Müchebergs Tobias Reiche holt Nils Unglaube von den Beinen.
Müchebergs Tobias Reiche holt Nils Unglaube von den Beinen. – Foto: Udo Plate

Müllroser SV besiegt ungeschlagene SG Müncheberg

Die Ein-Mann-Show des Paul Herrmann.

Der Müllroser SV bringt der SG Müncheberg mit dem Auswärtssieg die erste Saisonniederlage in der Landesklasse Ost bei.
"Irgendwie müssen die Jungs uns missverstanden haben", flüchtete sich Thomas Prentkowski, der gemeinsam mit Martin Pröschild die Müncheberger Landesklasse-Kicker trainiert, nach dem Abpfiff in Galgenhumor. "Weil unser Platz nicht bespielbar war, sind wir nach Heinersdorf ausgewichen und damit den Gästen in Sachen Anreise gut zehn Kilometer entgegengekommen. Aber dass wir auch auf dem Rasen so großzügig sind und Torjäger Paul Herrmann zudem alle erdenklichen Freiheiten gewähren, das hatten wir so nicht wirklich vorgeben", haderte Prentkowski mit der harmlosen Vorstellung der bis dahin ungeschlagenen Gastgeber-Elf.

Vor allem die Ein-Mann-Show des mittlerweile 34-jährigen Müllroser Angreifers und Kapitäns, der den Tabellenzweiten mit seinem Dreierpack das Fürchten lehrte, machte dem früheren Spielgestalter zu schaffen. Den jetzt siebenfache Saisontorschützen, in der Landesklasse Ost hat er seit 2013 in 171 Spielen für den MSV 203 Mal getroffen, gelüstete es nach dem Schlusspfiff des Unparteiischen Robert Pischyglowa derweil nach einem isotonischem Frischgetränk: "Jau, es lief wirklich rund bei mir. Das erhöht die Vorfreude auf ein kühles Blondes allemal. Das werde ich mir schmecken lassen", sagte Herrmann grinsend.

Zunächst hatte er allerdings einstecken müssen: Nach einem schmerzhaften Zusammenprall leuchtete fortan ein weißer Verband im schwarzen Haupthaar des Stürmers. Eigentlich ein weithin sichtbares Merkmal für die Müncheberger Defensive, die Herrmann dennoch in der 25. Minute ein erstes Mal aus den Augen verlor. Dessen zweiter Streich folgte vom Elfmeterpunkt. Tobias Reiche hatte zuvor Nils Unglaube übereifrig im Strafraum von den Beinen geholt (35.).

Nach dem Seitenwechsel bestimmte die SG Müncheberg über weite Strecken deutlich die Musik. Aber den Aktionen fehlte es über lange Zeit an der nötigen Genauigkeit. Zudem haderten die Platzherren immer wieder mit Entscheidungen des Unparteiischen, der allerdings mit seinen Pfiffen durchaus richtig lag. Erst der eingewechselte Tom Koslowski beendete das erfolglose Anrennen des Favoriten mit dem Anschlusstreffer (85.). Alle aufkeimende Hoffnung aber erstickte Paul Herrmann, der mit dem Ball am Fuß in Richtung SGM-Gehäuse marschierte und zum 1:3-Endstand vollendete (90.). Zuletzt hatten die Gäste dreimal in Folge verloren.

Die Überraschungsmannschaft der Liga bleibt trotz der ersten Saisonniederlage weiter auf Platz 2 hinter dem jetzt als einzigen noch ungeschlagenen Spitzenreiter FSV Luckenwalde II.

Alle Daten und Fakten zum Match: Spielbericht

Zur Elf der Woche: Landesklasse Ost

Aufrufe: 03.11.2020, 09:47 Uhr
Udo PlateAutor

Verlinkte Inhalte