
Der Frauenfussball in der Region Schaffhausen steht vor einer markanten Entwicklung: Der FC Schaffhausen steigt auf die kommende Saison mit einem eigenen Frauenteam in den Meisterschaftsbetrieb ein. Während der Traditionsklub ein leistungsorientiertes Projekt lanciert, betont die SV Schaffhausen ihre langjährige Aufbauarbeit im Breiten- und Juniorinnenfussball.
Der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat der FC Schaffhausen AG entschied im Mai 2025, eine eigene Frauenabteilung aufzubauen. Ziel sei es, den Frauenfussball in der Region nachhaltig zu stärken und talentierten Spielerinnen eine leistungsorientierte Perspektive zu bieten.
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Unter Cheftrainer Maurizio Canellino und Assistent Werner Brütsch sollen bis zum Start im Sommer 2026 Spielerinnen rekrutiert und die Strukturen finalisiert werden, schreibt der Verein in einer Mitteilung.
Sportlich peilt der FCS einen Start in der 4. Liga an. Gleichzeitig würden "Opportunitäten oder regionale Kooperationen" geprüft.
Der Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) stellte auf Anfrage klar: Offiziell ist bislang weder eine Anfrage noch ein formelles Gesuch des FC Schaffhausen eingegangen.
Die Liga könne nicht frei gewählt werden. Eine neu gegründete Frauenmannschaft müsse grundsätzlich in der 4. Liga starten – wie jedes andere neue Team auch. Ein direkter Einstieg in eine höhere Liga sei nicht ohne Weiteres möglich.
Ein Präzedenzfall zeigt, dass ein alternativer Weg möglich ist: Der FC Winterthur gründete zur Saison 2016/17 eine Gruppierung mit regionalen Vereinen und konnte so direkt in der 3. Liga starten.
Der Verband verweist auf eben diese alternative Möglichkeiten. So könnte der FC Schaffhausen eine Gruppierung mit einem bestehenden Verein eingehen. Voraussetzung wäre eine sportlich und organisatorisch sinnvolle Konstellation sowie ein entsprechendes Gesuch.
Die Ausgangslage in der Region ist allerdings anspruchsvoll:
Die SV Schaffhausen, von FuPa Zürich mit dem geplanten Einstieg des FCS konfrontiert, unterstreicht ihre langjährige Aufbauarbeit im Juniorinnen- und Frauenfussball. Für sie stehe der Breitensport, die Nachwuchsförderung und der Vereinsgedanke im Zentrum – nicht primär der Leistungsgedanke.
Den Einstieg des FC Schaffhausen beurteilt die "Spielvi" grundsätzlich positiv. Leistungsorientierte Strukturen könnten die bestehende Arbeit ergänzen und talentierten Spielerinnen neue Perspektiven eröffnen.
Im Herbst 2025 fanden intensive Kooperationsgespräche statt. Laut FCS lehnte die "Spielvi" eine Zusammenarbeit Ende Dezember ab. Die SVS bestätigt diese Gespräche und betont ihre Offenheit für Kooperationen – sofern diese mit den eigenen Werten und der strategischen Ausrichtung übereinstimmen. Derzeit lägen die Vorstellungen beider Seiten in wesentlichen Punkten zu weit auseinander, weshalb aktuell keine weiterführenden Gespräche stattfinden.
Ob daraus Konkurrenz entsteht, sich die Projekte ergänzen oder mittelfristig doch noch eine strukturelle Lösung gefunden wird, wird sich weisen. Klar ist: Die Diskussion hat dem Frauenfussball in der Region zusätzliche Dynamik verliehen.
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