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Murnau-Kapitän Philip Jarosch fällt monatelang aus

Nasenbeinbruch nach Kopfballduell

von Andreas Mayr · 10.03.2026, 10:27 Uhr · 0 Leser
Das Lachen vergeht ihm nicht: Philip Jarosch nimmt seine Verletzung mit Humor.
Das Lachen vergeht ihm nicht: Philip Jarosch nimmt seine Verletzung mit Humor. – Foto: Markus Nebl

Der TSV Murnau muss seinen Kapitän ersetzen. Philip Jarosch erlitt beim Kopfballduell einen komplizierten Nasenbeinbruch und fehlt wohl monatelang.

Wenigstens der Doktor nahm die Sache mit Humor. Nach der Sichtung der Computerbilder meinte der Spezialist, „dass er lange keine so kaputte Nase auf dem Tisch gehabt hat“. So erzählt es Philip Jarosch, der ausgeknockte Kapitän der Murnauer Fußballer. Im schlimmsten Fall verpasst er mit einem Nasenbeinbruch den Rest der Landesliga-Saison. Genau ist das nicht vorherzusehen, weil die Mikrofrakturen in diesem Bereich eine ziemlich diffizile Sache sind. Der Innenverteidiger sieht’s so: „Wenn es richtig wichtig wird hinten raus, versuche ich zu 100 Prozent, nochmals anzugreifen.“

Zugestoßen ist ihm das Schlamassel bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen im Spiel in Rosenheim. Als Kapitän der Murnauer Fliegerstaffel sichert er den Luftraum ab, gehört zu den besten Kopfballspielern der Klasse. Nur gegen 1860 sah er seinen Gegenspieler gar nicht anrauschen, wie er sich nach oben schraubte. „Der ist voll in mich hineingerasselt.“ Solche Aktionen ereignen sich öfter, meist aber nicht mit diesen Folgen. Es ging direkt ins Krankenhaus. Zwei Bilder mit Spezialgerät und zwei Tage später war klar: Das ist mit einem kleinen Eingriff nicht erledigt. Bereits am vergangenen Dienstag fand sich Jarosch auf dem Operationstisch wieder. Davor, währenddessen und danach verspürte er glücklicherweise keine Schmerzen. „Hat mich gewundert, weil viele sagen, das ist richtig unangenehm.“

Kaum erfreulich war dafür der Genesungsplan des Docs. Vier Wochen ohne Sport verschrieb der – und meint damit wirklich nullkommanull körperliche Betätigung. Nicht einmal eine Kiste darf Jarosch in der Theorie schleppen. Für einen Menschen mit so viel Bewegungsdrang wie ihn natürlich „wirklich bitter: Ich bin einer, der sich rühren muss“. Danach könnte er’s mit einer Maske im Zorro-Style wieder probieren. Allerdings schützt die natürlich nicht vor direkten Treffern. Wer Jarosch und seine kompromisslose Art zu verteidigen kennt, weiß, dass das auch schiefgehen kann. Realistischer sind – je nach Heilungsverlauf – zwei bis drei Monate Pause.

In Murnau suchen sie nun nach dem passenden Ersatz. Eins zu eins ersetzt ihn ohnehin niemand. Mit Leon Schlichting stünde einer der Senkrechtstarter des Jahres parat, wenn er nicht selbst gerade an einer Zerrung laborieren würde. Übrig bleiben lauter Unterstützungskräfte, die zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Karriere mal in der Innenverteidigung aufgelaufen, aber wahrlich keine Spezialisten sind. Fabian Heiland kommt in Sachen Körper und Präsenz am ehesten an Jarosch ran. Tizian Schatto spielte in der U19 bei 1860 München mal auf dieser Position. Jannis Braun brachte das Werk am Samstag in Rosenheim zu Ende. „Es gibt viele, aber alle mit unterschiedlichen Ansätzen“, weiß Jarosch selbst. Auch Trainer Martin Wagner und sein Ideenreichtum sind nun gefragt.

Mindestens genauso abgehen werden seine Kommandos auf dem Platz. Gemeinsam mit Torwart Fabio Grund gibt er Murnaus Megafon mit Anweisungen in Mega-Lautstärke. Aufzufangen haben das nun Männer wie Christoph Greinwald, die immer mal wieder antreiben, aber noch nicht dieses Charisma und die Wirkung eines Jarosch haben. „Leute, die bisher gar nichts sagen, werden nicht auf einmal Romane erzählen“, scherzt der PJ, wie sie ihn bei den Drachen nennen. Die Stimme des Murnauer Fußballs wird auch weiterhin zu hören sein. Nur halt neben dem Feld. „Ich schaue, dass ich bei jedem Spiel da bin. Das gehört dazu.“