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Nach 8:1 in der Landesliga: "So lange wie möglich oben dabei bleiben"

Die SG Empfingen siegt mit 8:1, mittendrin ist Torjäger und Dreierpacker Moritz Zug.

von Timo Babic · 15.03.2026, 15:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Mit einem Satz, der weit über einen rauschhaften Nachmittag hinausweist, ordnete Moritz Zug den 8:1-Kantersieg der SG Empfingen gegen den TuS Ergenzingen im Gespräch mit FuPa ein: „Wir haben viel Potenzial und wollen natürlich so lange wie möglich oben dabei bleiben.“ Es war die passende Einordnung eines Spiels, in dem die SG Empfingen in der Landesliga Württemberg, Staffel 3, von Beginn an mit Nachdruck auftrat, den Gegner früh überrollte und sich damit auf Tabellenplatz zwei festsetzte. Dreifachtorschütze Zug stand dabei sinnbildlich für eine Mannschaft, die ihre Wucht, ihre Zielstrebigkeit und ihren Anspruch eindrucksvoll offenlegte.

Blitzstart als Türöffner

Schon nach einer Minute hatte Moritz Zug die Partie mit dem 1:0 in die gewünschte Richtung gelenkt. Was danach folgte, war allerdings zunächst noch kein Spaziergang, wie der 30 Jahre alte Angreifer gegenüber FuPa betonte. „Wir hatten natürlich einen guten Start mit dem 1:0, aber zu Beginn war das Spiel offen“, sagte Zug. Erst allmählich gewann Empfingen die entscheidenden direkten Duelle, die Partie kippte zusehends. „Aber wir haben dann mehr 50:50-Duelle gewonnen und dann wird es natürlich schwer für den Gegner“, erklärte er. Genau so entwickelte sich das Spiel: aus einer offenen Anfangsphase in eine einseitige Vorstellung.

Zug zieht Ergenzingen den Zahn

Dass Empfingen schon zur Pause mit 5:0 führte, lag auch an einem Angreifer, der einen jener Nachmittage erwischte, an denen ihm beinahe alles gelang. Zug traf in der 1., 22. und 44. Minute und schnürte damit seinen Dreierpack noch vor dem Seitenwechsel. Philipp Kress erhöhte zwischenzeitlich auf 2:0, Erdem Sonay legte mit dem 5:0 unmittelbar vor der Pause nach. Später schraubten Sonay, Lucas Haug und Sandro Mihic das Ergebnis auf 8:0, ehe Linus Hellstern noch der Ehrentreffer für Ergenzingen gelang. Zug, Rechtsfuß, Angreifer, seit 2023 in Empfingen und in seiner Laufbahn in 255 Spielen an mehr als 170 Toren direkt beteiligt, war dabei einmal mehr der prägende Offensivspieler.

Scorer als Ausdruck von Verlässlichkeit

Mit seinen drei Treffern steht Zug nun bereits bei 15 Scorerpunkten in dieser Saison. Es ist ein Wert, der seine Bedeutung im Empfinger Offensivspiel unterstreicht, ohne dass er daraus ein großes Thema über die eigene Person machen wollte. „Des fühlt sich natürlich immer gut an und ich freu mich riesig über jeden Scorer, den ich beisteuern kann“, sagte er gegenüber FuPa. In diesem Satz steckt viel von jener Mischung aus Freude und Bodenständigkeit, die erfahrene Spieler häufig auszeichnet. Zug formuliert nicht in Superlativen, sondern im Dienst der Mannschaft – und gerade das macht seine Aussage glaubhaft.

Ein Ergebnis mit Seltenheitswert

Ein 8:1 ist selbst in offensiv geprägten Ligen ein Ausnahmeergebnis, in der Landesliga erst recht. Zug musste nicht lange überlegen, ob er ein solches Resultat schon einmal erlebt hatte. „Ja tatsächlich mit Nehren gegen Holzgerlingen“, sagte er und erinnerte damit an den 6. März 2022, als er beim 8:1-Sieg des SV Nehren gegen Holzgerlingen sogar fünf Tore erzielt hatte. Dennoch maß er auch dem jüngsten Erfolg eine besondere Bedeutung bei. „Aber klar, das ist natürlich was Besonderes, so ein Ergebnis“, sagte er. Und tatsächlich war dieser Nachmittag mehr als ein gewöhnlicher Sieg: Er war ein Statement im Aufstiegsrennen.

Empfingen mischt die Spitze auf

Die Tabelle verleiht dem Erfolg zusätzliches Gewicht. Nach 21 Spielen liegt die SG Empfingen mit 44 Punkten auf Rang zwei, nur zwei Zähler hinter Tabellenführer TSG Balingen II, die allerdings ein Spiel weniger absolviert hat. Dahinter lauert der SV Zimmern mit 43 Punkten aus 20 Partien. Empfingen befindet sich also mitten in jenem engen Wettbewerb, den Zug selbst treffend beschreibt. „Wir haben viel Potenzial und wollen natürlich so lange wie möglich oben dabei bleiben, was am Ende dabei rauskommt, werden wir sehen“, sagte er. Und er schob hinterher: „Aber klar, unsere Konkurrenten haben natürlich auch sehr viel Qualität, daher wird es hoffentlich spannend zu Saisonende.“ Es ist die Sprache eines Spielers, der Ambition und Realitätssinn miteinander verbindet.

Zwischen Gegenwartsglück und Zukunftsplan

Auch persönlich wirkt Zug gefestigt. Seine Ziele formuliert er nüchtern, aber nicht ohne Perspektive. „Natürlich so lange wie möglich fit bleiben und auf dem höchst möglichen Niveau kicken“, sagte er. Zug, inzwischen 30 Jahre alt und nach Stationen beim SV Hirrlingen und SV Nehren seit 2023 für Empfingen aktiv, denkt zugleich schon an spätere Rollen. „Aber ich kann mich auch vorstellen, in Zukunft irgendwo mal Spielertrainer zu machen.“ Vorerst jedoch sieht er keinen Anlass für Veränderung. „Momentan bin ich wirklich glücklich in Empfingen und wir haben wirklich einen starken Zusammenhalt und eine Freundschaft, die man wirklich hervorheben muss.“ Nach einem 8:1 wie gegen Ergenzingen klingt das nicht nur wie eine freundliche Floskel. Es klingt wie einer der Gründe für diesen Triumph.