Turanspors Yasin Okur und Metin Saglamoglu überreichten Schwester Patricia und Chefärztin Dr. Sabine Kaiser (v.l.n.r) Präsentkörbe
Turanspors Yasin Okur und Metin Saglamoglu überreichten Schwester Patricia und Chefärztin Dr. Sabine Kaiser (v.l.n.r) Präsentkörbe – Foto: Jana Bauch

Turanspor hat sich gewandelt

Der einstige Saulus ist mittlerweile zum Paulus geworden

Der B-Ligist hat sich während der Corona-Pandemie neu aufgestellt. Weg vom schlechten Image. Verein engagiert sich jetzt auch sozial. Spende an das Elisabeth-Krankenhaus. Weitere Aktionen sollen folgen.

Es ist noch nicht lange her, da war Turanspor fast ein Dauergast vor der Spruchkammer. Doch mit einem neuen Vorstand seit letzten Sommer ist eine 180-Grad-Wende erfolgt. Statt durch Unsportlichkeit aufzufallen, setzt Yasin Okur, 1. Vorsitzende des B-Ligisten, auf Werte wie Sportlichkeit, Fairness, Zusammenhalt, Integration und spricht sich deutlich gegen Rassismus aus. „Wir vereinen viele Nationen unter unserem Vereinswappen. Zudem es gibt viele Menschen hier in der Stadt, denen es deutlich schlechter geht als uns. Solchen muss geholfen werden – und das werden wir auch in Zukunft tun“, erklärt Okur.
Ein erstes Beispiel lieferte man kurz vor Ostern, als Okur und Trainer Metin Saglamoglu im Namen des gesamten Vereins dem Elisabeth-Krankenhaus Präsentkörbe überbrachte. „Das sollte auch ein kleines Dankeschön stellvertretend an das gesamte Personal im Krankenhauswesen sein, die in der jetzigen schwierigen Zeit übermenschliches leisten. Denen kann man eigentlich nicht genug danken“, meint der Vorsitzende und deutet weitere Aktionen an. „Viele aus unserem Umfeld sind als Lebensmittelhändler oder in diesem Bereich tätig. Da liegt es nahe, auch demnächst die Tafel mit Spenden zu versorgen. Wir haben schon etliche Spenden-Zusagen diesbezüglich“, fährt Okur mit seinen Ausführungen fort.
Sportlich gesehen scheint es mit dem Neuanfang einige Zeit zu brauchen. Zwar belegt Turanspor Rang neun in der B3 mit sieben Punkten aus sieben Spielen, dies ist aber dem totalen Umbruch innerhalb des Mannschaftsgefüges geschuldet. Okur rechnete mit einer Annullierung der Saison, die ja mittlerweile auch erfolgte. Die kommt sicherlich nicht ungelegen, hätte das Team dann Zeit genug, sich – wenn dann wieder ein geregeltes Training möglich ist – zu formatieren und einzuspielen.
Fazit: Nach Welate Roj, TDFV Viersen und Türkiyemspor hat nun auch Turanspor den Turnaround in die Sportlichkeit geschafft. Wenn es dann noch gelingen sollte, eine eigene Jugend aufzubauen, dürfte der sportliche Erfolg neben den sozialen Projekten ebenfalls als Vorzeigeobjekt dienen.

Aufrufe: 015.4.2021, 19:19 Uhr
Horst HöckendorfAutor

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