
Wer kann den MSV Düsseldorf auf dem Weg zurück in die Landesliga noch stoppen? Aktuell sieht es so aus, als könne sich die Mannschaft von Goran Tomic nur selbst im Weg stehen. Auch im Bezirksliga-Gipfeltreffen hielt der MSV dem Druck stand. Die SG Benrath-Hassels war am Samstagabend zwar drauf und dran, den Ligaprimus zu Fall zu bringen. Am Ende waren es aber die Gastgeber aus Eller, die sich erneut über drei Punkte freuen durften.
Mit dem 3:2-Erfolg, dem jahresübergreifend vierten Sieg in Serie, baute der MSV den Vorsprung auf den direkten Verfolger auf fünf Punkte aus, Goran Tomic wollte im Anschluss an die unterhaltsame Partie noch nicht von einer Vorentscheidung im Titelkampf sprechen. „Aber die drei Punkte nehmen wir natürlich gerne mit. Die Jungs haben im Laufe des Spiels die richtigen Antworten gefunden. Dafür gebührt ihnen ein riesiges Kompliment“, führte der 50-Jährige aus.
Apropos Antworten. Die hätte sich auch Nermin Ramic gewünscht, und zwar vom Unparteiischen Philipp Stroetmann. „Dass wir nach so einem Spiel über ihn sprechen müssen, ist sehr bedauerlich“, gab der Trainer der geschlagenen SG Benrath-Hassels nach der Partie zu Protokoll. Der 49-Jährige sah sich und sein Team gleich mehrfach benachteiligt. „Wir müssen selbst zwei Strafstöße bekommen und kassieren obendrein einen Treffer, dem ein Foulspiel an uns vorausgeht“, kritisierte Ramic den Spielleiter. Gleich zwei Mal war MSV-Verteidiger Edward Osei-Nikansah im eigenen Strafraum mit Risiko in einen Zweikampf gegangen, in beiden Fällen ging sein Gegenspieler zu Boden. Doch die Pfeife von Stroetmann blieb jeweils stumm. Für Ramic war das genauso unverständlich wie Stroetmanns Entscheidung, den Schubser gegen seinen Keeper Tino Divkovic nach einer Ecke von Sinan Kurt ungeahndet zu lassen. „800 Leute auf der Anlage sehen das, nur er nicht“, schimpfte Ramic. Die Folgen für die Gäste waren verheerend.
Während Divkovic aus dem Gleichgewicht geriet und zu Boden ging, köpfte Wiren Bhaskar ungestört zum 3:1 ein (63.). Es war die Vorentscheidung in einem Spiel, in dem Benrath-Hassels zumindest vor der Pause den Ton angab. „Sie haben uns ununterbrochen gepresst. Wir müssen ehrlich sein und zugeben, dass wir uns nicht hätten beschweren dürfen, wenn Benrath-Hassels zur Pause mit 2:0 oder 3:0 vorne liegt“, meinte Tomic. Auch Ramic sah die Vorteile klar bei seinem Team. Allerdings machten die Gäste zu wenig aus ihren Möglichkeiten. Das 0:1 von Kilian Laux (16.) war letztendlich zu wenig. In puncto Effizienz war der Spitzenreiter am Samstag besser.
Innerhalb von zwölf Minuten machte der MSV aus einem 0:1 ein 3:1. Zu zwei Treffern leistete Ex-Profi Sinan Kurt die präzise Vorarbeit. „Seine Ecken sind einfach super geschossen“, lobte Tomic seinen Topmann. Kurt sorgte somit mal wieder für die entscheidenden Momente. Auch wenn der eingewechselte Haris Konjalic noch einmal verkürzte (66.), brachten die Hausherren den knappen Vorsprung über die Zeit. Da nutzte es auch nichts, dass Nermin Ramic in der Schlussphase alle Register zog. Sogar der ehemalige Europa-League-Spieler Tim Hölscher feierte noch ein kurzes Comeback. Die Wende konnte der 31-Jährige Mittelfeldspieler aber nicht mehr erzwingen. Er und seine Teamkollegen müssen in den kommenden Wochen nun auf Ausrutscher des MSV Düsseldorf hoffen. Aus eigener Kraft ist der Sprung auf Platz eins vorerst nicht mehr zu realisieren.