
Aus sportlicher Sicht liegt ein Jahr mit Höhen und Tiefen hinter dem MSV Duisburg. Im Sommer gab es den bitteren Abstieg aus der 3. Liga in die Regionalliga West. Zum ersten Mal überhaupt ging es für das einstige Bundesliga-Gründungsmitglied damit in die Viertklassigkeit. Ungewiss war die Zukunft und mit einem komplett neu zusammengestellten Kader schienen seriöse Prognosen kaum möglich. Auch das Verhalten der eigenen Fans konnte kaum eingeschätzt werden.
Nun ist die Hinrunde beendet und in Duisburg die Sonne über den Trainingsplatz und das Stadion zurückgekehrt. Die Zebras gehen als Wintermeister in die Pause und haben damit alle Karten in der eigenen Hand, um die direkte Rückkehr in die 3. Liga zu bewerkstelligen. Neben den Leistungen auf dem Platz ist es vor allem der Faktor der eigenen Anhänger, der in den zurückliegenden Wochen die Spieler beflügelt hat. Die MSV-Fans halten ihrem Team die Treue und pilgern in Massen ins Stadion. Der Zuschauerschnitt ist deutlich höher, als er es in den vergangenen Jahren in der 3. Liga war.
Neun Heimspiele liegen schon hinter den Duisburgern. Zu diesen kamen im Schnitt 15.359 Zuschauer an die Wedau. Das ist mit großem Abstand der Spitzenwert in der Regionalliga. Reviernachbar Rot-Weiß Oberhausen kann im Schnitt dagegen "nur" 4.092 Fans im Stadion begrüßen. Den bisherigen Bestwert erreichten die Zebras gleich im ersten Heimspiel. Gegen Aufsteiger Türkspor Dortmund kamen 18.085 Anhänger in das Wedaustadion. Mit 13.078 Zuschauern ist der Zuschauer-Tiefstwert gegen den SC Wiedenbrück aufgestellt worden. Der Schnitt dürfte im neuen Jahr sogar noch weiter steigen, denn die Traditionsduelle gegen RWO, Fortuna Köln, den Wuppertaler SV und den KFC Uerdingen steigen in Duisburg allesamt in der Rückrunde. Auch der 1. FC Bocholt dürfte mit ordentlich Fan-Unterstützung im Rücken anreisen.
In allen bisher bestrittenen Auswärtsspielen hat der MSV-Anhang dem jeweiligen Heimverein einen Zuschauerhöchstwert beschert. Mehr als die Hälfte der Anwesenden drückte dem MSV im Derby bei RWO die Daumen. Gut 8.000 Duisburger standen rund 6.000 Oberhausenern gegenüber und sorgten auf den Rängen für eine fantastische Stimmung. Auch beim Derby gegen den KFC Uerdingen waren mehr Duisburger in der Grotenburg als KFC-Fans. Wie reisefreudig der MSV-Anhang ist, zeigt ein Blick auf die Auswärtsfahrerstatistik der Saison. Durchschnittlich begleiten 3.813 Fans die Zebras, was fast das Zehnfache des zweitplatzierten RWO ist, die von 407 Unterstützern auf fremdem Terrain angefeuert werden.