– Foto: FuPa Lüneburg

Muss die Rückrunde entfallen?

Im Fokus: Bleibt in der Oberliga genug Zeit, um alle Spiele zu absolvieren?

Der Lockdown hat den Spielbetrieb im Amateurfußball vollständig zum Erliegen gebracht. Im November finden keine Spiele mehr statt, ob im Dezember noch gespielt wird, ist unklar. Wir beschäftigen uns mit den Folgen für den Spielplan und die Durchführung der Saison. Heute im Fokus: Die Oberliga Niedersachsen.

In welchem Modus spielt die Oberliga?

Die Oberliga ist in zwei regionale Staffeln mit je zehn Teams eingeteilt worden. Die Staffel Nord bilden die Mannschaften aus Weser-Ems und Lüneburg, die Staffel Süd die Teams aus Braunschweig und Hannover. Beide Staffel spielen eine Qualifikationsrunde „Jeder gegen Jeden“ mit Hin- und Rückspiel.

Die jeweils besten fünf Mannschaften qualifizieren sich für die Meisterrunde, die den Niedersachsenmeister und damit Aufsteiger in die Regionalliga Nord ausspielen. Die Mannschaften ab Platz sechs landen in der Abstiegsrunde. Dort steigen am Ende die letzten sechs Mannschaften ab. In der Meister- und Abstiegsrunde spielen die Teams nur noch gegen die Mannschaften aus der anderen Staffel. Für die Spiele gegen Teams aus der gleichen Staffel werden die Spiele aus der Qualifikationsrunde zur Wertung herangezogen.

Insgesamt haben die Mannschaften daher 18 Spiele in der Qualifikationsstaffel plus zehn Spiele in der Meister- oder Abstiegsrunde zu absolvieren. 28 Partien hat jeder Verein somit im Laufe dieser Saison zu absolvieren.

Wie ist die Oberliga bisher durch den Spielplan gekommen?

In beiden Staffeln gut, in der Süd-Staffel sogar noch etwas besser als in der Nordstaffel. Die Mannschaften aus der Staffel Weser-Ems/Lüneburg haben acht Spiele absolviert, die andere Staffel bereits überwiegend neun Spiele. Bleiben noch zehn bzw. neun Partien in der Qualifikationsrunde. Insgesamt stehen also noch ca. 18 Partien für die Mannschaften im Dezember (sehr fraglich) oder im neuen Jahr an.

Ist die geplante Durchführung des Spielbetriebs damit in Gefahr?

Das ist schwierig zu sagen, noch aber ist wohl Zeit genug, selbst wenn im Dezember nicht mehr gespielt wird. Der Start in die Rückrunde ist für den 31. Januar vorgesehen. Von da an bleiben noch 18 Wochen bis Ende Mai, um die Saison über die Bühne zu bringen. Theoretisch wäre es damit möglich, die Saison im wöchentlichen Rhythmus auch ohne englische Wochen über die Bühne zu bringen. Da in der Oberliga zudem wetterbedingt nur selten Spiele ausfallen, dürfte der Plan zu halten sein, wenn es nicht im Februar zu einem weiteren Lockdown kommt.

Im Niedersachsenpokal stehen noch zusätzlich bis zu vier Partien aus, die nebenbei noch absolviert werden müssen.

Was passiert, wenn nun doch länger mit Fußball pausiert werden muss und weder im Februar noch Dezember gespielt werden kann?

Für diese Möglichkeit ist bereits im Spielplan vorgesorgt worden: „Der VSpA behält sich vor, im Falle eines erheblich verzögerten Beginns der Saison, oder bei Unterbrechung und nicht zeitnaher Fortsetzung der Saison wegen behördlicher Verfügungslage, die Qualifikationsrunde auf eine einfache Punkrunde ohne Rückspiele zu verkürzen.“

Sollte es dazu kommen, wäre in der Staffel Weser-Ems/Lüneburg nur noch ein Spieltag fällig, in der anderen Staffel stehen dann nur noch Nachholspiele an. Die Meister- bzw. Abstiegsrunde würde fast direkt nach dem Wiederbeginn starten. Eine solche Entscheidung ist aber noch nicht sehr wahrscheinlich und würde frühestens im nächsten Jahr fallen.

4549 Aufrufe9.11.2020, 11:03 Uhr
Lennart AlbersAutor

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