
In einem offenen Brief, der am Dienstagabend an sämtliche Vereine verschickt wurde, teilte der Vorstand mit, dass alle Männerfußballspiele auf Kreisebene am Wochenende vom 15. bis 17. Mai abgesagt werden.
Auslöser der Entscheidung war unter anderem das am Sonntag abgebrochene Spiel zwischen dem EFC Ruhla und dem FC Eisenach. Der KFA-Vorstand bezeichnete diesen Vorfall als bisherigen Höhepunkt einer besorgniserregenden Entwicklung. Seit Jahren nehme die Verrohung auf den Sportplätzen spürbar zu. Zwar gehöre Emotionalität seit jeher zum Fußball, und leidenschaftlich geführte Partien seien ausdrücklich erwünscht, doch werde die Grenze des Zulässigen inzwischen immer häufiger überschritten. Beleidigungen, Diskriminierungen und Gewalt hätten auf vielen Plätzen Einzug gehalten – Tendenzen, die der KFA Westthüringen entschieden verurteilt. Besonders betroffen seien oftmals die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, obwohl ohne sie kein geregelter Spielbetrieb möglich wäre. Ihr Schutz habe für den Verband stets oberste Priorität.
Martin Falk, Schiedsrichter-Obmann des KFA Westthüringen, betonte, dass die Entscheidung gemeinschaftlich getroffen worden sei und keineswegs einen Boykott darstelle. Vielmehr habe man gemeinsam Vor- und Nachteile abgewogen. Ihm sei bewusst, dass dadurch vor allem die große Mehrheit der fairen und engagierten Beteiligten betroffen sei. Dennoch habe man ein deutliches Signal setzen und zum Umdenken anregen wollen.
Nicht betroffen von der Maßnahme sind der Nachwuchs-, Frauen- und Alte-Herren-Spielbetrieb. Diese Begegnungen sollen wie geplant stattfinden – auch mit Blick auf die anstehenden Pokalfinalspiele der Junioren in Unterbreizbach. Allerdings wird es bei sämtlichen Spielen dieser Wettbewerbe eine besondere Aktion geben: In der 10. Spielminute unterbricht der Schiedsrichter die Partie mithilfe des „STOPP-Signals“ für genau fünf Minuten. Während dieser Unterbrechung begeben sich alle Spieler in ihre jeweiligen Strafräume, während der Unparteiische im Mittelkreis verbleibt.
Trotz einiger Spielabbrüche im Juniorenbereich verzichtete der Verband dort bewusst auf Absagen. Laut Falk wollte man den Kindern und Jugendlichen nicht die Saison verderben – insbesondere wegen der bevorstehenden Pokalendspiele. Dies entspreche nicht der Zielsetzung des Verbandes.
Zusammenfassend ein Auszug aus dem offenen Brief des KFA Westthüringen, der die wesentlichen sechs Maßnahmen beschreibt: