
Sheeva Seyfi ist in der Bezirksliga nicht zu stoppen. Auch dem FC Bayern fiel das bereits auf. ERDINGER Weißbier präsentiert die Top-Torjägerin des Monats.
München – 24 Tore in 10 Spielen. Sheeva Seyfi nimmt die Bezirksliga im Alleingang auseinander. Die 33-Jährige vom TSV Turnerbund München dreht im Schnitt alle 31 Minuten zum Torjubel ab. Mit einem gewaltigen Vorsprung führt sie die ERDINGER-Torschützenliste an. Ihre Werte sind so gut, dass zu Jahresbeginn sogar der FC Bayern auf die US-Amerikanerin aufmerksam wurde.
Seit sieben Jahren lebt Seyfi in Deutschland. Um in der neuen Umgebung Anschluss zu finden, suchte die gebürtige Kalifornierin, die bereits mit drei Jahren das erste Mal einen Ball am Fuß hatte, nach einem Fußballverein. „Meine Eltern haben mich alle Sportarten ausprobieren lassen, aber Fußball mochte ich immer am meisten“, erzählt Seyfi.
Wie gut sie ist, zeigt die Stürmerin seit 2019 beim Turnerbund München. In ihren ersten beiden Spielzeiten schoss das Kreisliga-Phänomen insgesamt 60 Tore. Unerreicht aber bleibt ihre Ausbeute in der Saison 22/23, als sie für den Turnerbund 45-mal einnetzte. Einzig zwei Saisonniederlagen verhinderten den Aufstieg als Krönung der Spielzeit.
„Du musst jeden Tag mental und körperlich bereit sein, dich auf dem Platz zu beweisen.“
Sheeva Seyfi
Auch in der darauffolgenden Saison mischte Seyfi wieder die Kreisliga auf. 28 Tore erzielte sie in neun Spielen bis zur Winterpause. Doch dann klopfte die U20 des FC Bayern München bei der Torjägerin an. Die schier unglaublichen Werte hatten den Zweitligisten auf die Amateurspielerin aufmerksam gemacht.
Bei Bayern II sollte Seyfi für ein halbes Jahr in der Offensive aushelfen. Eine einmalige Möglichkeit, die sich die Amateurfußballerin nicht entgehen ließ. „Es war eine coole Zeit“, blickt sie ein halbes Jahr nach ihrem Abenteuer in der 2. Bundesliga zurück, „Aber es war schwierig. Du musst jeden Tag mental und körperlich bereit sein, dich auf dem Platz zu beweisen.“
Die dafür nötige Energie hatte Seyfi nicht: „Ich bin froh, es gemacht zu haben. Aber ich bin auch froh, dass es vorbei ist.“ Letztendlich kam die Torjägerin zu drei Spielen für die Roten, ein Kurzeinsatz in der 2. Bundesliga sowie zwei Testspiele, eins davon gegen die erste Mannschaft der Bayern-Frauen. Eine Sonderregel für den Einsatz älterer Spielerinnen in U20-Teams verhinderte mehr Einsatzzeit für die 33-Jährige.
Jetzt beim Turnerbund ist Seyfi zurück in ihrer fußballerischen Heimat: „Ich wollte wieder zu meinen Teamkolleginnen. Wir verstehen uns gut, verbringen viel Zeit zusammen.“ Auch an freien Wochenenden und in der Winterpause sei das Team gemeinsam unterwegs, erzählt sie.
Die Harmonie spüren sie beim TSV auch auf dem Platz: „Bei mir läuft es gut, weil es in der Mannschaft gut läuft. Wir können alle kicken, sind alle befreundet, wollen unbedingt gewinnen.“ Diese Kombination, so die Stürmerin, sei der Schlüssel zum aktuellen Erfolg: „Das sehen wir schon daran, dass Toni Tewes, Lili Raths, Franzi Kriegel und Meryem Richter auch viele Tore geschossen haben.“
In der Tat. Alle der von Seyfi genannten Spielerinnen befinden sich gemeinsam mit ihr in den Top Ten der ERDINGER-Torschützenliste. An Seyfi aber kommt keine heran. Selbst Tewes – zweitbeste Torjägerin der Liga – steht mit elf Treffern den 24 Toren ihrer Teamkollegin um einiges nach. Für den Turnerbund holte das Dream-Team in elf Ligaspielen die volle Punktzahl (zur Tabelle). Nach dem Aufstieg aus der Kreisliga führen sie nun auch die Bezirksliga klar an. 33 (!) Ligaspiele gewann der TSV saisonübergreifend in Serie. Einzig eine Pokalniederlage gegen SV 1880 München (3:3, Niederlage nach Elfmeterschießen) trübt die Unbesiegbarkeit der Überfliegerinnen.
„Es ist nichts fix“, meint Seyfi, die in Richtung Aufstieg tiefstapelt, „1880 ist ein Team aus unserer Liga. Wir dürfen nicht denken, dass es schon vorbei ist.“ Gedanken darüber, was mit dem Turnerbund noch möglich sei, macht sie sich nicht. Es könne ja immer alles passieren.
Ihre persönlichen Zukunftspläne sind dagegen sehr klar. „Ich habe noch immer viel Spaß und möchte spielen, solange mein Körper mitmacht. Zwei bis drei Jahre sind das auf jeden Fall.“ Keine guten Aussichten also für ihre Kontrahentinnen im Rennen um die 15 Kästen ERDINGER. Behält Seyfi auch zukünftig ihren Torriecher, scheint die Siegerin in der Torschützenliste auf Jahre hinaus bereits gesetzt.
Übrigens: Bliebe Seyfi auch in der Rückrunde bei ihrer Quote von einem Treffer alle 31 Minuten, käme sie am Saisonende auf 57 Tore. Ob realistisch oder nicht, Sheeva Seyfi bewegt sich in Sphären, von denen ihre Konkurrentinnen weiter nur träumen können. (spo)