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Nach drastischem Umbruch: Wermelskirchen ist für die BZL gerüstet

Lange konnten sich die Verantwortlichen des SV Wermelskirchen auf den Abstieg in die Bezirksliga einstellen. Die neu zusammengestellte Mannschaft könnte zunächst etwas Gewöhnungszeit benötigen.

von Markus Becker · 20.06.2024, 12:00 Uhr · 0 Leser
Beim SV Wermelskirchen wird man für die kommende Saison viele neue Gesichter erwarten.
Beim SV Wermelskirchen wird man für die kommende Saison viele neue Gesichter erwarten. – Foto: Andre Peters

Nach zuletzt turbulenten Zeiten liegt der Blick der Verantwortlichen des SV Wermelskirchen nun komplett auf der kommende Saison in der Bezirksliga. Zwar durchlief der SVW einen harten Umbruch, doch hat auch nach dem Abstieg eine qualitativ hochwertige Mannschaft zur Verfügung.

Turbulente Wochen auf und neben dem Platz

Schon früh in der Saison musste sich Wermelskirchen mit dem Gedanken befassen, nach fünf Jahren in der Landesliga wieder in die nächsttiefere Spielklasse abzurutschen. Zu den inkonstanten Leistungen kamen dann auch vermehrt Unruhen abseits des Platzes.

Sportlich verpasste der Verein den Klassenerhalt mit sechs Punkten hinter dem rettenden Ufer deutlich. Die neue Herausforderung in der Bezirksliga gab den Verantwortlichen genug Anlass personell umzukrempeln. Seit knapp fünf Wochen übernimmt Ralf Klüppelberg die sportliche Leitung des Vereins und führte im Verbund mit André Springob eine Vielzahl an Spielergesprächen.

"Ich bin erst nach dem ganzen Theater geholt worden. Da hat man mich gefragt, ob ich als sportlicher Leiter übernehmen würde, weil vieles falsch gelaufen ist", verriet Klüppelberg im Gespräch mit FuPa-Niederrhein. "Ich bin Urgestein von Wermelskirchen. Da habe ich natürlich natürlich zugesagt. Mein Herz hängt noch am Verein."

Die Resultate lassen sich sehen. Zu den sechs Spielern, die aus dem Landesliga-Kader mit nach unten gehen, kommen insgesamt 16 Neuzugänge für die kommende Saison.

Gleichwertiger Qualitätsaustausch

Dabei musste der Verein einige Leistungsträger und Stammspieler ersetzen. Maxim Vlasiuc und Tom Paß zieht es jeweils zum 1. FC Wülfrath. Für beide spielten besonders die deutlich geringeren Fahrtwege nach Mettmann eine wesentliche Rolle. Eray Yigiter wollte mit seinem Wechsel zum SC Velbert weiterhin auf Landesliga-Niveau spielen und auch Yannick Raufeiser war mit dem Wechsel zum FC Remscheid noch einmal auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Damit verlassen den SVW alleine vier der sechs am häufigsten eingesetzten Spieler der vergangenen Saison.

Qualitativ möchte man das besonders mit der Wiederkehr einiger alter Bekannter kompensieren. Die beiden Brüder Luca und Marin Postic, Sean Soares, Ferat Sari (jeweils SSV Bergisch Born) und Anis Geus (SSV Dhünn) kennen allesamt Wermelskirchen aus der Vergangenheit und spielten dort auch schon mehrfach auf dem Niveau der Landesliga.

Für Klüppelberg ist damit auch klar: "Das sind erfahrene Spieler, sodass unser Kader von der Stärke her besser ist, als in der Landesliga-Saison."

Die Rückkehr der ehemaligen Spieler hat besonders für Klüppelberg eine besondere Bedeutung, schließlich trainierte er den 98er-Jahrgang einst in der Jugend des SVW und ist überzeugt vom Charakter und der qualitativen Eignung der Neuankömmlinge. Gleichwohl sollte auch in der Bezirksliga die Erwartungshaltung nicht zu hoch gehangen werden. Ein Saisonfinish unter den besten sechs Mannschaften wäre komplett im Soll.

"Es wird eine Zeit dauern bis eine Mannschaft geformt wird, das ist klar. Dafür haben wir auch zu viele neue Spieler. Das wird ein paar Spiele dauern, aber die Zeit muss man den Jungs geben", betonte Klüppelberg.

Mit der Vielzahl ehemaliger Spieler ist das neue Gesicht in gewisser Weise ein altes. Vielleicht könnte das die allgemeine Eingewöhnungszeit im neu zusammengewürfelten Kader reduzieren.