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Neustart in der Kreisliga C für den DSV 04 Lierenfeld

Vor 25 Jahren war der DSV 04 die Nummer zwei der Stadt. Nun erfolgt der Abschied vom Leistungssport.

von RP / Janning, Falk · 04.07.2024, 16:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Hermann Tautrims

Die Ernst-Poensgen-Kampfbahn am Wilhelm-Heinrich-Weg. Ein gewisses Flair versprüht dieser Ort schon. Eine hohe Stein-Haupttribüne, eingebettet in einem Wohngebiet. Im Lokal oben gibt es Gyros von einem frischen Spieß, den man bis runter zur Straße riechen kann. Und dann ist da das Spielfeld. Rasen. Gepflegt, wenngleich auch wenig genutzt, umrandet von einer Aschelaufbahn.

Prunkvolle Vergangenheit

Es ist gerade einmal 25 Jahre her, dass an diesem Ort Viertliga-Fußball gespielt wurde. Der Düsseldorfer SV 04 Lierenfeld. Vom späteren Turu-Mäzen Heinz Schneider gefördert, hielt sich der Verein in den 90ern über Jahre in der Verbandsliga. Erarbeitete sich einen Status als Nummer zwei der Stadt. Willy Baumgärtner spielte hier, der bis heute jüngste DFB-Nationalspieler aller Zeiten. Sein Nationalmannschaftskollege Kurt Bogenhagen. Später dann auch die beiden marokkanischen Nationalspieler Mohamed Amsif und Adil Chihi.

Historisch gesehen ist der DSV 04 nun an seinem Tiefpunkt angelegt. Der Verein muss einen Neustart wagen. In der Kreisliga C. Und wird mit sechs Minuspunkten starten. Der 11. Juni 2023 markiert einen absoluten Wendepunkt in der Historie der Fußballabteilung des DSV 04.

Rückblick: Es ist der 42. und letzte Spieltag der Saison 22/23. Aufgrund der ungeraden Anzahl an Teams hatten die Lierenfelder bereits alle ihre Partien absolviert. Nach einer 1:3-Heimniederlage gegen den SV Hösel ging der Blick also nach Erkrath und zum FC Bosporus. Eins der beiden Teams hätte patzen müssen und der DSV hätte den Klassenerhalt geschafft. Doch so weit kommt es nicht. Bosporus schlägt Hilden-Nord, Erkrath den FC Büderich II. Der DSV 04 stand als Absteiger fest.

Dann der Scherbenhaufen. Das Trainerteam verließ den Verein, die gesamte Mannschaft verließ den Verein. Um überhaupt ein Team stellen zu können, schloss sich der DSV mit dem Platzmieter GSC Hellas zusammen. Die zweite Mannschaft des GSC startete in einer Spielgemeinschaft. Die Bilanz am Saisonende: drei Punkte, ein Torverhältnis von 45:180. Abstieg als abgeschlagener Letzter.

In der Kreisliga C von vorne beginnen

Nun also der Neustart. In der kommenden Saison wird der Verein eine neue Mannschaft in der Kreisliga C melden. Aber: Es ist gleichzeitig ein Abschied vom Leistungsfußball. Von Aufwandsentschädigungen, Prämien und Fahrtgeld. Dafür ein neues Breitensportprojekt. Vorstandsmitglied Rüdiger Suhr: „Es ist ein Freundeskreis, dessen Motivation mehr daraus besteht, Fußball zu spielen und Spaß zu haben.“

Sportliche Erwartungen an eine schnelle Rückkehr in den Bereich Kreisliga A, Bezirksliga, gibt es nicht. Die neue Truppe soll sich finden und Spaß haben. Die Spieler sind aus Freundesgruppen von Eller 04 II, vom Post SV und dem TuS Nord zusammengekommen. Und nachdem die SG DSV/Hellas in der abgelaufenen Saison nach dem 1. Mai zweimal nicht angetreten ist, wird die Mannschaft des neuen Trainers Ralf Borgwardt ohnehin mit sechs Minuspunkten an den Start gehen müssen.

Ben Zich, U23-Torhüter bei der Fortuna, wird als Co-Trainer fungieren. Sollte sich sportlich etwas entwickeln, würde der Vorstand um Suhr aber „nichts bremsen“: „Was ich bisher gesehen habe, wie sie ins Training kommen und miteinander umgehen, stimmt mich freudig.“ Suhr weiter: „Wir waren in den vergangenen Jahrzehnten verwöhnt. Da hatte Heinz Schneider seinen Anteil, danach ging es so lala weiter. Der Fußball ist aber auch nicht alles, was den Verein ausmacht.“

Das alte Verbandsliga-Flair wird die neue Mannschaft wohl eher nicht zurückbringen können. Dafür haben sich die Zeiten gerade im Düsseldorfer Amateurfußball zu sehr verändert. Immerhin bringt sie den Namen des Lierenfelder Traditionsklubs zurück auf die Karte.