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Ligabericht

Münnerstadt verkaufte sich gut: "Jeder war am Limit!"

Der TSV spielte gegen Unterhaching ohne lange Bälle und hofft in der Liga auf bald alle Mann an Bord

von Michael Horling · 07.08.2024, 10:06 Uhr · 0 Leser
Simon Snaschel konnte diesmal nur zuschauen und coachen.
Simon Snaschel konnte diesmal nur zuschauen und coachen. – Foto: Michael Horling

Natürlich war niemand so richtig unzufrieden nach dem Pokalspiel in Münnerstadt. Die Hausherren verkauften sich beim 0:5 gegen die vier Ligen höher spielenden Unterhachinger überaus ordentlich. Und der Drittligist hinterließ einen überaus sympathischen Eindruck beim Kreissieger der Rhön.

Trainer Marc Unterberger hatte freilich überwiegend Reservespieler und Kicker aus der U21, die in der Bayernliga beheimatet ist, mitgebracht. Vor den offiziell 555 Zuschauern reichte das, auch weil Marinus Erber schon verdammt früh zum 0:1 traf. "Wenn´s länger 0:0 steht, dann kann alles passieren. Wir haben das vor drei Jahren in Feuchtwangen bei einem Bezirksligisten gesehen", weiß Unterberger, der ab der Führung in Minute zwei fast nie bangen musste. Zur Pause stand´s 0:3, gleich nach dem Seitenwechsel fiel das 4:0 der Gäste.

Eine Szene aus dem Spiel gegen Unterhaching vor guter Kulisse
Eine Szene aus dem Spiel gegen Unterhaching vor guter Kulisse – Foto: Michael Horling

Bei den Gästen regelte es die zweite Reihe

"Die zweite Reihe und die Reserve muss es auch mal regeln", sagte Unterhachings Coach in dem Moment, als Münnerstadts Stadionsprecher gerade verkündete, dass die Oberbayern auf ihre Hälfte der Eintrittsgelder verzichteten. Eine großartige Geste, nach der man der Spvgg nach dem gewaltigen Aderlass nur den Klassenerhalt wünschen kann. Schwer wird´s, was die 0:3-Auftaktniederlage bei Dortmund 2 zeigte. "Deshalb brauchen wir auch eine gute Trainingswoche", entschuldigte Unterberger Co-Trainer Sven Bender, der genauso wie Präsident Manni Schwabl zuhause blieb.

Unterhaching nahm den Fuß vom Gaspedal

"In der zweiten Halbzeit haben wir den Fuß vom Gaspedal genommen. Aber ob man 8:1 siegt oder 5:0 ist auch nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass wir einen guten Eindruck hinterlassen haben", so der Coach, dessen Team viele Autogramme schreiben musste. "Wir sind auch nicht der Verein, der nach so einer Partie sofort in den Bus steigt und wegfährt." Es gab sogar noch ein gemeinsames Abendessen.

Hoffentlich bald in alter Form zurück auf dem Rasen: Simon Snaschel
Hoffentlich bald in alter Form zurück auf dem Rasen: Simon Snaschel – Foto: Michael Horling

Sowas kann auch durchaus zweistellig ausgehen

Bei Münnerstadt sprach Christoph Then vom Trainerduo. "Wenn man nicht voll bei der Sache ist, kann das durchaus zweistellig ausgehen. Nach dem 0:1 in der zweiten Minute war Böses zu erahnen. Aber wir haben uns bestmöglich verkauft und hätten nach der Pause sogar einen Treffer erzielen können. Wir haben es immer spielerisch versucht und keine langen Bälle geschlagen. Jeder war am Limit und wir sind euphorisiert an die Sache ran", weiß er.

Münnerstadts Trainer Christoph Then
Münnerstadts Trainer Christoph Then – Foto: Michael Horling

Der Pokal als Belohnung für die Pokalhelden

Dabei kamen bewusst diejenigen Spieler zum Einsatz, die letzte Saison für den Pokalsieg sorgten. "Das war die Belohnung für diejenigen, die es erarbeitet und die uns ausgeholfen haben, als es auch mal personell eng wurde." Zugänge wie Jonas Radina (Aubstadt U19), Fabio Erhard (Rottershausen) oder Alexander Beck (TSV Großbardorf 2) blieben auf der Bank. Davor stand meistens Spielertrainer Simon Snaschel. Der 33-Jährige, der letzte Saison 31 Mal traf, erholt sich noch von einem Muskelbündelriss.

Münnerstadt fehlte die komplette Innenverteidigung

Im Heimspielderby gegen Strahlungen (1:3) wagte sich Snaschel schon wieder eine Halbzeit auf den Rasen. Er fehlte freilich in der Liga, wie auch Sebastian Köhler, Nico Markert oder Nico Weber, der sich beim 0:0 zum Auftakt beim FC Sand verletzte. "Letzte Saison waren von Beginn an alle Mann an Bord. Heuer fehlte uns bislang die komplette Innenverteidigung", weiß Christoph Then, dass die Saison anders verlaufen könnte als die vergangene, als der TSV eigentlich Vizemeister wurde, wegen einer Formalie aber Oberschwarzach die Aufstiegsspiele zur Landesliga überlassen musste.

Gegen Unterhaching hatte Münnerstadt wie erwartet das Nachsehen.
Gegen Unterhaching hatte Münnerstadt wie erwartet das Nachsehen. – Foto: Michael Horling

Es droht ein schwerer August mit Pokal am Ende

"Heuer könnte es es schwieriger August werden", befürchtet der Coach mit Blick auf die Wochenend-Partie beim TSV Abtswind 2. "Aber wenn bei uns alle Mann an Bord sind, dann brauchen wir uns in der Liga vor keiner Mannschaft zu verstecken." Favorit auf den Titel ist für ihn der Ex-Bayernligist FC Sand. "Die haben sich mega verstärkt, müssen aber auch erst einmal zusammenwachsen."

Für Münnerstadt geht´s im Kreispokal in Runde zwei auf dem Weg zur Titelverteidigung Ende August zur SpVgg Rot-Weiss Sulzdorf, einem A-Klassisten.