2026-06-18T10:39:41.025Z

Interview

Nach verpasster Meisterschaft - „Jetzt erst recht!“

Nach dem Derby-Sieg zum Abschluss der Regionalliga-Saison richtet sich der Fokus beim FC Carl Zeiss Jena nun voll auf das Thüringenpokal-Finale gegen den ZFC Meuselwitz. Auch wenn die verpasste Meisterschaft zunächst schmerzte, ist bei den Jenaern längst neue Motivation entstanden – verbunden mit dem klaren Ziel, die Saison mit einem Titel zu krönen.

von PM TFV · 21.05.2026, 10:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Julius Schwalenberg

Im Vorfeld spricht Nils Butzen über das besondere Endspiel, Erinnerungen an den Pokalsieg vor zwei Jahren, die zusätzliche Motivation durch den möglichen DFB-Pokal-Einzug und warum er trotz der Favoritenrolle vor Meuselwitz warnt.

Am vergangenen Samstag habt ihr die Regionalligasaison mit dem Derbysieg abgeschlossen – möglicherweise war die Freude etwas getrübt, weil es knapp nicht zur Meisterschaft gereicht hat. Ist das bis zum Pokalfinale aus den Köpfen?

Nils Butzen: „Grundsätzlich waren wir natürlich enttäuscht, weil wir auch mitbekommen haben, dass es hätte auch anders laufen können. Die Enttäuschung war nach einigen Stunden aber wieder vergessen, und wir konnten stolz auf den Derbysieg sein und den auch ein bisschen feiern. Mit Blick auf den Pokal habe ich ein „Jetzt-erst-Recht-Gefühl“ wahrgenommen, dass wir uns den jetzt auch holen wollen. Fast schon eine kleine Wut im Bauch.“

In gleicher Final-Konstellation, nur in einem anderen Stadion, habt ihr vor zwei Jahren den Pokal geholt. Ist das noch präsent oder spielt das mit Blick auf das anstehende Spiel keine Rolle?

Nils Butzen: „Wenn man den Landespokal schon gewonnen hat und es nun gegen denselben Gegner geht, hat man das natürlich schon im Hinterkopf. Ich erinnere mich gerne zurück – das war schon richtig cool, auch mit der Party danach und unserer Abschlussreise. Das wollen wir natürlich wiederholen.“

Damals folgte ein attraktives Spiel im DFB-Pokal gegen Leverkusen. Ist das eine zusätzliche Motivation für Samstag?

Nils Butzen: „Natürlich! Das eine bedingt das andere. Für mich zählt aber erstmal dieses Gefühl, etwas gewinnen zu können und einen Pokal nach oben zu halten. Das ist lohnenswert. Der DFB-Pokal ist nochmal ein toller Bonus.“

Das letzte Aufeinandertreffen mit Meuselwitz in der Regionalliga habt ihr verloren. Was müsst ihr diesmal anders machen als im Ligaspiel?

Nils Butzen: „Wenn ich an dieses Spiel zurückdenke, haben wir das in erster Linie verloren, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Daran hatten wir auch danach noch ein bisschen zu knabbern. Das kann man manchmal nicht erklären. Solche Spiele gewinnt man neun von zehn Mal, aber an diesem Tag halt nicht. Ich denke, dass wir am Samstag der Favorit sein werden, aber das ist auch gefährlich. Ich glaube, die aktuelle Tabelle täuscht da auch ein wenig. Meuselwitz ist besser, als es der Tabellenplatz aussagt.“

Zur Austragung des Finales ist das Los auf die ad hoc Arena in Jena gefallen. Für euch nochmal eine Gelegenheit, euch mit einem Titel von den Fans in die Sommerpause zu verabschieden?

Nils Butzen: „Nachdem es vor zwei Jahren in gleicher Konstellation in Meuselwitz war, empfinde ich es fast als gerecht, dass es in Jena stattfindet. Natürlich freuen wir uns darauf: zu Hause, volles Haus und hoffentlich der Pokalsieg. Dann wäre es auch ein würdiger Abschluss für die Saison.“

Wie bereitest du dich beziehungsweise bereitet ihr euch auf das Spiel vor? Wie vor jeder Partie oder macht man vor einem Endspiel etwas anders?

Nils Butzen: „Ich bin mir sicher, dass wir nichts anders machen. Ich zumindest mache alles wie immer. Möglicherweise wird in dieser Woche mal der ein oder andere Elfmeter mehr im Training geschossen, denn es kann ja durchaus in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen gehen. Das haben wir ja gegen Erfurt gesehen.“