
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt - zwischen diesen beiden Gefühlswelten pendelte die Stimmungslage beim SV Deggenau in der Saisonendphase hin und her. Nachdem erst am letzten Spieltag die Vizemeisterschaft in der Kreisklasse Deggendorf perfekt gemacht wurde, scheiterte die Elf um Toptorjäger Christian Heilmaier eine Woche später in der Relegation in letzter Minute am SV Perkam. Damit verpasste der SVD - genau wie vor drei Jahren ebenfalls in Straßkirchen, damals gegen Motzing - den Aufstieg in die Kreisliga. Dennoch rüstet sich der Klub nun für die kommende Saison und kann mit Roland Moosmüller (34) und Marco Thurnherr (29) zwei Neuzugänge vermelden.
"Das war definitiv ein Déjà-vu", blickt der SVD-Vorstandsvorsitzende Uwe Eisenhut auf die vergangene Aufstiegsrelegation seines Teams zurück. "Grundsätzlich muss man aber sagen, dass man diese beiden Spiele eigentlich gar nicht vergleichen kann. Gegen Motzing hatten wir damals tatsächlich Glück, dass wir überhaupt so lange im Spiel waren, auch wenn der späte Treffer natürlich weh getan hat. Jetzt gegen Perkam schaut das Ganze ein bisschen anders aus. Natürlich wahnsinnig bitter, wenn deine ganze Saison erneut durch ein Tor in der Nachspielzeit entschieden wird, aber das ist eben der Sport".
Doch auch wenn der Schmerz bei den Verantwortlichen noch tief sitzt, bleibt keine Zeit für eine Pause und der Blick geht bereits nach vorn. In der kommenden Spielzeit soll der Wiederaufstieg angepeilt werden und mithelfen sollen dabei ab sofort auch zwei erfahrene Akteure. Marco Thurnherr und Roland Moosmüller wechseln von der DJK Neßlbach in die Deggenau. "Mit Marco und Roland bekommen wir nicht nur zwei sehr gute Fußballer ins Team, sondern gleichzeitig auch zwei echt tolle Typen, die wirklich hervorragend zu uns passen. Mit ihrer ganzen Erfahrung aus den letzten Jahren werden sie uns auf jeden Fall weiterhelfen und wir sind wahnsinnig froh, dass wir sie davon überzeugen konnten, zu uns zu kommen", erklärt der zweite Vorsitzende Michael Erl.

Der flexibel einsetzbare Thurnherr wurde bei der JFG Ohetal Kickers ausgebildet und kann mit seinen 29 Jahren bereits auf Erfahrung in verschiedensten Ligen zurückblicken. Neben mehreren Jahren in der A-Klasse und Kreisliga war der Mittelfeldmann für den TSV Seeebach bereits in der Landes- und Bezirksliga aktiv und wird in der kommenden Spielzeit nun auch erstmals in der Kreisklasse an den Start gehen. In den vergangenen drei Jahren galt der Linksfuß als wichtiger Baustein der DJK Neßlbach und konnte in 64 Spielen neun Treffer erzielen.
Dort stand Thurnherr unter der Leitung von Spielertrainer Roland Moosmüller auf dem Platz, der sich nun ebenfalls dem SVD anschließen wird. Der 34-Jährige zählte jahrelang zu den besten Verteidigern in der Region und absolvierte für die SpVgg GW Deggendorf, die SpVgg Osterhofen und den TSV Seebach über 100 Bayern- und Landesligapartien. In den vergangenen vier Jahren war der Defensivspezialist erst beim SV Neuhausen/Offenberg und zuletzt in Neßlbach als Spielertrainer der tonangebende Faktor und leistete stets überzeugende Arbeit.
"Wir hoffen jetzt natürlich darauf, dass sich nicht nur ein Teil, sondern die ganze Geschichte aus der Vergangenheit wiederholt", schmunzelt Klubboss Eisenhut und spielt damit auf den Meistertitel und den verbundenen Aufstieg an, den sich der SV Deggenau damals ein Jahr nach der verlorenen Relegation gegen den SV Motzing sichern konnte. Bereits in Kürze startet die Mannschaft der beiden Spielertrainer Benjamin Schiller und Johannes Sammer erneut in die Vorbereitung zur anstehenden Saison – das Ziel dürfte klar sein. "Wir wollen den nächsten Schritt gehen und in die Kreisliga zurück", gibt Michael Erl abschließend deutlich zu verstehen.