
Ziemlich still und leise ist bei der Frauenmannschaft des 1. FC Schwarzenfeld eine lange Trainer-Ära zu Ende gegangen. Nach über zwei Jahrzehnten (!) an der Seitenlinie hat sich Christian Tranitz vergangene Woche dazu entschlossen, sein Traineramt abzugeben. Damit möchte er in einer sportlich schwierigen Phase ein Zeichen setzen und der Mannschaft nochmal neue Impulse geben im Abstiegskampf der Landesliga Nord. Die Nachfolgelösung hat der Verein schon geregelt.
Das ist vielleicht einmalig im Oberpfälzer Fußball: Rund 23 Jahre lang stand Christian Tranitz fürs Schwarzenfelder Frauenteam in der Verantwortung. Und das durchgehend. Davor kann man nur den Hut ziehen. Er führte die Mannschaft aus der untersten Spielklasse in die Bezirksliga und schließlich in die Bezirksoberliga. Im vergangenen Sommer feierte man gemeinsam die Meisterschaft in der BOL und den damit verbundenen erstmaligen Aufstieg in die Landesliga – eine Riesensache für den gesamten Verein. Ohnehin war das vergangene Jahr ein äußert erfolgreiches, mit dem Sieg im Bezirkspokal und dem Bezirkstitel in der Halle. „Christian hat das Ganze aufgebaut, die sportlichen Erfolge sind sein Verdienst. Er hat das Team aus der Gruppenliga in die Landesliga geführt. Eine krasse Leistung“, kann Fußballabteilungsleiter Florian Peter nicht genug Hüte vor Tranitz' langjähriger Arbeit ziehen. „Um einen neuen Impuls im Abstiegskampf zu setzen, hat er aufgehört. Das bedauern wir natürlich.“
Bereits beim vergangenen Auswärtsspiel in Leerstetten (0:0) stand Tranitz' Nachfolger erstmals in der Verantwortung. Jürgen Ebenschwanger erklärte sich dazu bereit, in die Bresche zu springen. Der 53-Jährige coachte in der Vergangenheit die Frauen des SC Luhe-Wildenau und führte sie in die Bezirksliga. Als aktiver Spieler trug er ebenfalls lange das Trikot von Luhe-Wildenau. Im Schwarzenfelder Sportpark trainiert Ebenschwanger künftig auch seine Tochter Linda. „Wir sind froh, dass er so kurzfristig übernommen hat“, tut Peter kund. Die Zusammenarbeit läuft zunächst bis zum Saisonende. Großer Ziel ist es, den Landesliga-Verbleib doch noch zu schaffen. Vor den letzten neun Spieltagen rangieren die FCS-Frauen auf dem letzten Tabellenplatz der Nord-Staffel. Vier Mannschaften steigen direkt ab, der Rückstand aufs rettende Ufer beträgt aktuell sechs Punkte. Es ist also noch durchaus was drin für die Schwarzenfelderinnen.