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MSV Duisburg nach drohender Insolvenz auf gutem Weg

Der MSV Duisburg weist seit Jahren ein strukturelles Defizit in den Bilanzen auf, im vergangenen Herbst war eine Insolvenz nicht ausgeschlossen.

von Marcel Eichholz · 09.04.2025, 21:05 Uhr · 0 Leser
Niklas Ehrmuth, stellvertretender Pressesprecher, Jörg Eicker, Mitglied des Vorstands und Marvin Schmickler, kaufmännischer Leiter beim MSV Duisburg, erklären die Zahlen für das Geschäftsjahr 2023/24.
Niklas Ehrmuth, stellvertretender Pressesprecher, Jörg Eicker, Mitglied des Vorstands und Marvin Schmickler, kaufmännischer Leiter beim MSV Duisburg, erklären die Zahlen für das Geschäftsjahr 2023/24. – Foto: Marcel Eichholz

Aktuell läuft es beim MSV Duisburg wie am Schnürchen. Die Mannschaft spielt eine hervorragende Saison und dürfte den direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga schaffen, der Verein und seine Fans sind wieder zusammengerückt und bilden eine starke Einheit. All diese Entwicklungen waren nach dem steten Verfall der vergangenen Jahre und dem Abstieg im Sommer so kaum vorhersehbar. Gut 4.000 Zuschauer mehr kann der MSV in der laufenden Spielzeit ins Stadion locken, als es in den zurückliegenden Jahren der Fall war. Doch die Lage insgesamt war sehr ernst und ist noch immer nicht ausgestanden.

Sowohl der MSV Duisburg e.V. als auch die MSV Duisburg GmbH & Co KGaA weisen für das Geschäftsjahr einen niedrigen Gewinn aus. Auf Seiten des e.V. ist besonders ein Forderungsverzicht von Schauinsland-Reisen in Höhe von rund 3,3 Millionen ein wichtiger Schritt, um den Verein weiter zu sanieren. "Herr Kassner hat dem MSV damit eine große Bürde abgenommen", betont Jörg Eicker, Mitglied des Vorstands und Finanzexperte. In der Abschlussrechnung macht sich dies aber nur bedingt bemerkbar, da durch den Abstieg in die Regionalliga West, bei Beibehaltung der grundlegenden Strukturen - also keine Kostenreduzierung - dies annähernd ausgeglichen wurde. Kurzum: Der Forderungsverzicht gleicht das Saldo nahezu aus. Gleichwohl ist es dem e.V. gelungen, ein positives Eigenkapital auszuweisen.

Wie wichtig der Schritt des Duisburger Reiseunternehmens war, verdeutlicht Eicker mit folgender Aussage: "Wäre es nicht so gewesen, würden wir heute hier wohl nicht so zusammensitzen.". Im Oktober des vergangenen Jahres stand deshalb auch eine Insolvenz im Raum, die zunächst durch geänderte Zahlungsvereinbarungen mit dem Gläubigern, im Dezember dann mit der Geberrunde und dem dort beschlossenen Vier-Jahres-Plan abgewendet werden konnte. Zuvor hatte sich der Verein mittels externer Hilfe eine langfristige Strategie erarbeitet und durch den Wechsel im Vorstand und eine grundlegende Richtungsänderung sei es zudem gelungen, "bei den Sponsoren neues Vertrauen aufzubauen".

Strukturelles Defizit bleibt bestehen

Gleichwohl weist der MSV auch weiterhin ein strukturelles Defizit aus, welches aber in der 3. Liga oder eben der Regionalliga kaum vermeidbar ist. Erst ab der 2. Bundesliga ist es im Wettbewerb wirtschaftlich realistisch, Gewinne zu verzeichnen. Im Kern geht es hier um fixe Kosten, die nicht einfach gesenkt werden können ohne die Qualität zu verringern, und zu niedrigen Erträgen (bspw. sehr niedrige Fernsehgelder in den unteren Ligen).

In einem gemeinsamen "Schulterschluss" mit allen Gremien ist es den Vereinsverantwortlichen gelungen, die "Herausforderungen zu definieren" und einen konkreten Plan für die Zukunft zu erstellen. Entwarnung ist damit aber nicht gemeint. "Losgelöst von allen Emotionen haben wir das reine Unternehmen MSV Duisburg jetzt soweit im Griff und wir wissen, wo wir genau hinschauen müssen", führt Eicker weiter aus.

Die KGaA, in die die erste Mannschaft der Zebras sowie die U19 und die U17 des Nachwuchsleistungszentrums ausgegliedert sind, hat im besagten Geschäftsjahr 2023/24 ein Plus von circa 537.000 Euro erwirtschaftet. Auch hier spielt der Forderungsverzicht von Schauinsland-Reisen eine Rolle, wie Marvin Schmickler, der kaufmännische Leiter der Geschäftsstelle erklärt: "Das hat dem MSV Duisburg für den Moment, aber auch für die Zukunft sehr geholfen." Des Weiteren gab es auch generierte Transfererlöse in Höhe von 750.000 Euro. Hierbei dürfte es sich um den Wechsel von Julian Hettwer zur U23 von Borussia Dortmund handeln.