
Am 1. Spieltag der Oberliga-Saison 2026/27 am Niederrhein setzte sich Gastgeber SV Scherpenberg in einem Acht-Tore-Drama mit 5:3 gegen ETB Schwarz-Weiß Essen durch. Ein Flutlichtausfall auf einer Seite des Spielfelds, der nicht behoben werden konnte, sorgt jetzt für reichlich Kritik aus dem Lager der Essener. In der Folge hat der Verein offiziell Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt.
Dabei kamen die Gäste deutlich besser in die Partie. Keine fünf Minuten waren rum, als Luke Kawabe (4.) das Spielgerät ins rechte Eck zum ersten Treffer des Abends versenkte. Knappe 20 Minuten später baute Florian Berisha (21.) die Führung für Schwarz-Weiß aus. Dann der erste große Aufreger der Partie: Tim Kaminski kassierte nach einer Rudelbildung eine Rote Karte. In der Folge musste der ETB eine ganze Stunde lang die 2:0-Führung mit zehn Mann verteidigen – allerdings ohne Erfolg. Pechvogel Slone Matondo (40.) versenkte den Ball im eigenen Tor und Baha Arslanboga (44.) glich noch vor der Halbzeit aus.
30 Minuten vor Schluss fiel dann auf der Seite der Auswechselbänke die Flutlichtanlage aus – was für die gesamte Partie noch Folgen haben sollte. Sportlich stellten die Gäste durch einen Distanzschuss von Ilyas Khattari (64.) die alte Führung wieder her. Doch in der Crunchtime zündete der SV Scherpenberg den Turbo: Erst glich Dario Gerling (88.) zum 3:3 aus, ehe er in der 92. Spielminute selbst den 4:3-Führungstreffer markierte. Mit dem 5:3-Endstand durch Ahmed Jemaiel (90.+4) brachen beim Aufsteiger alle Dämme. Valon Zhushis Gelb-Rote Karte (90.+4) setzte dem aus ETB-Sicht unglücklichen Freitagabend die Krone auf.
Insgesamt war es eine Partie, die großen Unmut beim ETB Schwarz-Weiß Essen auslöste. In einer ausführlichen Pressemitteilung machte der Verein im Anschluss seinen Standpunkt klar – mit deutlicher Kritik an der eigenen Leistung, am Flutlichtausfall während der Abendpartie sowie an der Leistung des Schiedsrichters.
FuPa-User und Ticker dieser aufregenden Oberliga-Partie, Jens Kröll, zeigte während des Livetickers die Sichtverhältnisse, nachdem die halbe Flutlichtanlage ausgefallen war, und schrieb: „Mit anbrechender Dunkelheit erkennt man, dass hier nur auf einer Seite des Platzes das Flutlicht an ist! Die andere Seite ist komplett aus. Schon grenzwertig!“
In der Mitteilung der Essener heißt es, dass es mehr als fragwürdig gewesen sei, diese Partie zu Ende zu führen. Folgerichtig hat der Verein nun offiziell Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. Obwohl aus dem Lager von ETB Kritik an der Leistung der Unparteiischen zu hören ist, sei dies nicht der Grund für die Niederlage gewesen: „Die Schuld für die Niederlage bei Schiedsrichterin Christina Junkers zu suchen, ist völlig deplatziert. Eine gute Leistung war es allerdings auch nicht. Sie wirkte in ihren Entscheidungen unsicher und trug dazu bei, dass es hektisch wurde auf dem Platz“, so der Essener Klub.
Ob diese Partie wirklich wiederholt wird, bleibt abzuwarten. Dass eine Flutlichtanlage zur Hälfte ausfällt und eine Abendpartie so nicht unter regulären Bedingungen zu Ende geführt werden kann, steht außer Frage. Für den neutralen Zuschauer dürfte es dennoch ein höchst unterhaltsamer 1. Oberliga-Spieltag gewesen sein.
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