Nur drei Regionen sehen die Regionalliga noch nicht als Profiliga an.
Nur drei Regionen sehen die Regionalliga noch nicht als Profiliga an. – Foto: Andreas Santner

3. Liga oder Regionalliga - wo beginnt der Profi-Fußball?

Das Ergebnis zur zweiten großen FuPa-Umfrage ist nur auf den ersten Blick eindeutig.

Im Januar 2021 hat FuPa den zweiten Teil einer Umfrage-Serie gestartet, in der aufgezeigt werden soll, was den Amateurfußball und seine Anhänger sowie Protagonisten wirklich bewegt. Thema diesmal: "In welcher Liga beginnt der Profi-Fußball?" Hier ist das Ergebnis:
Aktuell halten deutschlandweit zwei von fünf Regionalligen den Spielbetrieb aufrecht, die anderen machen corona-bedingt Pause. Spielen da nun Profis oder nicht?

Tja, wo beginnt eigentlich der Profi-Fußball - und wo hört er auf? Diese Frage haben wir unseren Lesern gestellt. Während unsere Deutschland-Grafik zu dieser Umfrage eine ziemlich klare Verteilung Richtung Regionalliga aufzeigt, beweist der Blick auf das Gesamt-Ergebnis und auch auf die Verteilung in den einzelnen Verbandsgebieten ein eher ausgeglichenes Verhältnis zur 3. Liga.



Von den insgesamt 2410 Umfrage-Teilnehmern erkennen 46,3 Prozent bereits in der Regionalliga professionelle Strukturen. Immerhin noch 38,3 Prozent entschieden sich für die 3. Liga, die auch offiziell dem Profi-Fußball zugerechnet wird. Gerade einmal 3,8 Prozent befinden, dass erst ab 2. Bundesliga vom Profi-Fußball gesprochen werden sollte. Immerhin mehr als jeder Zehnte meint, dass schon in den Oberligen beziehungsweise Verbandsligen (fünfte Liga-Ebene) Profis ihr Dasein fristen.

Schaut man in der Totalen auf die 21 Verbandsgebiete, liegt die 3. Liga aber "nur" in dreien vorne: Südwest, Südbaden und Bayern. Ist es ein Zufall, dass drei süddeutsche Gebiete aus der gängigen Meinungslage ausbrechen? Eher nein. In der Regionalliga Bayern beispielsweise gibt es bei den meisten Klubs Strukturen, die deutlich näher am Amateurfußball liegen. Es wird nicht täglich trainiert und die Spieler arbeiten zu einem überwiegenden Teil in Vollzeit. Ausnahmen gibt es, aber nur wenige - beispielsweise bei den drei Zweitvertretungen der Profi-Vereine Greuther Fürth, 1. FC Nürnberg und FC Augsburg.



Anders ist dies vor allem in den nördlichen Regionalligen und in der RL West, in der alleine fünf Reserve-Mannschaften von Profi-Klubs mitspielen. Dazu kommen noch zahlreiche Traditionsklubs, die den Profi-Fußball nicht nur vom TV kennen. Rot-Weiss Esssen, Fortuna Köln, Rot-Weiß Oberhausen, Rot Weiss Ahlen, ... um nur einige zu nennen. Dort sind Etats im siebenstelligen Bereich dem Vernehmen nach Normalität.

Schaut man auf einzelne Verbände, fällt auf, dass sich im Norden die Umfrage-Ergebnisse deutlich Richtung Regionalliga verlagern: Schleswig-Holstein mit 63 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern mit 62,5 oder Bremen mit 58,3 werden allerdings noch getoppt, nämlich von Westfalen, wo 63,6 Prozent der Befragten für die Regionalliga stimmten und nur gut jeder Vierte für die 3. Liga.

Keine signifikanten Unterschiede brachte das Umfrage-Ergebnis bei den jeweiligen Verbindungen zum Fußball ans Licht. Unter den Fans stimmten 50,2 Prozent für die Regionalliga, bei den Ehrenamtlern waren es 48,3 Prozent, bei Funktionären immerhin noch 45,4 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Altersstrukturen aus. Bis zum Alter von 34 stimmten 44,3 Prozent für die Regionalliga, bei den über 34-Jährigen waren es 48,6 Prozent.

Ob Corona an diesem Meinungsbild in den kommenden Jahren etwas ändern wird, ist naturgemäß nicht ausgeschlossen. Aber das Ergebnis zeigt, aktuell gibt es spätestens in der Regionalliga noch ein paar Euros zu verdienen.

Teil 1: Was ist die größte Gefahr für den Amateurfußball?
➡️ Hier geht es zum Ergebnis!
Aufrufe: 10.2.2021, 06:04 Uhr
Andreas Santner und Christian KurthAutor

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