2025-12-03T05:51:34.672Z

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Der SV Prackenbach steht am sportlichen Abgrund
Der SV Prackenbach steht am sportlichen Abgrund – Foto: Josef Högerl

Nach 33 Jahren: Prackenbach droht Absturz in die A-Klasse

Mit drei tschechischen Neuverpflichtungen soll der Abstieg in die unterste Spielklasse noch abgewendet werden

1991 stieg der SV Prackenbach in die heutige Kreisklasse auf und schrieb in den darauffolgenden Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Um die Jahrtausendwende herum war der Klub aus dem Landkreis Regen im niederbayerische Fußball eine richtig gute Nummer und gehörte zwischen 2002 und 2005 sogar der Bezirksoberliga an. In den Folgejahren folgte noch mehrere Bezirksliga-Spielzeiten, letztmals gehörte man der Ost-Staffel in der Saison 2015/2016 an, ehe es zuletzt immer mehr bergab ging. In der Kreisklasse Regen belegt das Team um Spielführer Alexander Bauernfeind derzeit den vorletzten Tabellenplatz, der im Endklassement den Abstieg in die A-Klasse zur Folge hätte. Um diesen zu verhindern, haben die Verantwortlichen reagiert und im Winter drei neue Kicker aus Tschechien verpflichtet.

"Mit dieser Abwärtsspirale haben wir so nicht gerechnet. Nun geht es in der Frühjahrsrunde ums nackte Überleben, nach dem wir in den Herbst hinein immer tiefer in den Abstiegssog gezogen wurde und nun nach über 30 Jahren wieder der Gang in die niedrigste Amateurklasse droht. Die Gründe dafür sind vielfältig und es reihte sich ein Mosaiksteinchen ans andere, ehe die Mannschaft so verunsichert war, dass gar nichts mehr klappen wollte im System der Truppe von Coach Uwe Augustin, der seit Sommer an der Seitenlinie das Sagen hat. Zuletzt standen fünf Niederlagen in Folge zu Buche, so dass man auf einem direkten Abstiegsplatz die Restrunde in Angriff nehmen muss und gerade mal zwölf Pünktchen auf der Habenseite stehen. Auch das Torverhältnis spricht Bände und legt unsere Misere offen. Vorne zu wenig Durchschlagskraft und in der Defensive, wie schon in der Vorsaison, zu anfällig. Wie im Vorfeld befürchtet, waren die Ausfälle der beiden tschechischen Legionäre Micka und Jira, die in der Vorsaison zusammen eine Quote von über 30 Toren zu verzeichnen hatten, nicht zu kompensieren. Besonders die Qualitäten von Micka, der kurz vor Saisonstart gesundheitlich bedingt die Flinte ins Korn werfen musste, werden schmerzlich vermisst", berichtet Prackenbachs Schriftführer Christian Klingl.


Trainer-Haudegen Uwe Augustin hat trotz einer verkorksten Herbstrunden weiter das Vertrauen der Verantwortlichen
Trainer-Haudegen Uwe Augustin hat trotz einer verkorksten Herbstrunden weiter das Vertrauen der Verantwortlichen – Foto: Bernhard Enzesberger



Das man trotz der Probleme am erfahrenen Übungsleiter Uwe Augustin festhielt, war laut dem SVP-Funktionär zuletzt auch dem Aspekt geschuldet, dass gerade die etablierten Spieler unter Form agierten und zu viele Akteure im Kader, meist beruflich bedingt, es gerade mal auf eine Handvoll Trainingseinheiten über die komplette Vorrunde brachten. "In der Breite war der Fitnesszustand einfach zu mager. Verletzungen taten ihr übriges. Zu nennen sind vor allem die Kreuzbandrisse von Josi Högerl und Manuel Hagl sowie die anhalten Leistenprobleme von Tobias Vaitl. Alle drei hatten kaum Einsatzzeiten. Mit den Nachwuchstalenten, die neu zum Kader gestoßen sind, waren wir im Großen und Ganzen zufrieden. Aber es ist normal, dass besonders in einer solch schwierigen Situationen bei jungen Spielern die Leistungen schwanken", sagt Klingl.




Unter den gegebenen Umständen hat sich die sportliche Führung über die Wintermonate entschieden, personell zu rochieren, um im besten Fall die Statik neu auszurichten und eine Wende ins Positive herbeizuführen. Nach einigen Rückschlägen bei der Suche werden in den restlichen Spielen drei neue Legionäre aus Tschechien den Kader verstärken. Für die vakante Position auf der "Sechs" wurde Simon Tezky verpflichtet und für den offensiven Bereich die beiden 20-jährigen Jungspunde David Tesinsky und Martin Rada.


Verabschiedet wurden Tomas György, der sich mittlerweile dem Ligakonkurrenten SpVgg Kirchdorf-Eppenschlag angeschlossen hat, und Radim Jira, der nach Österreich gewechselt ist. "Das waren beides Grenzfälle, aber die Entscheidung fiel nicht zuletzt auch deswegen, um den Altersschnitt etwas nach unten zu korrigieren und den Fokus unter anderem mehr auf das läuferische Potentzial zu legen", sagt Klingl. Balint Balga hat den Klub ebenfalls verlassen und sich dem FC Altrandsberg angeschlossen. "Die arg kritisierte sportliche Führung der SVP hofft natürlich, dass diese Maßnahmen Früchte tragen und sich die Turbulenzen im Verein wieder etwas beruhigen. Der Klassenerhalt wäre aus sportlicher Sicht dafür ohne Frage immens wichtig", meint Christian Klingl abschließend.

Aufrufe: 07.3.2024, 10:00 Uhr
Thomas SeidlAutor