
Das Lazarett beim MSV Duisburg lichtet sich im Saisonendspurt wieder etwas. Der Tabellenführer der Regionalliga West kann also mit fast dem gesamten Personal im Flutlichtspiel gegen den 1. FC Bocholt am Freitagabend (19.30 Uhr, FuPa-Liveticker), den nächsten Schritt zur Meisterschaft machen.
Wieder auf dem Trainingsplatz, aber noch keine Option für einen Platz im Kader, sind Luis Hartwig und Moritz Montag. Beide trainieren derzeit individuell. Kilian Pagliuca fällt mit Adduktorenbeschwerden zwei bis vier Wochen aus und dürfte den Zebras damit erst wieder im Mai voll zur Verfügung stehen. Außerdem fehlen Mert Göckan und Jesse Tugbenyo gesperrt. Kurios bei Tugbenyo: Die Gelbe Karte aus der Nachspielzeit beim SV Rödinghausen ist im offiziellen Spielbericht gar nicht vermerkt worden, der MSV hat ihn aber proaktiv beim Verband gemeldet, um einer späteren Sperre aus dem Weg zu gehen. Sicher ist sicher lautet hier wohl das Motto der Verantwortlichen.
Mit dem 1. FC Bocholt kommt eine Mannschaft ins Wedaustadion, die Trainer Dietmar Hirsch und Co-Trainer Marvin Höner in weiten Teilen noch sehr gut kennen, immerhin stand das Duo in der vergangenen Spielzeit noch am Hünting an der Seitenlinie. "Sie haben ihre Stärken in der Offensive. Unter Chris haben sie sich zuletzt stabilisiert und kommen immer mit viel Tempo aus den Umschaltmomenten. Die Defensive scheint hingegen ihre Schwachstelle zu sein", schätzt Duisburg Übungsleiter den kommenden Gegner ein. Doch zugleich verweist er darauf, dass "sie befreit aufspielen können", da es in der Tabelle um nichts mehr geht. Zudem "zeigen alle Teams gegen den MSV eine Top-Leistung und sind besonders motiviert."
Die Statistiken sprechen jedoch eindeutig für den MSV: Seit 568 Minuten ist Keeper Max Braune inzwischen ohne Gegentor - und hat damit den vereinsinternen Rekord gebrochen und ausgebaut. Insgesamt hat die Zebra-Defensive erst 21 Gegentore kassiert. Nach 25 absolvierten Partien ist das der mit Abstand beste Wert in der Regionalliga. "Wir stehen wieder kompakt und sind insgesamt auf dem Platz fleißiger geworden. Wir laufen den Gegner früh an und verteidigen im Verbund besser", erklärt Hirsch. "Es ist eine Qualität, dass wir so gestärkt aus unserer Mini-Krise zu Jahresbeginn gekommen sind", sagt er abschließend.