
Das war schon etwas heimtückisch. Daniel Formberg bekam die volle Ladung von hinten ab. „Früher war das anders, da kamen die Jungs von vorne und man konnte besser ausweichen“, meinte Raspo Brands scheidender Trainer schmunzelnd nach der Sektdusche, der auch er nicht entkam.
Formberg nahm das sicherlich gerne hin in seinem letzten Spiel an der Seitenlinie des Fußball-Landesligisten. Mit 5:1 (3:0) gewann sein Team das Finale im Kreispokal gegen Bezirksliga-Meister Germania Eicherscheid. „Das ist natürlich ein rundum gelungener Abschluss, wir sind sehr stolz“, freute sich der leicht durchnässte Raspo-Coach, der prophylaktisch Ersatzkleidung mitgebracht hatte: „Da bin ich Profi.“
Als feiererprobt hatten sich große Teile beider Mannschaften bereits die Tage zuvor erwiesen. Es war das Duell zweier Mallorca-Tour-Teams. „18 von 20 Spielern waren vier Tage am Ballermann, sind erst gestern wieder gelandet. Dafür haben sie sich schon gut präsentiert“, meinte Germania-Trainer Sandro Bergs. „Auf Malle hat Eicherscheid mindestens 4:0 gewonnen, wir konnten heute den Ausgleich erzielen“, fügte Formberg mit einem Augenzwinkern hinzu.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde schien das Spiel entschieden zu sein: Raspo nutzte drei von sechs Möglichkeiten, war nach der ersten Ecke mit der ersten Torchance in Führung gegangen: Flanke Felix Haupts, Kopfballtreffer Marlon Klose (3.). „Das war natürlich ungünstig und ein schlechter Start“, kommentierte Bergs.
Torjäger Delany Arigbe hatte erhöht, nachdem er auf Vorlage von Nils Küppers im Strafraum mal wieder schneller am Ball gewesen war als Verteidiger und Torwart (33.). Zwei Minuten später spielte Raspo einen Angriff blitzsauber zu Ende. Nach einem Steckpass von Amir Jaidi schnürte Klose den Doppelpack. „Wir haben offensiv nicht viel liegen lassen“, lobte Formberg.
Chancenlos war Eicherscheid in Durchgang eins aber keinesfalls gewesen: Louis Breuer drosch den Ball aus guter Position nach einer Ecke drüber (16.). Eine Minute später hatte Tim Wilden die größte Chance für den Bezirksliga-Meister, vergab aus kürzester Distanz freistehend aber. Auch Luca Jansen verfehlte bei seinem Versuch das Tor (39.). „Wir haben es nach dem schlechten Start gut gemacht und das Spiel auf Augenhöhe gestaltet. Aber Raspo war sowohl defensiv als auch offensiv effizienter als wir“, bilanzierte Bergs.
Nach einem munteren Start in Halbzeit zwei – beide Teams hatten durch Noah Curkovic (48.) und wieder Arigbe (49.) zwei gute Gelegenheiten – wurde es deutlich: Raspos Albert Korotaev zog flach von außerhalb des Strafraums ab, der Ball flog präzise ins Eck zum 4:0 (55.). „Wir haben in der ein oder anderen Situation auch Glück gehabt, dass Eicherscheid nicht näher herangekommen ist“, gab Formberg zu.
Die Germania steckte aber nicht auf: Marcel Grugel erzielte das 1:4 (62.). Nach einer schönen Kombination hätte es Grugel sogar noch einmal spannender machen können, scheiterte aber an Torwart Mats Koch (69.). Zwei weitere hochkarätige Möglichkeiten konnte der Landesliga-Aufsteiger nicht nutzen (79., 81.). „Da müssen wir in der nächsten Saison abgezockter werden“, meinte Bergs.
Raspos Tobias Achterberg verpasste wegen Abseits ein mögliches Tor des Monats, als er den Ball ganz lässig mit der Hacke einnetzte (87.). Kurz danach traf Abdessamad Akherraz zum 5:1-Endstand (88.). „Eicherscheid hat richtig feine Jungs und eine gute Mannschaft, sie werden ihren Weg gehen in der Landesliga“, lobte Formberg fair. „Gratulation an Raspo. Daniel sei das zum Abschluss gegönnt“, sagte Bergs, bevor sein Trainerkollege von der „Heimtücke“ der Brander erwischt wurde.
Vor dem Finale hatten sich im Spiel um Platz drei A-Ligist SC Kellersberg und Bezirksligist Concordia Oidtweiler duelliert. Das klassenhöhere Team setzte sich am Ende mit 3:1 (2:1) durch. Für die Concordia trafen Lucas Hübner (5.), Mergim Batatina (43.) und Philipp Götting (90.+1). Der zwischenzeitliche Ausgleich von Thomas Unzu (15.) reichte nicht für den A-Ligisten. Beide Teams sind ebenfalls für den FVM-Pokal 2026/27 qualifiziert.
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