
Die U19 des FC Bayern startete am Mittwoch in die neue UEFA Youth-League-Saison. Bei der 2:3-Niederlage gegen Chelsea überragt der Zehner bei den Roten.
München – Am Mittwochabend begann die erste Mannschaft des FC Bayern ihren Weg in Richtung Champions-League-Finale 2026 in Budapest. Mit einem 3:1-Sieg schickten die Mannen von Vincent Kompany den amtierenden Klubweltmeister zurück nach London. Im Vorfeld duellierten sich bereits die U19-Teams der beiden Klubs. Im Bayern-Campus unterlagen die jungen Roten den „Blues“ knapp mit 2:3.
„Das ist natürlich bitter. Wir sind enttäuscht, können aber auch viele positive Sachen rausziehen“, sagte U19-Cheftrainer Peter Gaydarov, im Gespräch mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern nach dem Spiel. Der 34-Jährige hebte dabei besonders einen Knackpunkt hervor: „Der Gegner macht es clever und nimmt die Zeit von der Uhr. Das ist die Reife, die uns noch ein bisschen fehlt.“

Bereits nach einer Viertelstunde lag der Ball das erste Mal im Münchner Kasten. Chelsea-Rechtsverteidiger Genesis Antwi erzielte die Führung für die Engländer. Doch die Hausherren ließen sich nicht unterkriegen und revanchierten sich fünf Minuten später. Der eigentlich im Regionalliga-Kader gelistete Felipe Chávez brachte eine scharfe Ecke auf den kurzen Pfosten. Der Ball kam mit viel Drall und lenkte sich direkt ins Tor.
Doch damit nicht genug. Sechs Minuten später kam Chávez vor dem Sechzehner erneut an die Kugel. Diesmal nahm er den Ball nach links mit und schloß kompromisslos ab. Aus 20 Metern landete der Ball trocken im linken unteren Eck – Chelsea-Schlussmann Bernal war ohne jegliche Chance. Auf der Vereinswebseite sprach der 18-Jährige über den besonderen Reiz eines internationalen Spiels. „Umso schöner war es, die Youth-League-Saison mit zwei Toren zu beginnen“, sagte der Doppelpacker nach dem Spiel.
Der Chefanweiser bei den Münchnern schwärmte indes über seinen Torgarant: „Felipe war letztes Jahr schon ‚Mr. Youth League‘. Er hat extrem viele wichtige Tore gemacht, oft im entscheidenden Moment.“ Chávez sorgte mit seinem Flachschuss für ein Déjà-vu bei U19-Coach Gaydarov: „Das zweite Tor haben wir schon letztes Jahr mehrmals von ihm gesehen. Seine individuelle Qualität ist in diesem Bereich einfach außergewöhnlich.“
Die Gaydarov-Elf nahm die 2:1-Führung mit in die Kabine. Doch die Gäste aus London kamen mit mehr Feuer zurück aufs Feld. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff vernaschte der 16-jährige Ryan Kavuma-McQueen seinen Gegenspieler. Über das ganze Spiel hinweg zeigte sich das Talent der „Blues“ immer wieder brandgefährlich. Mit einer perfekten Flanke bediente er Top-Stürmer Mheuka. Sein Abschluss aus kürzester Distanz war nur noch Formsache.

Kurz danach hätte die Felipe-Chávez-Show fast einen krönenden Abschluss gehabt. Bayern-Keeper Prescott schlug den Ball zum frei stehenden Zehner. Von der Mittellinie (!) nahm sich der Deutsch-Peruaner ein Herz und schoss per Volley auf das Gehäuse der Gäste. Gerade noch rechtzeitig verhinderte Bernal den 2:3-Rückstand.
Nachdem dieses Traumtor nicht fallen wollte, probierten sich die Londoner an ansehnlichem Fußball – und das mit Erfolg. Im Anschluss an einen Freistoß sprang der Ball im Sechzehner zu Murray-Campbell. Mit einem Sonntagsschuss wuchtete der Innenverteidiger die Kugel unhaltbar ins rechte Kreuzeck. Dem FC Chelsea gelang das Comeback.
In der Folge zeigten sich die Bayern zu ungefährlich und setzten der Niederlage nichts mehr entgegen. Am Ende belohnten sich die Münchner um ihren Doppelpacker nicht und setzten den Youth-League-Auftakt in den Sand. Nach dem Spiel mutmaßte Gaydarov über Chávez: „Ich glaube, er hätte statt dem Doppelpack lieber das Spiel gewonnen.“ (mh)