
Trainer Alexander Vos hatte sich Ende vergangenen Jahres aus privaten Gründen zurückgezogen. Die Suche nach einem Nachfolger dauerte nicht lange: Marcel Zalewski hat an der Seitenlinie übernommen. Der Weg zu ihm war kurz, weil sein Bruder Patryk bereits bei der DJK kickte. Der Mittelfeldspieler fungiert nun als spielender Co-Trainer. Simon Kelputt ist als Torwarttrainer an Bord geblieben. Aber bei der DJK Appeldorn ist noch viel mehr los.
„Wir haben Glück im Unglück gehabt“, sagt Wolff. Man habe zunächst gar nicht daran geglaubt, Zalewski von einem Engagement in der Kreisliga B, in der die Grün-Weißen derzeit auf Tabellenplatz sechs stehen, überzeugen zu können. Immerhin hat der 40-Jährige, der die A-Lizenz innehat, in der Vergangenheit immer höherklassig trainiert. Zalewski war beim TSV Weeze, in der Jugendabteilung des SV Straelen, bei der SV Hönnepel-Niedermörmter und zuletzt beim TuS Xanten aktiv. Ende Dezember wurde er bei dem Bezirksliga-Klub geschasst. „Eigentlich wollte ich danach keine Mannschaft mehr trainieren. Aber in Appeldorn passt für mich einfach alles zusammen. Daher habe ich zugesagt“, sagt Zalewski.
Zumal die Verantwortlichen bei der DJK Appeldorn überaus ambitioniert sind. „In den Neunzigerjahren haben wir lange in der Bezirksliga gespielt, wir kratzten damals sogar an der Landesliga. Fußball hat im Dorf einen hohen Stellenwert – und wir hatten kreisweit einen sehr guten Ruf“, sagt Wolff.
In den vergangenen Jahren sei der Trend aber negativ gewesen. „Daher haben wir ein neues Konzept aufgestellt, eine Philosophie entwickelt“, sagt der Teammanager. Das Ziel ist klar: Im nächsten Jahr, wenn der Verein seinen 75. Geburtstag feiert, will man in die Kreisliga A aufsteigen. Noch wichtiger aber sei nachhaltiger Erfolg, sagt Wolff.
„Wir wollen zu einem Stützpunkt für Perspektivspieler werden“, sagt Wolff, der selbst die B-Lizenz besitzt. Das Ausbildungsniveau in Appeldorn soll so hoch sein, dass es Talente aus der Region gezielt zur DJK Appeldorn zieht. „Es gibt viele junge, talentierte Spieler, für die der Sprung zu den Senioren mit 18 Jahren noch zu groß ist. Sie bekommen dann in der Bezirks-, Landes- oder Oberliga kaum Spielzeit, sitzen viel auf der Bank. Das ist aber schädlich für ihre sportliche Entwicklung“, sagt Wolff. Diese Youngsters wolle man in den nächsten Jahren locken, nicht zuletzt mit einem guten Trainingsangebot, das bei anderen Kreisliga-Klubs kaum geboten würde.
Und erste Erfolge gebe es bereits, einige Zusagen von Neuzugängen für die nächste Saison lägen vor. Vor allem von erfahrenen Kräften, die die „Basis“ des Teams bilden sollen. Jonathan Klingbeil (Siegfried Materborn), Jan Langenberg (Fortuna Keppeln) und Nils Giltjes (TSV Weeze) wechseln zur DJK. „Wer Teil unseres Projekts werden will, kann sich gerne melden“, sagt Wolff. Das gelte auch für Sponsoren. Wenngleich an Spieler kein Geld fließt.
Und: „Wir setzen natürlich stark auf die eigene Jugend. Wir hoffen in den nächsten Jahren auf Appeldorner Schwünge“, sagt Marc Neuhaus, der im Vorstand für den Seniorenfußball verantwortlich zeichnet, im Gespräch mit unserer Redaktion. Man registriere eine gewisse Euphorie im Klub, die sich auch aus dem neuen Kunstrasenplatz speise.
Zalewski erklärt, dass er bereits Anfang Dezember 2025 eine Partie der DJK Appeldorn gegen den SV Germania Wemb gesehen habe. Damals setzten sich die Grün-Weißen vor heimischem Publikum mit 3:2 durch. „Ich habe gesehen, dass wir es mit einer Mannschaft zu tun haben, die unbedingt gewinnen will“, sagt Zalewski. Viele Kicker brächten eine intrinsische Motivation mit. Das passe zu seinem Anspruch. „Ich habe Bock, etwas zu bewegen. Das geht nicht mit einer Thekenmannschaft. Aber die hat Appeldorn nicht“, sagt Zalewski, der auch die Zusammenarbeit zwischen erster und zweiter Mannschaft intensivieren will.
Der Trainer spürt absolute Rückendeckung von der Vereinsführung. „Wir sprechen die gleiche Sprache und ziehen an einem Strang. Ich habe mich noch nie so wohlgefühlt“, sagt Zalewski. Und wie realistisch ist der Aufstieg in der nächsten Saison? „Ich denke von Spiel zu Spiel“, sagt Zalewski. Allerdings sei der Sprung in die Kreisliga A durchaus möglich – wenn der Kader im Sommer noch verstärkt wird und man von Verletzungspech weitgehend verschont bleibt.