2025-12-03T05:51:34.672Z

Spielbericht
Rauchgeschwängerte Luft im WB-Stadion: Zürichs Captain Yanick Brecher stand in Hälfte zwei oftmals im Mittelpunkt.
Rauchgeschwängerte Luft im WB-Stadion: Zürichs Captain Yanick Brecher stand in Hälfte zwei oftmals im Mittelpunkt. – Foto: Kaspar Köchli

Mutiger FCWB wird nicht belohnt

Schweizer Cup, 1. Hauptrunde. Wettswil-Bonstetten - FC Zürich

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Am Freitagabend lud der FC Wettswil-Bonstetten zu einem tollen Fussballfest ein. Sportlich blieb man dem grossen FC Zürich zwar unterlegen, das Team um Stephan Lichtsteiner zeigte aber einen beherzten Auftritt und hielt in einer ausgeglichenen Partie lange dagegen.

Seitens FCZ konnte den Fans der Südkurve die beste Leistung attestiert werden – sie unterstützten ihr Team mit durchgehendem Fangesang und sorgten mit den vielen WB-Fans gemeinsam für eine friedliche Cup-Stimmung in der functiomed-Arena, die mit einem neuen Rekord von 5300 Zuschauenden ausverkauft war.

Erste Hälfte mit leichten Vorteilen FCZ

Das Heimteam startete unerschrocken in die Partie, hatte bereits nach wenigen Minuten eine erste Konterchance, welche der herauseilende FCZ-Keeper Brecher klärte. In der 8. Minute versuchte sich Gomez nach einem Corner per Kopf und zwang Thaler im WB-Tor zu einer Glanzparade.

Danach flachte das Spiel etwas ab und die gut postierte WB-Defensive stand stabil, zumal die Profis in vielen Aktionen zu unpräzis agierten. FCZ-Trainer van der Gaag stellte sein Team gegen den Underdog aus dem Säuliamt gegenüber dem Sieg in Lausanne nur auf drei Positionen um. Man nahm den unterklassigen Gegner ernst.

Dennoch dauerte es bis in die 25. Minute und brauchte eine Nachlässigkeit in der WB-Abwehr, um den zweiten Torschuss des Favoriten zu sehen. Der FCWB brachte den Ball nicht weg und liess Emmanuel auf der rechten Seite zu viel Platz. Dieser konnte im Strafraum fast ungehindert aufs Tor schiessen und erzielte somit die Führung für den FCZ.

WB weiterhin unerschrocken

Trotz mehr Ballbesitz des FCZ, konnten sich die Platzherren die gefährlicheren Szenen mit Kontern herausspielen. Es fehlte aber an letzter Konsequenz und Präzision und einmal auch am fälligen Hands-Pfiff des Unparteiischen direkt an der Strafraumgrenze, um erfolgreich zu sein. Mit einem knappen 0:1 ging es in die Pause.

Erstaunliches passierte nach dem Seitenwechsel. Bei Cup-Begegnungen zwischen Profi-Teams und Amateur-Spielern zeigt sich spätestens Mitte zweiter Hälfte der Unterschied in Bezug auf die körperliche Fitness und Physis. Nicht aber an diesem Abend. Je länger das Spiel dauerte, desto stärker wurde der FCWB, umso schwächer gleichzeitig der Auftritt des FCZ. Die Profis blieben im zweiten Durchgang wirkungslos und enttäuschten auf praktisch allen Positionen.

Starke WB-Schlussphase

Den Ämtlern gelang es Mitte der zweiten Halbzeit, sich auch Vorteile beim Ballbesitz zu erspielen. Der FCZ vermochte nicht zu reagieren und liess dem FCWB viele Freiräume. In der 81. Minute wurde es erstmals ganz heiss vor Brechers Kasten. Der eingewechselte Mesto konnte nach einem tollen Zuspiel alleine aufs Tor losziehen und wurde zu Fall gebracht. Turkes’ Pfiff blieb aus, die Szene unklar, über einen Penalty hätte sich der FCZ aber nicht beschweren dürfen.

Und die Lichtsteiner-Elf powerte weiter und erspielte sich in der 86. Minute die nächste Grosschance. Zunächst scheiterte Rüegger an Brecher, danach konnte Kamberi in Extremis den Nachschuss von Di Battista in Corner lenken. Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt längst verdient, ja die Platzherren hatten sogar ein klares Chancenplus zu verzeichnen.

In der 88. Minute spielte Figueiredo von rechts perfekt auf Di Battista, der aus kürzester Distanz über das Gehäuse schoss. Die Rotschwarzen liessen nichts unversucht, Stettler holte mit seinem Abschlussversuch in der 90. Minute noch einen Eckball heraus und nochmals brannte es lichterloh im FCZ-Strafraum.

Im Gegenstoss nutzten die Profis dann die Freiräume aus und eine Kombination von Tramoni über Krasniqi auf Emmanuel führte zum 0:2 und zur Entscheidung.

Enttäuscht und trotzdem stolz

Dem Team des FCWB bleibt die Erkenntnis, einmal mehr nahe an der Sensation dran gewesen zu sein und es doch nicht geschafft zu haben. Entsprechend «angefressen» war Trainer Lichtsteiner nach dem Spiel. Mit der Leistung seiner Spieler war er sehr zufrieden und er vergab Komplimente ans ganze Umfeld für ein tolles Fussballfest.

Di Battista, der zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich nicht nutzen konnte, war nach dem Spiel zwar genervt darüber, untermauerte aber die Ambitionen des Dorfclubs: «wir haben nicht nur dran geglaubt, wir wollten es wirklich».

Und Captain Peter bestätigte im TV-Interview, dass er sehr stolz auf die Mannschaft sei. Stolz darf das Team auf diese Leistung auf jeden Fall sein. Zusammen mit der ganzen WB-Family hat man ein weiteres Cup-Highlight geschaffen und der Glaube an die Sensation bei der nächsten Gelegenheit, ist nach dieser Leistung umso grösser.

Englische Woche steht bevor

Nach diesem Event der Sonderklasse und wohl einer Überdosis Adrenalin bei allen Beteiligten, folgt nun wieder Normalbetrieb in der Meisterschaft.

Bereits am Mittwoch steht die Partie im Tessin gegen Collina d’Oro auf dem Programm und am kommenden Sonntag trifft man auf dem Moos auf den Aufsteiger FC Widnau.

Zwei wichtige Partien, um den Start in die neue Saison erfolgreich zu gestalten. «Am Mittwoch braucht es wieder Charakter, am Mittwoch sehen wir, was wir wirklich für ein Team sind», so Lichtsteiner nach dem Spiel. Die Umstellung auf den Ligabetrieb wird nicht einfach und man darf gespannt sein, wie dies dem FCWB gelingt.

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Aufrufe: 016.8.2025, 14:56 Uhr
Oliver HedingerAutor