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MSV-Pokalspiel beschert Rekordumsatz

Nach der 0:3-Niederlage blickt Oberligist SV Sonsbeck auf einen gelungen Pokal-Sonntag zurück. Wieso Heinrich Losing eine Liebeserklärung macht und warum Trainerkumpel Dietmar Hirsch vom MSV seinen Hut zieht.

von Fabian Kleintges-Topoll · 18.11.2025, 20:00 Uhr · 0 Leser
Der SOnsbecker Willy-Lemkens-Sportpark war restlos ausverkauft.
Der SOnsbecker Willy-Lemkens-Sportpark war restlos ausverkauft. – Foto: Robin Bogaletzki

Eine Rekordkulisse von über 3000 Besuchern, fünf Zuschauerreihen um den ganzen Platz, bis auf das letzte Würstchen leergekaufte Essensstände, lange Schlangen auch an den Getränkebuden und eine durchweg friedliche Stimmung beider Fanlager. Trotz der 0:3-Niederlage im Niederrheinpokal-Viertelfinale gegen den MSV Duisburg und Nieselregen im ausverkauften Willy-Lemkens-Sportpark blickten beim SV Sonsbeck alle Beteiligten auf einen toll organisierten Fußball-Nachmittag zurück, an den sich der Oberliga-Klub noch lange erinnern wird. Polizei und Ordner mussten nicht einmal eingreifen.

SVS muss 60 Prozent der Einnahmen abgeben

Marc Lemkens bestätigte am Montagmorgen einen Rekordumsatz für einen Heimspieltag an der Parkstraße. „Alles hat super geklappt. Anders als in Freundschaftsspielen gehen allerdings 40 Prozent der Zuschauereinnahmen an den Gegner und 20 an den Verband. Natürlich haben wir von einem anderen Spielverlauf geträumt. Uns fehlt im Moment das Quäntchen Glück“, resümierte der SVS-Vorsitzende.

Bevor es für Heinrich Losing in seiner Analyse überhaupt um das Sportliche ging, richtete der Trainer der Rot-Weißen ein grundsätzliches, emotionales Dankeschön an alle Ehrenamtler. „Man kann das gar nicht hoch genug einschätzen. Deshalb liebe ich diesen Verein. Das schaffen im Amateurfußball in der Region nur ganz wenige.“

Losing betonte, wie sehr die Sonsbecker diesen Tag zu schätzen wissen – gerade in einer Phase, in der seine Mannschaft nach der anhaltenden Niederlagen-Serie mit viel Verletzungspech sportlich um Stabilität kämpft. Auch die MSV-Fans lobte er explizit: „Tolle Stimmung, keine Aggression. Das sieht häufig leider auch anders aus.“ Denkt man beispielsweise an das Auftreten der Wuppertaler Fans tags zuvor beim FC Büderich zurück.

Auch MSV-Trainer Dietmar Hirsch war voll des Lobes für den Oberligisten – und für seinen Freund Losing. „Sonsbeck hat es uns schwer gemacht. Das ist eine sehr gute Oberliga-Mannschaft: Sie können gut verteidigen, haben gute Fußballer. Und Heinrichs Teams spielen immer mutig. Die haben sich nicht hinten reingestellt, sie sind hoch angelaufen. Da ziehe ich den Hut.“

Der Drittliga-Spitzenreiter wusste genau, was ihn erwartet: Eine aggressive, mutige Sonsbecker Mannschaft, die vor allem über Standards gefährlich werden kann. „Wir brauchten Geduld. Das ist wie in der 3. Liga ein Abnutzungskampf. Bei zwei Ligen Unterschied musst du das Tempo hochhalten und geduldig sein. Es war ein klassisches Pokalspiel. Der höherklassige muss den Gegner erst einmal bespielen.“

„Sonsbeck hat viel investiert“

Die Zebras trafen im richtigen Moment – und Hirsch zeigte Größe in der Analyse. „Ein 4:0 oder 5:0 wäre zu hoch gewesen. Sonsbeck hat viel investiert. Für sie ist es gut, nur 0:3 zu verlieren“, sagt Coach der Meidericher, der in Rheinberg-Borth wohnt und seinem Kumpel den Klassenerhalt im fünften Oberliga-Jahr zutraut.

Die Atmosphäre am Sonntag hat es gezeigt, dass zwischen einigen Meiderichern und Sonsbeckern längst eine kleine Fußballfreundschaft entstanden ist. Beide Trainer waren sich zudem einig: Das nächste Duell zwischen Dorf- und Traditionsverein wird kommen.