2026-04-20T12:45:22.080Z

Allgemeines

Mutige Nachahmer gesucht

Eine vorbildliche Fair Play-Aktion wird gelobt

von Stefan Holzhauser · 24.08.2025, 09:13 Uhr · 0 Leser
Beim Spiel zwischen Leitersweiler und Hoof-Osterbrücken ging es fair zu
Beim Spiel zwischen Leitersweiler und Hoof-Osterbrücken ging es fair zu – Foto: S4Fussball .News

Fast jeder Fußballer dürfte schon einmal eine Situation erlebt haben, in der ihm - und damit seiner gesamten Mannschaft - vom Schiedsrichter unbeabsichtigt ein Vorteil gewährt wurde. In diesem Moment schießen den betroffenen Spielern oft folgende Gedankenspiele durch den Kopf: Soll ich dies beim Schiedsrichter korrigieren, auch wenn meine Mannschaft vielleicht vom Ergebnis her einen Nachteol davon hat? Und wie wird das Umfeld meines Vereins darauf reagieren? Werde ich vielleicht sogar beschimpft, weil ich ehrlich war und wir dadurch nicht gewonnen haben? Klar: Wenn in solchen Situationen ein Spiel längst entschieden ist und die Richtiggstellung beim Unparteiischen daher vom Ergebnis her nicht meht entscheidend ist, fällt es leicht, korrigierend ins Spielgeschehen einzugreifen. Aber was ist, wenn zu diesem Zeitpunkt der Sieger noch völlig unklar ist. Wer sich dann beim Schiedsrichter meldet, zeigt wahre Größe, kann später noch in den Spielgel hineinschauen - und wird vielleicht sogar noch selbst (und seine Mannschaft) für sein Fair Play-Verhalten ausgezeichnet.

Am vorletzten Sonntag ging es im Auswärtsspiel der SG Hoof-Osterbrücken beim Lokalrivalen SV Leitersweiler um genau eine solche Szene. Beim Stand von 2:0 für die Gäste lief der Leitersweiler Spieler Steffen Lenhardt auf das gegnerische Tor zu und kam zu Fall. Der Schiedsrichter verhängte eine Zeitstrafe gegen den gegnerischen Keeper. Doch Lenhardt zeigte wahren Sportsgeist, ging zum Unparteiischen hin und erklärte, dass er ohne Fremdverschulden gestürzt sei. Der Schiedsrichter nahm daraufhin die Strafe zurück.

In diesem Zusammenhang weist der Saarländische Fußballverband daraufhin, dass solche Fair Play-Gesten jederzeit gemeldet werden können. Dabei spiele es keine Rolle, ob Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Zuschauer oder Vereinsmitglieder davon betroffen sind. Auch der Melder einer solchen Geste erhält ein kleines Geschenk. Und jeden Monat wird die beste faire Geste ausgezeichnet - die betreffende Person erhält eine Urkunde sowie einen Gutschein für den DFB-Shop. Und sein Verein darf sich über einen kompletten Trikotsatz im Wert von rund 1000 Euro freuen.

Fair zu sein lohnt sich also gleich dreifach für Spielerinnen und Spieler: Man geht mit einem guten Gefühl vom Platz - und anschließend kann es noch Belohnungen für den Verein und die eigene Person geben. Von daher vielen Dank Steffen Lenhardt - für solch vorbildliche Sportler wie ihn werden mutige Nachahmer gesucht.