
Arian Gerguri, Trainer des Rheydter SV, war sich nach der Partie sicher: „Das Spiel geht leider in der ersten Halbzeit verloren.“ Bis zum Halbzeitpfiff hatten sich die Sportfreunde Neuwerk bereits eine komfortable 3:0-Führung erspielt. Damit lagen sie früh auf Kurs, auf der heimischen Anlage am Gathersweg den Pokal zu holen.
Denn das Finale fand erstmals seit vielen Jahren nicht auf der Anlage in Neersbroich statt. Außerdem wurde der traditionelle Termin am Ostermontag um zwei Tage nach vorne verschoben – das Endspiel fand bereits am Samstag statt. Rund 500 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen zum Finaltag – und erlebten, wie die Partie nach der Pause noch einmal unerwartet spannend wurde.
Bis zur Halbzeit dominierte der klassenhöhere Bezirksligist die Partie. „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel klar bestimmt, sind gut hineingekommen und haben schöne Tore geschossen. Das 3:0 zur Halbzeit war verdient. Wir haben nur sehr wenig zugelassen und das Spiel gut kontrolliert“, sagte Neuwerks Trainer Dony Karaca nach der Partie.
Bereits in der 2. Minute gingen die Sportfreunde nach einem Eckstoß in Führung: Gian-Luca Mermann traf per Kopf. Die weiteren Tore fielen nach sehenswerten Distanzschüssen – „sogenannte Sonntagsschüsse, wie man so schön sagt“, musste selbst RSV-Trainer Arian Gerguri anerkennen. In der 26. Minute zog Lasse Buschmann von außerhalb des Strafraums ab und setzte den Ball unhaltbar für RSV-Torhüter Oguz Aydin Ürkmez in den Winkel. Eine knappe Viertelstunde später brachte Berkan Dursun einen weiteren Distanzschuss ebenfalls unhaltbar im Tor unter.
Doch nach Wiederanpfiff tat den Neuwerkern der beruhigende Vorsprung offenbar nicht gut. Das erkannte auch Trainer Dony Karaca: „Wir haben das 3:0 zu sehr als Sicherheit gesehen und waren nicht mehr so entschlossen in den Zweikämpfen.“ Stattdessen bestimmte der Rheydter SV nun die Partie, kam zu mehreren Chancen, ließ die ersten jedoch ungenutzt.
In der 60. Minute traf Florian Vitia zum 1:3. In der 86. Minute verkürzte der RSV nach einem verwandelten Handelfmeter durch Melih Karakas auf 2:3. „Mit dem Elfmetertor wurde es brenzlig, wir mussten uns neu sortieren“, sagte Karaca.
In der Schlussphase warf Rheydt alles nach vorne, selbst Torhüter Oguz Aydin Ürkmez rückte mit auf. Neuwerk nutzte die Räume in der Nachspielzeit: Der eingewechselte Dominik Klouth traf vor dem leeren Tor zum 4:2 und sorgte für die Entscheidung.
Karacas Fazit: „Letztendlich ist es egal, wie wir gespielt haben – der Pokal zählt. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Die Feierlichkeiten werden wir bis in die späten Stunden ziehen.“
Zuletzt gewannen die Sportfreunde 2022 den Pokal: Im Finale setzten sie sich klar mit 5:2 gegen Victoria Mennrath durch. Es war damals Karacas erste Saison in Neuwerk.
RSV-Trainer Arian Gerguri sprach nach der Partie von einem „schönen und würdigen Finale“. Auf die Leistung seiner Mannschaft im gesamten Wettbewerb sei er „mega stolz“. Im Halbfinale hatte der RSV immerhinden Bezirksligisten SpVg Odenkirchen besiegt.
Im Endspiel haderte Gerguri allerdings mit einigen Schiedsrichterentscheidungen. So habe der Unparteiische im ersten Durchgang ein Handspiel eines Neuwerkers im Strafraum übersehen – für Gerguri ein klarer Handelfmeter. Zudem mussten nach Angaben des RSV-Trainers drei Spieler später im Krankenhaus behandelt werden: Mohamedyasine Belhamri mit einer Bänderverletzung sowie Aleksandar Milenovic und Vitali Kwitko jeweils mit einer Schulterverletzung.
„Ich würde mir vom Kreisverband in Zukunft wünschen, dass ein Schiedsrichter pfeift, der laufstärker ist und die vielen Wege mitgeht“, sagte Gerguri. Der Schiedsrichter habe die Partie aus seiner Sicht nicht im Griff gehabt.
Ein Spiel um Platz drei gab es hingegen nicht. Nach dem Rückzug des SV Lürrip aus der Bezirksliga verlor die Mannschaft auch die Berechtigung zur Teilnahme an diesem Spiel. Damit gewann die SpVg Odenkirchen kampflos am grünen Tisch mit 2:0 und zog in den Niederrheinpokal ein.