
Jannik Stevens hat im Fußball auch schon das eine oder andere erlebt. Der im Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Mönchengladbach ausgebildete Linksverteidiger stand für den VfL Bochum sogar zweimal in der 2. Bundesliga auf dem Feld. Auch wenn ihm der ganz große Durchbruch verwehrt blieb, kann der inzwischen 33 Jahre alte Defensivmann auf eine bemerkenswerte Vita zurückblicken, in der auch knapp 150 Einsätze in der Regionalliga West vermerkt sind.
Die zahlreichen Kontakte, die der heute noch beim Bezirksligisten MSV Düsseldorf aktive Kicker in den letzten Jahren knüpfte, bescherten ihm nun noch einmal einen besonderen Einsatz. Gemeinsam mit Mannschaftskollege Aram Abdelkarim und seinem Kumpel Kevin Weggen (FC Büderich) weilte Stevens für rund eine Woche auf der griechischen Insel Kreta, wo die „Socca Champions League“, ein internationales Turnier im Kleinfeldfußball ausgetragen wurde. Und im Dress von Eintracht Spandau - dem Verein des Twichtstreamers „Handofblood“- aus Berlin zeigte Stevens, dass er es auch in engen Räumen kann. Denn mit seinem Team stieß er bis ins Finale vor, in dem man sich einem Kontrahenten aus Warschau (Polen) beugen musste.
Nach der tollen Erfahrung im Süden Europas wartet auf den Routinier am Sonntag in der Bezirksliga wieder der Alltag. Gegen den Tabellenzehnten Lohausener SV will der MSV Düsseldorf mit einem Sieg auf eigenem Platz den Kontakt zu den Spitzenrängen wahren. "Natürlich ist das unser Ziel", sagt Stevens, der sich, angesprochen auf die übergeordneten Saisonziele etwas zurückhaltender zeigt. „Der Verein setzt uns nicht unter Druck. Niemand sagt, dass wir aufsteigen müssen. Wir wollen in erster Linie Spaß zusammen haben und guten Fußball spielen. Aber natürlich sind wir alle auch noch ehrgeizig. Ich fahre doch nicht teilweise 40 Minuten zu einem Auswärtsspiel, um dieses dann zu verlieren“, betont Stevens.
Dass der MSV in dieser Saison die wohl namhafteste Mannschaft der Bezirksliga sitzt, hängt in hohem Maße mit seiner Person zusammen. Spieler wie Ex-Profi Sinan Kurt, Abdelkarim oder Drilon Istrefi haben ihre Wurzeln im Mönchengladbacher Raum, so wie Jannik Stevens, der selbst über Aleksandar Pranjes zur letzten Saison zum Klub stieß. „Ja, natürlich habe ich da ein wenig mitgewirkt, dass die Jungs zu uns gekommen sind“, sagt der Linksfuß. Gemeinsam mit seinen Kumpels will er im Herbst der Karriere noch einmal eine schöne Zeit auf dem Fußballplatz verbringen. Dass er aus dieser durchaus noch mehr hätte herausholen können, ist ihm bewusst. „Ich gehe heute regelmäßig ins Fitnessstudio und frage mich jetzt, warum ich das nicht schon mit 20 gemacht habe. Für ganz oben hat bei mir eben ein Quäntchen gefehlt. Es lag an mir und nicht an irgendeinem Trainer, dass diese Prozente nicht noch herausgekitzelt wurden.“
