
Inmitten der Eisheiligen ist auch die Begeisterung beim ASV Habach ein wenig abgekühlt. Nach sechs Partien ohne Niederlage ging die Mannschaft von Trainer Michael Schmid erstmals wieder als zweiter Sieger vom Platz. Die 1:3 (1:1)-Heimniederlage gegen den TuS Geretsried II spiegelt dabei die gesamte Saison des ASV recht gut wider. Er gehört zweifelsfrei zu den Topteams der Kreisliga 1, der in den meisten Partien als vermeintlicher Favorit aufläuft. Für die unverzügliche Rückkehr auf den Fußball auf Bezirksebene reicht das aber noch nicht.
Der Umbruch innerhalb des Teams, den es zu bewältigen galt, war trotz qualitativer Steigerung im Kader nicht so einfach zu bewältigen. Hinzu kamen die Langzeitausfälle von Maximilian Baumgartner und Torhüter Felix Schürgers. Je länger die Runde aber andauerte, umso mehr Energie und Selbstvertrauen fand das Team vom Steinberg. „Wir haben heuer einen richtig guten Weg gefunden“, stellt Coach Schmid hörbar stolz fest.
Die Nummer gegen den TuS hätte schon auch anders ausgehen können. Doch mischten sich einige Störsignale in den Funkverkehr. Da war zunächst das Eigentor von Philipp Puchner, der den Ball bei einer Hereingabe ans Schienbein bekam und ihn dadurch ungewollt in die kurze Ecke des eigenen Tores lenkte (13.). Und irgendwie blickten die ASV-Kicker auch auf die Tabelle. Obwohl man sich eigentlich vor geraumer Zeit aus dem Gerangel um die ersten beiden Plätze verabschiedet hatte, ploppte ob des jüngsten Höhenflugs zumindest ein kleines Guckloch auf die Spitzenplätze auf. „Das war ja doch irgendwo ein Entweder-oder-Spiel“.
Schmid befand die Seinen „anfangs etwas nervös“. Der Rückstand aber befeuerte die Tugenden, die sein Team in den vergangenen Wochen an den Tag gelegt hatte. In der Folgezeit verfolgte der ASV-Coach eigenem Bekunden nach „eine der besten Saisonleistungen“. Seine Schützlinge ließen Ball und Gegner gut laufen, sodass sich der TuS zunächst auf lange Bälle nach vorn beschränken musste – ein nicht gerade bevorzugtes Stilmittel des Tabellenzweiten. Die Bemühungen des ASV wurden alsbald von Erfolg gekrönt. Florian Neuschl nahm im Strafraum ein Zuspiel an, drehte sich um seinen Gegenspieler und verfrachtete das Spielgerät mit dem linken Huf in den kurzen Winkel – 1:1 (39.). „Stark gemacht“, lobte Schmid.
Er erinnerte seine Mannen zur Pause daran, dass die Gäste wohl zwingend aktiver werden würden, um im Titelrennen mit Lenggries nicht ins Hintertreffen zu geraten. Noch aus einem anderen Grund nahm der intensive Ballbesitz-Fußball des ASV nach dem Wechsel ab. Denn zwei Spieler hätten eigentlich gar nicht auflaufen dürfen. Manuel Diembs lädierte Leisten bedingen zeitnah einen operativen Eingriff, und auch Puchner wird verletzungsbedingt vorerst aussetzen müssen. „Ab der 65. Minute waren wir platt“, räumte Schmid ein. Der TuS legte indes von der Bank munter nach, schuf so die beiden prägenden Momente (65., 72.), um dieses Nachholspiel als Gewinner zu beenden.
ASV Habach – TuS Geretsried II 1:3 (1:1) Tore: 0:1 (13.) Puchner (Eigentor), 1:1 (39.) Neuschl, 1:2 (65.) Schnaderbeck, 1:3 (72.) Klein. Gelbe Karten: Habach 1, Geretsried 2. Schiedsrichter: Mark Nahrstedt. Zuschauer: 250