
Mit Nachwuchsspielern und zwei ehrgeizigen Coaches in die Zukunft: Der TSV Neutraubling richtet sich nach dem dritten Abstieg in Folge – von der Landesliga ging es im Eiltempo hinab in die Kreisklasse – neu aus. Eigene Jugendspieler sollen künftig den Grundstock der ersten Herrenmannschaft bilden. Die zuletzt schmerzlich vermisste Kontinuität soll wieder Einzug finden im Spielerkader. Trainiert wird das stark verjüngte Team ab sofort vom erfahrenen Wojciech Ploskon. Als spielender Co-Trainer steht ihm der 30-jährige Enis Saramati zur Seite.
Nach längerer Suche konnte in Ploskon ein geeigneter Nachfolger für Blazej Majewski (künftig U13-Trainer beim SSV Jahn) gefunden werden. Er soll der Navigator für Neutraublings Neustart in der Kreisklasse 1 werden. Sicherlich kein einfaches Unterfangen. Der Pole coachte zuletzt den ASV Holzheim, war zuvor bei Türk Genclik Regensburg und Diesenbach tätig.
Abteilungsleiter Alexander Eirich hat ein gutes Bauchgefühl: „Wojciech hat Erfahrung, kennt den Kreisklassenfußball und bringt als Inhaber der A-Lizenz viel mit.“ Mit seiner gesammelten Erfahrung als Linientrainer ist Ploskon ein guter Gegenpol zu Co-Trainer Saramati, der bislang noch keine Trainererfahrungen sammelte. Letzte Saison war der ehemalige Donaustaufer und Weidener verletzungsbedingt längere Zeit außen vor. „Enis wird mit seinen fußballerischen Qualitäten und seiner Menschlichkeit in Zukunft sicherlich ein guter Trainer, möchte aktuell aber gern mit einem erfahrenen Mann zusammenarbeiten, der schon was mitbringt“, so Eirich über das Trainer-Tandem.
Im Gegensatz zu den vergangenen Sommer-Transferperioden verzichten die Neutraublinger künftig auf teure Zugänge. Csaba Kószó (35) vom VfB Straubing ist der einzige externe Neue. Daneben sollen die Routiniers Enis Saramati und Andrzej Moszek vorangehen. Ein, zwei Rückkehrer könnten noch dazustoßen. Ansonsten setzt man beim TSV als Basis voll auf den eigenen Nachwuchs. Viele Spieler aus dem 2006er-Jahrgang werden schon jetzt ins Herrenteam hochgezogen. In den nächsten Jahren sollen weitere Youngsters aus der eigenen Schmiede nachkommen. Wacker-Spartenleiter Alexander Eirich begreift den dritten Abstieg in Folge auch als Chance: „Wir wollen und werden den Weg mit der Jugend gehen. Viele Jugendspieler kommen nach und auch in den kommenden Jahren kommt ein großer Stamm nach. Es wächst im Verein etwas zusammen“, bekräftigt Eirich, der in den ersten Einheiten positive erste Eindrücke gesammelt hat: „Es entsteht wieder eine Mannschaft, die sich mit dem Verein und der Stadt identifiziert. Wir hoffen, dass die Spieler langfristig bleiben.“
Natürlich werden von der blutjungen Mannschaft keine Wunderdinge erwartet. Erfolgsdruck von Vereinsseite gibt es nicht. „Das alles wird seine Zeit dauern. Zumal die Kreisklasse 1 in meinem Augen eine relativ starke Liga ist. Mit 18, 19 Jahren ist es doch schwierig, gegen erfahrene Spieler zu bestehen. Aber wir sind überzeugt davon, dass es der richtige Weg ist und dass wir mit etwas Geduld eine Truppe haben, die aus eigenen Leuten besteht und gleichzeitig genug Qualität mitbringt, um den Neutraublinger Weg irgendwann wieder nach oben zu gehen. So weit denken wir jetzt aber noch nicht“, erläutert Eirich. Das erste Pflichtspiel der Saison bestreitet Neutraublings neuformierte Truppe am morgigen Mittwoch, wenn es zum Pokalspiel nach Leonberg geht. Saisonstart in der Kreisklasse ist dann am 20./21. Juli.