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Nach Fairplay-Tragödie im Vorjahr: SV Aschau feiert Bezirksliga-Aufstieg

„Das ist eine besondere Mannschaft“

von Felix Zuleger · 15.05.2025, 15:30 Uhr · 0 Leser
So sehen Meister aus: Der SV Aschau feiert den Aufstieg in die Bezirksliga.
So sehen Meister aus: Der SV Aschau feiert den Aufstieg in die Bezirksliga. – Foto: Thomas Deißenböck

Die Mannschaft von Thomas Deißenböck feiert den Aufstieg in die Bezirksliga. Fairplay, Teamgeist und Kontinuität sorgen für den verdienten Erfolg.

Aschau – Der SV Aschau feiert mit der Meisterschaft in der Kreisliga den Aufstieg in die Bezirksliga. Dabei standen die Veilchen letzte Saison schon kurz vor dem Aufstieg. Doch eine Fairplay-Geste verhinderte den Aufstieg. Was war passiert? Die Mannschaft von Thomas Deißenböck hätte im Hinspiel der Relegation aufgrund der 1:2-Niederlage einen Sieg gebraucht, um den Traum vom Aufstieg wahr werden zu lassen. Doch es kam zu einer skurrilen Szene.

Erst Fairplay-Gedanke gezeigt, jetzt der verdiente Aufstieg des SV Aschau am Inn

Der wohl strittigste Moment der Partie spielte sich rund zehn Minuten vor dem Ende beim Stand von 1:1 ab. Die Mannschaft aus Gerolfing hatte den Ball ins Aus gespielt, um die Behandlung zweier verletzter Spieler zu ermöglichen. Danach warf der SVA den Ball in Richtung des Strafraums der Gastgeber zurück – eine Geste des Fairplays.

Ein Spieler des SVA wollte den Ball zum gegnerischen Torwart zurückspielen, hatte diesen jedoch leicht angehoben und traf versehentlich einen Gegenspieler. Der Gerolfinger Akteur ging daraufhin zu Boden. Der Ball wurde vor dem Torwart quergelegt, der Stürmer schob ihn ins leere Tor – kaum Jubel, dafür heftige Proteste der Gerolfinger.

Daraufhin zeigten die Veilchen eine echte Fairplay-Geste. Ex-Nationalspieler Christian Träsch vom FC Gerolfing durfte ohne Gegenwehr zum 2:2 ausgleichen – der Endstand, der Gerolfing den Aufstieg bescherte.

Zehn Punkte Vorsprung vor Reischach: Aschau feiert Meisterschaft

Ein Jahr später stehen die Veilchen nach 25 von 28 gespielten Pflichtspielen (56 Punkte) mit einem bemerkenswerten Abstand von zehn Punkte zu Verfolger Reischach (46 Punkte) bereits vorzeitig als Aufsteiger fest. Dass die Mannschaft diesen Schritt meisterte, ist kein Zufall. „Wir haben einen festen Kern, der sich seit drei Jahren kaum verändert hat. Von denen, die damals aus der Kreisklasse aufgestiegen sind, sind heute noch zwölf, dreizehn Spieler dabei“, sagt SVA-Trainer Deißenböck.

„Die Jungs sind super fleißig. Die Meisterschaft ist absolut der Hauptverdienst der Spieler.“

Spielertrainer des SVA Thomas Deißenböck über den Zusammenhalt der Mannschaft.

Und das macht sich durch den erfolgreichen Saisonverlauf bemerkbar: Trotz kleiner Rückschläge – etwa einem berufsbedingten Abgang vor der Saison – ist die Mannschaft eng beisammen geblieben. Im Training stehen im Schnitt 18 Spieler auf dem Platz, obwohl der Kader insgesamt nur 21 Mann umfasst – zwei davon verletzt. „Das ist eine besondere Mannschaft, die es sehr verdient hat, aufzusteigen. Die Jungs sind super fleißig. Die Meisterschaft ist absolut der Hauptverdienst der Spieler“, betont Deißenböck bescheiden.

Ein Meisterfest - trotz Montagsschicht

Der Aufstieg wurde natürlich gefeiert – wenn auch mit gewissen Einschränkungen. „Es war Sonntag, einige mussten am Montag arbeiten, aber es war ein schöner Abend“, sagt Deißenböck. Neben Spielern waren auch Funktionäre, Eltern und Fans anwesend– rund 40 Personen feierten gemeinsam am heimischen Sportheim. „Das war natürlich cool, dass da was organisiert worden ist, dass sich jeder mit uns gefreut hat“, so der 32-jährige Meistertrainer.

Der Meister ließ sich feiern.
Der Meister ließ sich feiern. – Foto: Thomas Deißenböck

„Wir wollen keine Luftschlösser bauen. Wenn wir uns in drei Jahren so positionieren, dass wir nicht abstiegsgefährdet sind, wäre das ein großer Erfolg.“

Thomas Deißenböck über die Zukunft des Vereins

Neuzugänge gibt es bislang keine zu vermelden, Deißenböck betont jedoch, dass es schon ein Vorteil wäre, „wenn vielleicht noch zwei, drei Spieler dazukämen“, besteht die Mannschaft aktuell doch aus wenigen Spielern mit Bezirksliga-Erfahrung. Die Verantwortlichen bleiben realistisch und planen vorausschauend. Ein kleiner Umbruch steht in den kommenden Jahren bevor – einige Spieler sind über 30, einige Nachwuchstalente sollen nachrücken. Das Ziel ist klar formuliert: sich in der Bezirksliga zu etablieren.

„Wir wollen keine Luftschlösser bauen. Wenn wir uns in drei Jahren so positionieren, dass wir nicht abstiegsgefährdet sind, wäre das ein großer Erfolg“, sagt Deißenböck. Vorbild sei dabei eine Mannschaft wie der TSV Peterskirchen, die sich über Jahre hinweg in der Liga behauptet haben – nicht spektakulär, aber konstant. Genau diesen Weg will man nun auch gehen. (fz)