhalle hatte nichts vom Glanz alter Tage verloren. Es war wieder einmal ein Spektakel sondergleichen. Wer nicht rechtzeitig zum ersten Gruppenspiel in der Halle war, musste mit einem der „unliebsamen“ Stehplätzen neben den beiden Toren vorliebnehmen. Auch der Jugendraum im Obergeschoss war gerammelt voll. Hallenmüdigkeit in der Nordoberpfalz? Von wegen! Ein buntes Rahmenprogramm inklusive Tombola, einer bunt beleuchteten Hallendecke, einer Tanzeinlage zwischen Gruppen- und Finalspielen und vieles Weitere versüßte den Zuschauern diesen kurzweiligen Turniertag.

Die Vertreter der Vereine bei der Siegerehrung: In der Mitte zeigt Röslau-Trainer Andreas Lang stolz den Siegerpokal.
Die Vertreter der Vereine bei der Siegerehrung: In der Mitte zeigt Röslau-Trainer Andreas Lang stolz den Siegerpokal. – Foto: Florian Würthele


Sportlich machte der erstmals verlegte Kunstrasen zwar was her, sorgte andererseits jedoch aus Sicht der Spieler für eine etwas geringere Standfestigkeit. In den Augen vieler kristallisierte sich der SV Schwandorf-Ettmannsdorf als ein Turnierfavorit heraus, nachdem er die Gruppenphase verlustpunktfrei überstanden hatte. Darüber hinaus ließen die meisten erzielten Tore (zehn) – inklusive eines Torwarttores von SVSE-Keeper Wolfgang Hesl – wenige Zweifel daran, dass der weitere Weg nur über den Landesligisten gehen würde. In der Ettmannsdorfer Gruppe B schaffte es auch Titelverteidiger Pfreimd (4 Punkte), wenngleich mit mehr Mühe, in die Vorschlussrunde. Grafenwöhr (3) und Mitterteich (1) blieben auf der Strecke. Immerhin glückte Daniel Tarchila von den „Garnisonsstädtern“ die wohl schönste Bude der Gruppenphase, einem Kopfballtor aus dem Lauf heraus.

Derweil zeigte die gastgebende SpVgg SV Weiden leichte Anfangsschwierigkeiten, startete sie doch in der Gruppe A nur mit einem Remis gegen Etzenricht. Doch berappelte sich der Bayernligist um seinen auftrumpfenden Fünffachtorschützen Sven Kopp und jubelte nach Siegen über Röslau und Weiden-Ost übers Weiterkommen – ebenso wie der einzige nicht oberpfälzische Vertreter aus Röslau (Landkreis Wunsiedel). Der FC Vorwärts spielte einen souveränen Stiefel herunter und gewann seine anderen beiden Spiele zu Recht. Die Bezirksliga-Vertreter von Weiden-Ost (3) und Etzenricht (1) bissen in den „sauren Apfel“.

Zum besten Torjäger avancierte Sven Kopp von der Spielvereinigung Weiden, der es auf fünf Einschüsse brachte. Dicht gefolgt von Pfreimds Spielertrainer Bastian Lobinger (vier). Die Wahl des besten Torhüters ging an Wolfgang Hesl von Schwandorf-Ettmannsdorf. Last but not least wurde Kaan Gezer von Turniersieger Röslau zum besten Spieler des Turniers gekürt. Und so liefen die Finalspiele:


Finale

Pfreimd – Röslau 1:5 (0:2): Ein offenes Hin und Her während der ersten Minuten, doch nach dem 2:0 in der neunten Minute – einem überfallartigen Angriff – war die Geschichte im Grunde entschieden. Röslau jetzt mit Körpersprache und Kopf obenauf, ließ nichts mehr anbrennen. Tore: 0:1 Mustafa Onarici, 0:2 Lukas Lichtblau, 0:3 Kaan Gezer, 0:4 Tobias Benker, 0:5 Maximilian Herzog, 1:5 Ertac Tonka

Um Platz 3

SpVgg Weiden – SAD-Ettmannsdorf 3:4 nach Neunmeterschießen (1:1): Ettmannsdorf war überlegen, musste zehn Sekunden vor der Schlusssirene allerdings den Ausgleich hinnehmen. Mit zwei Paraden im Neunmeterschießen bescherte Tormann Wolfgang Hesl dem SVSE dann doch die „Bronzemedaille“. Tore: 0:1 Jeremy Schmidt, 1:1 Martin Ruda



Halbfinale

SpVgg Weiden – Pfreimd 1:4: Permanent suchte Pfreimd den Abschluss – was von Erfolg gekrönt war. Ein Torwarttor brachte die SpVgg kurzzeitig auf ein Tor heran, insgesamt war es jedoch ihr Gegner, der klüger agierte. Tore: 0:1 Maximilian Herzog, 0:2 Bastian Lobinger, 1:2 Lukas Kycek, 1:3 Johannes Blödt, 1:4 B. Lobinger

Röslau – SAD-Ettmannsdorf 4:0: Souveräne und effiziente Vorstellung Röslaus. Ettmannsdorf fand keine Mittel und blieb noch dazu glücklos vorm gegnerischen Tor. Tore: 1:0 Tobias Benker, 2:0 Sebastian Knoblauch, 3:0 Berkan Kurdoglu, 4:0 Knoblauch

Um Platz 7

Etzenricht – Mitterteich 1:2: Tore: 0:1 Mauricio Göhlert, 1:1 Stephan Herrmann, 1:2 Göhlert

Um Platz 5

Weiden-Ost – Grafenwöhr 6:4 n. N. (3:3): Tore: 0:1 René Wächter, 1:1 Florian Schrepel, 1:2 Johannes Kopp, 2:2 Schrepel, 2:3 Daniel Tarchila, 3:3 Noah Forster

Aufrufe: 028.12.2022, 21:40 Uhr
Florian WürtheleAutor