2025-12-03T05:51:34.672Z

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Ein Anblick, den sich der Coach öfter wünscht: Die Fußballer des TSV Murnau II im (mitunter „dreckigen“) Zweikampf.
Ein Anblick, den sich der Coach öfter wünscht: Die Fußballer des TSV Murnau II im (mitunter „dreckigen“) Zweikampf. – Foto: Tamara Rabuser

Murnau II nicht „schmutzig“ genug – Abgezockter MTV Berg zerlegt Jungdrachen

0:4-Niederlage zeigt: Junge Murnauer müssen sich nach wie vor an Männer-Fußball gewöhnen. Es werden noch zu viele Haken geschlagen und nicht dreckig genug gespielt.

Sie haben zwar noch zwei Nachholspiele im dunklen Herbst. Dennoch zog Stephan Bierling bereitwillig eine erste Bilanz. „War zu erwarten, dass wir mal Lehrgeld zahlen“, sagt der Trainer der Murnauer Reserve. Im Allgemeinen sprach er über die erste Kreisligasaison der Jungdrachen, im Speziellen über das 0:4 gegen Berg vom Samstagabend. Wieder einmal zeigten sich in dem Spiel zwei Dinge: Die Ausleihen aus der Landesliga schön und gut – aber sie tragen nicht dazu bei, dass sich das Team einspielt. „Die anderen Mannschaften haben die Automatismen, die bei uns nicht so da sind“, sagt der Coach. Zum Zweiten kämpfen seine jungen Spieler nach wie vor massiv mit der Umstellung zum Männer-Fußball. Bierling würde sich wünschen, dass auch sie „ein bissl schmutzig“ spielen, die „kleinen Haken“ weglassen, die in der Jugend noch mühelos funktionieren.

Murnau macht sich das Leben selbst schwer

Das Heimspiel gegen Berg könnte man auch einen Rückfall in alte Zeiten, genauer zu den ersten Spielen in der Kreisliga, nennen. Damals hatte Murnau durch seine Naivität viele Gegentore bekommen. So auch am Samstag. 0:2 und 0:4 fielen nach Ballbesitz des TSV. Einmal stand den Spielern ein Freistoß, einmal ein Einwurf zu. „Dadurch haben wir es uns selbst schwer gemacht“, klagt der Coach. Die übrigen Berger Treffer umgab, aus Drachen-Perspektive, eine gehörige Portion Pech. Beim 0:1 versuchte Paul Juntke, einen Schuss zu blocken, traf dabei allerdings seinen Gegenspieler. Die Folge: Elfmeter. Das dritte Berger Tor fällt so wohl höchstens einmal pro Saison: Ein zweiter Ball landete an der Hacke von TSV-Verteidiger Lukas Kästele, dann am Innenpfosten und zuletzt im Tor.

„Wir wollten es einen Tick zu perfekt machen.“

Stephan Bierling

Auf der anderen Seite erkannte Bierling Bergs Fußballkünste an. Er sah eine zielstrebige Mannschaft im Angriff, die hinten sicher steht. „Eher überraschend, dass die so wenig Punkte hat.“ Die größten Schwierigkeiten hatten die Murnauer mal wieder im Spiel nach vorne. „Wir haben es nicht geschafft, die Bälle scharfzumachen“, erklärt der Trainer. Eine alte Krankheit, die man von früher kennt, hat mal wieder den Tabellenzwölften befallen. Zu verspielt sind die jungen Männer. Sie suchen stets den perfekten Angriff, den Zuckerpass oder das Zauberdribbling. Anstatt sich in Einfachheit zu üben, sterben sie in Schönheit. „Wir wollten es einen Tick zu perfekt machen“, klagt Bierling. „Unter dem Strich mannschaftlich zu wenig.“

Und doch gab es auch zwei gute Nachrichten. Elias Richter stand nach Monaten Verletzungspause wieder für 45 Minuten in der Kreisliga auf dem Feld, Gabriel Göschel kehrte in Hälfte zwei zurück – und streute gleich zwei, drei Aktionen samt Torschuss ein.

Aufrufe: 027.10.2025, 12:39 Uhr
Andreas MayrAutor