
Pfeddersheim. Was Marco Streker und Marcel Oehler in den bisherigen Landesliga-Spielen der TSG Pfeddersheim als Trainer beziehungsweise Spielertrainer nicht geschafft haben, soll Pietro Berrafato nun richten. Der Winter-Neuzugang für die Seitenlinie soll nicht nur die individuelle Qualität des TSG-Kaders auf dem Platz sichtbar werden lassen, er soll vor allem auch Punkte im Kampf gegen den Durchmarsch in die Bezirksliga sammeln. Der Abstiegskampf des Tabellenzwölften findet am Samstag (14:30 Uhr) im heimischen Uwe-Becker-Stadion seine Fortsetzung, wenn sich zur Pflichtspielpremiere des Ludwigshafener Übungsleiters ausgerechnet der VfR Grünstadt als eines der ambitioniertesten Teams der Liga vorstellt.
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Viel Zeit hatte Berrafato nicht, um seine neuen Schützlinge auf die kommenden zwölf Spiele vorzubereiten; es sollen nach Wunsch der TSG-Verantwortlichen nicht die letzten der TSG in dieser Liga sein. Trotzdem glaubt der ehemalige Coach von Liga-Konkurrent Phönix Schifferstadt, dass man schon am Samstag seine Handschrift womöglich erkennen könne. „Und ich hoffe, dass die Spieler genau den Charakter zeigen, den ich von ihnen erwarte“, so der ehemalige Drittligaspieler. Die Testspielergebnisse stimmen ihn optimistisch. Die Niederlage gegen den VfR Mannheim wurmt ihn. Demgegenüber stehen zwei 2:2-Unentschieden gegen Bodenheim und Waldalgesheim – beides Verbandsligisten.
Was läuft anders? Berrafato: „Es war klar, wenn wir so weiterspielen, wird es schwierig. Also haben wir unsere Spielweise verändert. Wir setzten fortan ganz groß auf die Defensive.“ Ein Schlüsselbegriff in seiner Umschreibung, die er nicht zu detailliert erläutern will, ist „Kompaktheit“. Mehr als zwei Gegentore pro Partie gab es in den bisherigen 18 Landesliga-Spielen – zu viele für die eigentlichen Ambitionen des Vereins, „der noch immer eine enorme Strahlkraft hat“, so Berrafato. Auch deshalb, so die Überzeugung des 39-Jährigen, gebe jeder Gegner gegen die TSG noch einmal zehn Prozent mehr.
Also kein Spektakel gegen Grünstadt? „Wer weiß“, schmunzelt Berrafato, der sich durchaus im Klaren ist, dass bei aller Kompaktheit trotzdem jemand die Tore für Pfeddersheim schießen muss. Hier kommt Neuzugang Samet Güven ins Spiel. Der von Türkspor Mannheim gekommene Allrounder ist torgefährlich und kann in der Offensive jede Position besetzen Berrafato: „Er hat in der Vorbereitung überzeugt und wird in der ersten Elf stehen.“ Dagegen sind Fabrizio Moncada, der in dieser Woche am Meniskus operiert wird, und Rik Hiemeleers, der an einem Faserriss an der Wade laboriert, nicht dabei. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen der gesundheitlich angeschlagenen Spieler Artur Reich und Kapitän Fabio Schmidt.
Tags darauf starten auch die restlichen Teams der Liga ins finale Saisondrittel. Dabei muss TuS Neuhausen zum vorderen Tabellennachbarn SpVgg. Ingelheim. Gelänge der Elf von Franz Graber und Marco Stark ein Sieg in der Rotweinstadt, könnte die TuS eventuell mit den Pfeddersheimern punktemäßig gleichziehen. Der VfR Wormatia Worms II spielt gegen den FC Speyer und will mit einem Sieg den Druck auf Tabellenführer SV Büchelberg aufrechterhalten. Die vor der Winterpause strauchelnden Gimbsheimer können Pfeddersheim und Neuhausen Schützenhilfe geben, wenn sie beim TuS Knittelsheim einen Sieg einfahren würden.