
Am Wochenende steht in der Landesklasse 1 Thüringen ein echtes Spitzenspiel an. Der SV Jena Zwätzen gastiert bei Chemie Kahla – ein Duell zweier Mannschaften, die seit Jahren zu den Topteams der Liga gehören. Zwätzens Kapitän Tim Kiessling spricht vor der Partie über die aktuelle Form, Aufstiegsdruck und die Bedeutung von Moral und Zweikämpfen auf schwerem Geläuf.
Der Rückrundenstart verlief für Zwätzen alles andere als optimal, doch mit zwei Siegen in Folge hat sich die Mannschaft zurückgemeldet. Für Kapitän Tim Kiessling kommt die Leistungssteigerung nicht überraschend. „Die aktuelle Form ist denke ich ganz gut, aber auch immer davon abhängig, wer am Wochenende da ist“, sagt er. Vor allem die schwierige Wintervorbereitung habe ihren Teil dazu beigetragen, dass die Mannschaft etwas Zeit brauchte: „Die Vorbereitung war dieses Jahr durch den vielen Schnee etwas holprig, deswegen hat es vielleicht ein paar Wochen mehr gebraucht, um wieder reinzukommen.“
Als Kapitän ist Kiessling Führungsspieler und Ansprechpartner, doch in einer Topspiel-Woche setzt er auf Normalität statt auf besondere Ansprachen. „Ich wirke in so einer Woche nicht anders auf die Mannschaft ein. Wichtig ist, wie jede Woche, ordentlich zu trainieren und unter der Woche auch ein bisschen Spaß zu haben“, erklärt er. Die besondere Bedeutung des Spiels spüre man trotzdem automatisch: „Man merkt aber oft, dass von alleine vor so einem Spiel alle etwas fokussierter oder angespannter werden, was auch ganz gut ist.“
Als Zwätzener Urgestein hat Kiessling viele Jahre im Verein erlebt und kennt auch die Diskussionen rund um einen möglichen Aufstieg. Der Reiz ist da, aber nicht um jeden Preis.„Sportlich gesehen reizt es natürlich schon etwas, mal Thüringenliga zu spielen“, sagt er, sieht aber auch die Kehrseite: „Die Fahrten sind deutlich weiter und der Fußball ist meiner Ansicht nach viel körperlicher und wenig attraktiv, weil viel auf einfachen Fußball mit langen Bällen gesetzt wird. “Vor allem der Druck in der Hinrunde habe der Mannschaft nicht unbedingt geholfen: „In der Mannschaft und auch im Verein ist der Aufstieg natürlich ein Thema, was aber vor allem am Ende der Hinrunde zu höheren Erwartungen und Druck geführt hat – und das hat uns fußballerisch nicht gut getan.“
Mit Chemie Kahla wartet nun ein Gegner, der seit Jahren zu den stärksten Teams der Liga gehört. Kiessling erwartet ein schwieriges Spiel. „Kahla spielt jetzt seit mehreren Jahren immer ganz oben mit und ist vor allem spielerisch eine sehr starke Mannschaft“, so der Kapitän. Um dort zu bestehen, brauche es vor allem die richtigen Tugenden: „Für einen Sieg wird es sicher notwendig sein, körperlich präsenter zu sein und eine gute Moral auf den Platz zu bringen.“ Ein entscheidender Faktor könnte auch der Platz werden: „Bei den tiefen Rasenplätzen in dieser Jahreszeit ist der Kampf das Entscheidende, da man spielerisch einfach limitiert ist.“