2026-06-09T05:59:15.975Z

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Nach furiosem Beginn bitteres Ende für Rot-Weiß Walldorf U19

Walldorfer Team des Trainergespanns Christian Bader/Thomas Kaltsounis kann als Fünfter die Zugehörigkeit zur DFB-Nachwuchsliga nicht halten. Einige Talente rücken zu Hessenliga-Männern auf.

von Dirk Winter · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Panagiotis Kagkarakis spielte mit der U19 von RW Walldorf eine tolle Runde - auch wenn es am Ende nicht zum Verbleib in der DFB-Nachwuchsliga reichte. Im Hessenpokal-Halbfinale gelang ein 4:3 über die Eintracht.r
Panagiotis Kagkarakis spielte mit der U19 von RW Walldorf eine tolle Runde - auch wenn es am Ende nicht zum Verbleib in der DFB-Nachwuchsliga reichte. Im Hessenpokal-Halbfinale gelang ein 4:3 über die Eintracht.r – Foto: Uwe Krämer

WALLDORF. Als souveräner Tabellenführer mischten sie ihre Gruppe der DFB-Nachwuchsliga auf. Doch dieses Niveau vermochten die U19-Fußballer des SV Rot-Weiß nicht zu halten. Aus den sechs Rückrundenspielen holten die Walldorfer nur noch drei Punkte – und rutschten auf den fünften Platz ab. Sie hätten Vierter werden müssen, um der Eliteliga auch in der nächsten Saison anzugehören.

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Verpasster Klassenerhalt wird nicht als Abstieg gesehen

Besonders bitter: Das Team des Trainergespanns Christian Bader/Thomas Kaltsounis vergab drei Matchbälle zum Klassenerhalt: Nur ein Spiel ihrer letzten drei Partien hätten die Rot-Weißen gewinnen müssen, beim Saisonfinale hätte gar ein Unentschieden gereicht.

Aber sie unterlagen sowohl beim TSV 1860 München (1:3) als auch gegen Eintracht Frankfurt (0:4) und beim SGV Freiberg (1:3). Keinesfalls will Bader den knapp verpassten Ligaerhalt aber als Abstieg verstanden wissen.

„Das macht für mich inhaltlich schon einen großen Unterschied, weil es die Perspektive auf das ganze Jahr anders macht“, betont der Coach und erinnert an den Gewinn der Halbzeitmeisterschaft in der Hessenliga (Dezember 2025) und der damit verbundenen Qualifikation für die DFB Nachwuchsliga – zum zweiten Mal nach Dezember 2024. „Wenn man ehrlich ist“, resümiert Bader, „haben wir ein Jahr lang auf allerhöchstem Niveau performt. Das ist auch das, was für mich im Kopf bleibt.“

Chance auf DFB-Pokal verpasst

Die Chance, ihre starke Saison mit dem Hessenpokalsieg zu krönen, versäumten die Rot-Weißen jedoch. Im Finale in Erlensee unterlagen sie Hessenligist TSG Wieseck mit 1:4 (0:1). Die Mannschaft aus dem Gießener Stadtteil hat sich damit für den DFB-Pokal qualifiziert. Spielerisch hatte der Nachwuchsligist zwar Vorteile. Aber immer wieder prallte das Walldorfer Kombinationsspiel an der kompakt formierten TSG ab. Diese Partie „spiegelt unsere ganze Rückrunde wider“, sagt Bader dazu: „Wir waren spielerisch gut, in Phasen aber zu unsauber im Zusammenspiel.“

Mit der Folge, dass die Walldorfer A-Junioren ausgekontert wurden. Ihre Abschlussqualität ließ beim Finale ebenfalls zu wünschen übrig. „Wir waren auch nicht griffig genug in den Zweikämpfen“, so Bader: „Es haben immer so fünf Prozent gefehlt.“

Trotz eines breiten Kaders – 24 Spieler kamen in den zwölf Nachwuchsliga-Partien zum Einsatz – waren bestimmte Leistungsträger nicht gleichwertig zu ersetzen. Im Endspiel fehlten Robin Heil, der sich beim 4:3-Halbfinalsieg gegen Eintracht Frankfurt das Innenband verletzt hat, und der im Training umgeknickte Kapitän Nathan Büker. Auch der angeschlagene Stammtorhüter Justus Schuchmann fiel aus. Dass es die Walldorfer weitaus besser können, zeigten sie in der furiosen Nachwuchsliga-Hinrunde.

Auch bei ihrem einzigen Rückrundensieg ließen sie ihre wahre Stärke aufblitzen: Mit dem 1:0 gegen Jahn Regensburg übernahmen die Rot-Weißen, nachdem sie mit zwei Niederlagen in den zweiten Saisonabschnitt gestartet waren, nochmals die Tabellenführung.

Nach diesem Sieg, der mit besserer Chancenverwertung weitaus höher hätte ausfallen können, lobten Bader und Kaltsounis die Rückkehr zu den alten Tugenden ihrer Mannschaft. „Also dieses mutige nach vorne arbeiten“, erklärte Bader: „Mannorientiert, kompletter Wille, Ehrgeiz. Und auch wirklich immer weitergemacht, egal, was passiert ist.“

Die Bader/Kaltsounis-Elf lag vor den letzten drei Saisonspielen verheißungsvoll im Rennen um den Klassenerhalt. Und abgesehen von der Frankfurter Eintracht, die den gastgebenden Walldorfern keine Chance ließ, boten sie ihren Gegnern auch Paroli.

In München brachten sich die Südhessen mit individuellen Fehlern aus dem Tritt. In Freiberg am Neckar sah es lange nach dem Unentschieden aus, das die Rot-Weißen beim Rundenfinale mindestens gebraucht hätten. In einem zunächst ereignisarmen Spiel vergingen 55 Minuten, bis der SGV mit zwei Toren aus Standardsituationen den entscheidenden Vorteil erzwang. Naturgemäß steht die U19 nun vor einem Neuaufbau, da einige Spieler dem Juniorenalter entwachsen sind.

So rücken Robin Heil, Panagiotis Kagkarakis, Nico Helbig und Nicolas Gleiber in den Kader der ersten Mannschaft auf. Justus Schuchmann hütet das Tor des Walldorfer Verbandsligateams (U23), ist aber auch für den erweiterten Hessenligakader vorgesehen. Nathan Büker wechselt zum neuen Verein des ehemaligen RWW-Trainers Artur Lemm, VfR Wormatia Worms (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar).

Trainiert wird die U19 künftig vom bisherigen U18-Coach des SV Rot-Weiß, Florian Gross. Christian Bader indes wird Trainer des Verbandsligisten SG Bornheim/Grün-Weiß Frankfurt, Thomas Kaltsounis übernimmt der Walldorfer U23-Mannschaft.