
Die Frauen von Union Nettetal haben in der Rückrunde einen Kontrahenten weniger in der Niederrheinliga. Rot-Weiß Oberhausen gab bereits in der Vorwoche bekannt, seine erste Frauenmannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb abzumelden. Damit stehen die Kleeblätter, die am letzten Hinrundenspieltag im vergangenen Jahr auf einen Abstiegsplatz gerutscht waren, als erster Absteiger fest.
„Ich kenne weder die internen Abläufe noch das Trainerteam oder die Spielerinnen. Bei unserer Niederlage im November in Nettetal war ich lediglich als Zuschauer vor Ort“, sagt Nettetals Frauen-Trainer Michael Peters. Damals verlor Nettetal das Spiel mit 2:3.
Hintergrund des Rückzugs sind nach Medienberichten „interne Vorgänge innerhalb der Mannschaft“. So hätten sich Spielerinnen gegen das bestehende Trainerteam ausgesprochen. „Der Verein respektiert unterschiedliche Sichtweisen und die Möglichkeit, Kritik zu äußern“, schreibt der Klub in der Pressemitteilung. „Gleichzeitig gilt für Rot-Weiß Oberhausen: Personalentscheidungen werden in den dafür vorgesehenen Vereinsgremien getroffen – nicht unter Bedingungen, die den geordneten Vereinsbetrieb gefährden. Der Verein kann und wird Entscheidungen nicht akzeptieren, die als Druckmittel verstanden werden könnten.“ Niemand sei größer als der Verein.
Den Verantwortlichen sei bewusst, dass die Mannschaft in der Niederrheinliga „von Beginn an vor einer anspruchsvollen sportlichen Aufgabe stand und dass die Situation für alle Beteiligten herausfordernd war. Gerade deshalb hatte der Verein in den vergangenen Wochen wiederholt Angebote für Dialog, Austausch und Maßnahmen zur Stärkung des Teamgefühls geschaffen.“ RWO könne die Entscheidung aus dem Mannschaftsumfeld nicht tolerieren und sähe sich zum jetzigen Zeitpunkt zu diesem Schritt gezwungen. Auch andere Aspekte wie „diverse Undiszipliniertheiten“ seien in die Entscheidung eingeflossen. RWO wolle sich zu gegebener Zeit zur weiteren Ausrichtung des Frauenfußballs äußern. Ob dieser bei RWO also eine Zukunft hat, ist noch unklar.
Der Rückzug hat Folgen für die Liga. So verlässt Union Nettetal dadurch den letzten Tabellenplatz, da die Niederlage gegen Oberhausen aus der Wertung genommen wurde. „Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Klassenerhalt eine große Herausforderung bleibt. Unser Ziel ist es, am Saisonende über dem 12. Tabellenplatz zu stehen – und dafür werden wir alles investieren“, sagt Peters. Aktuell hat das Team von Peters nun fünf Punkte und belegt Platz zwölf. CfR Links ist als Achter derzeit drei Punkte entfernt.
„Wir müssen auf uns selbst schauen. Die aktuelle Situation ist anspruchsvoll genug. Zahlreiche Verletzte und erkrankte Spielerinnen sowie die schwierigen Witterungsbedingungen im Januar haben eine optimale Wintervorbereitung deutlich erschwert“, sagt Peters. Der Ligabetrieb beginnt am 1. März mit dem Spiel gegen Tusa Düsseldorf.