
Haching-Präsident Manfred Schwabl äußerte sich in einem Interview über den drohenden Abstieg aus der 3. Liga und Sven Bender als neuen Cheftrainer.
Unterhaching – Seit mehreren Wochen und Monaten spitzt sich die sportliche Lage der SpVgg Unterhaching immer mehr zu. Nach der Trennung von Trainer Marc Unterberger im Dezember, blieb der erhoffte Umschwung bislang aus. Sven Bender übernahm daraufhin interimsweise, ehe Heiko Herrlich für ganze 77 Tage den Posten als Cheftrainer in der Vorstadt bekleidete. Doch wer wird in Zukunft die Position an der Seitenlinie innehabe? Haching-Präsident Manfred Schwabl hat dazu eine klare Meinung.
Selbst Herrlich, der schon in der Bundesliga Erfahrung sammelte, war nicht imstande, die SpVgg zu retten und wurde vergangene Woche vor die Tür gesetzt. Als Wunschlösung für die Zukunft des Vereins präsentierte Manfred Schwabl jetzt Sven Bender, der sowohl unter Herrlich als auch unter Unterberger als Co-Trainer tätig war.
Das Problem hierbei: Sven Bender besitzt keine gültige Trainerlizenz für die 3. Liga. Wie es einst bei Marc Unterberger der Fall war, müsste die SpVgg pro Spiel Strafe an den DFB zahlen. Diese dürfte aufgrund des erneuten Vergehens höher ausfallen, als zuletzt. Für die Regionalliga hätte der ehemalige Bundesliga-Profi eine entsprechende Trainerlizenz.
Bis dahin möchte die Vereinsführung zusätzliche Ausgaben vermeiden, weshalb Schwabl im Interview mit der AZ eine Doppelspitze mit dem aktuellen Haching-U16-Trainer Vitali Matvienko vorschlug. Der Georgier ist angehender Lizenzinhaber in seinem Heimatland, weshalb er als nominell federführend infrage kommen würde. Der Hachinger Präsident ist über mögliche Szenarien im Austausch mit dem DFB.
Für die kommende Spielzeit in der Regionalliga - der Abstieg der Vorstädter scheint unausweichlich - soll Sven Bender als neuer Hoffnungsträger die SpVgg wieder zu alter Stärke führen. Manfred Schwabl schwebt ein ähnlicher Werdegang vor, wie ihn Benders Vorgänger Sandro Wagner einschlug, der jetzt als Co-Trainer der deutschen A-Nationalmannschaft unter Julian Nagelsmann fungiert. Wagner führte die Vorstädter nach einem Abstieg aus der 3. Liga innerhalb von zwei Spielzeiten zurück in den Profi-Bereich und empfiehl sich daraufhin für Größeres.
Die Generalprobe für die Liga glückte Sven Bender kürzlich, als die SpVgg Unterhaching unter seiner Leitung ins Toto-Pokal-Finale einzog. Dort steht Haching Ende Mai dem Regionalliga-Topteam FV Illertissen gegenüber. Bei einem Sieg erwartet die SpVgg der Einzug in den DFB-Pokal, welcher für wichtige Einnahmen sorgen würde. Gegen Aufsteiger Alemannia Aachen setzte es in der Liga jedoch eine 0:2-Niederlage.
Trotz der sportlichen Misere und dem absehbaren Niedergang der SpVgg offenbarte Schwabl, dass er erst seit zwei Wochen fest mit der Regionalliga planen würde. Ob die Planungen für die kommende Spielzeit möglicherweise zu spät starteten, wird sich noch zeigen. In Unterhaching gab es in letzter Zeit so viele Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten, dass dies für die Anhän ger der SpVgg wohl kein Novum mehr darstellt. (qw)