
Alle Spiele von Türkgücü München wurden an diesem Wochenende kurzfristig vom Bayerischen Fussball-Verband abgesetzt worden. Nun gibt es neue Infos.
München – Am Freitagnachmittag verbereitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Der FC Pipinsried machte auf seinem Instagram-Kanal dann öffentlich, über was zuvor getuschelt wurde: Türkgücü wurde kurzfristig gesperrt und die Bayernliga-Partie des Dorfklubs gegen die Elf von der Heinrich-Wieland-Straße wurde vom Bayerischen Fussball-Verband (BFV) abgesetzt. Der Regionalliga-Absteiger wurde vom Bayerischen Landessport Verband, kurz BLSV gesperrt, da Beiträge des Vereins nicht entrichtet wurden. Aufgrund dessen besteht kein Versicherungsschutz der Spieler. Nun gibt es weitere Informationen zu den Hintergründen.
Wie der Kicker berichtet, wurde die ausstehende Summe noch am Freitagnachmittag von einer Privatperson beglichen. Diese Informationen decken sich mit den Informationen von Fußball Vorort/FuPa Oberbayern. Die Sperre wurde vom BFV im Auftrag des BLSV ausgeführt, wie Andreas Mayländer dem Kicker bestätigt. „Da können wir als BFV gar nichts machen, das geht vom BLSV aus und dann müssen wir das umsetzen“, wird das Mitglied des Verbands-Ausschusses zitiert.
Falls die Summe entsprechend bezahlt worden ist, könnte die Sperre in der nächsten Woche wieder aufgehoben werden. Die an diesem Wochenende abgesagten Partien dürften aber alle für die Gegner gewertet werden. So auch das Bayernliga-Spiel gegen Pipinsried.
Türkgücü München hat aber wohl neben der Spielsperre noch ein weiteres Problem. Aus dem Bericht geht hervor, dass noch Zahlungen aus der Regionalliga-Saison ausstehen. Gegen die Münchner wurden vergangene Saison durch den Nichtantritt wegen fehlender Heimspielstätte hohe Strafen verhängt. Diese Zahlungen sollen noch nicht beglichen sein.
Mögliche Geldprobleme sind bereits häufiger bei Türkgücü aufgetreten. Der ehemalige Drittligist hat sich in der Saison 2021/22 aus dem Spielbetrieb der 3. Liga zurückgezogen, da der Verein insolvent war. 2023 gab es nach dem Rückzug von Investor Milan Rapaic große finanzielle Probleme, da Gehälter nicht bezahlt werden konnten. Anfang 2024 wurde zudem eine Transfer-Sperre von der FIFA verhängt, da eine Ablöse eines Spielers nur zum Teil gezahlt worden war. (sge)